Entlastungen der Ampel

49-Euro-Ticket zum 1. Januar nicht umsetzbar? Verkehrsbetriebe schlagen Alarm

Kaum ist das 49-Euro-Ticket beschlossen, schlagen die Verkehrsbetriebe Alarm: Sie halten eine Umsetzung des Klimatickets zum 01. Januar 2023 für unmöglich.

Berlin – Unter den vielen Fragen zum 49-Euro-Ticket dominiert jene nach dem Zeitpunkt für den Beginn des vergünstigten Monatstickets. Lange hatten sich Bund und Länder um die Finanzierungsfrage gestritten, sich dann doch zusammengerauft. Nun, wo es Einigung über die Kostenfrage gibt, melden sich die Verkehrsbetriebe zu Wort: Sie halten die Umsetzung des Klimatickets zu Jahresbeginn, wie von der Ampel geplant, für ein Ding der Unmöglichkeit. Wackelt der Start des 9-Euro-Ticket Nachfolgers?

49-Euro-Ticket: Ab wann es losgeht, ist umstritten – Verkehrsbetriebe widersprechen Plänen

Unter den vielen unklaren Punkten schien eines eigentlich bereits gesichert beim Thema 49-Euro-Ticket: Ab wann es losgeht. Die Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) plant einen Start des Klimatickets zum 01. Januar 2023. Aus den Verkehrsbetrieben kommt jetzt Widerspruch. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, sagte laut Tagesschau: „Der 1. Januar ist nicht zu halten, da das Ticket finanziell nicht gedeckt ist.“ Wolff bemängelt, wichtige Fragen seien weiterhin ungeklärt.

Wird das 49-Euro-Ticket am 1. März eingeführt? Eigentlich war der Start zum 01. Januar geplant. (Archivbild)

Er hält gerade das Thema Kosten für weiterhin strittig: Die Summe, die Bund und Länder übernehmen, ist seiner Meinung nach zu niedrig. Wolff hierzu: „Das Risiko eines höheren Verlustes sowie die erforderlichen Anlaufinvestitionen sind ins unternehmerische Risiko der Unternehmen verschoben, das geht nicht“. Seiner Einschätzung nach seien Anlaufverluste ebenso wenig berücksichtigt worden, wie pandemiebedingte Verluste. Wolff betont, besonders die Erhöhung des Zuschussbetrags nach zwei Jahren sei ungeklärt, ebenso wie die Übernahme der sogenannten Nachschusspflicht. Er fürchtet finanzielle Risiken für die Unternehmen.

49-Euro-Ticket: Abo-Kunden erhalten für Übergangszeit wohl Papiertickets

Die ungeklärten Aspekte haben seiner Einschätzung nach auch Einfluss auf die Frage, auf welche Weise das Deutschlandticket zu Beginn erhältlich sein wird. Wolff dazu: „Diese offenen Punkte führen auch dazu, dass das Ticket zunächst nicht überall in digitaler Form kommen kann.“ Eigentlich sollte das Deutschlandticket als Plastikkarte oder digital angeboten werden. Das ist auch weiterhin der Plan, jedoch wird es offenbar Übergangslösungen geben müssen beim 49-Euro-Ticket: Abo-Kunden erhalten im Rahmen des Klimatickets voraussichtlich vorerst auch Papierkarten. Das hat vor allem mit dem logistischen Aufwand bei der Umsetzung innerhalb der Verkehrsbetriebe in Deutschland zu tun.

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Wolff hierzu laut Tagesschau: „insofern haben wir tatsächlich die Aufgabe, die digitalen Kanäle jetzt vorzubereiten. Das braucht ein bisschen Zeit“. An den langfristigen Plänen soll indes festgehalten werden. Der VDV-Geschäftsführer weiter: „Aber am Ende werden wir dann eben digital unterwegs sein müssen.“ Alte Vertriebsformate würden beim 9-Euro-Ticket-Nachfolger daher nur als Übergangslösung genutzt werden. Das Ticket soll laut Ampelkoalition als monatlich kündbares Abo erhältlich sein. Seitens Sozialverbänden war in der Vergangenheit vor allem der hohe Preis des 49-Euro-Tickets bemängelt worden.

49-Euro-Ticket wo gültig? Politik plant bundesweit gültiges Nahverkehrsticket

Es ist eine kurze, häufige Suchanfrage im Internet: „49-Euro-Ticket wo gültig?“. Die Antwort auf diese Frage ist ebenfalls entsprechend kurz: Bundesweit. Laut Plänen der Politik soll das Klimaticket im ÖPNV aller Bundesländer in Deutschland nutzbar sein. Inbegriffen wäre damit etwa die Nutzung von Regionalbahnen, Straßenbahnen oder dem Busnetz. Weiterhin wird beim 49-Euro-Ticket ICE fahren nicht inbegriffen sein, ebenso wie beim Vorgängermodell, kurzum: Der Fernverkehr soll durch das Angebot nicht abgedeckt werden.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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