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Jetzt doch? NATO kündigt Bündnis für Straße von Hormus an
NATO-Verbündete hatten Trumps Bitte um militärische Hilfe in der Straße von Hormus eigentlich ausgeschlagen. Jetzt formiert sich doch ein Bündnis.
Im Streit um das iranische Atomprogramm hatte Teheran immer wieder mit der Blockade der Straße von Hormus gedroht. Für die USA kam diese Reaktion offenbar dennoch überraschend. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff sagte, der US-Präsident habe sich gewundert, dass der Iran trotz der US-Angriffe in der Region noch nicht „kapituliert“ habe. Als Donald Trump unlängst um Hilfe bei der Sicherung des wichtigen Handelsweges bat, erhielt er nur Absagen – auch von Deutschland. Nun betonte NATO-Generalsekretär Mark Rutte aber, die NATO-Verbündeten würden „zusammenkommen“, um bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen.
Die Gruppe bestehe demnach aus 22 Ländern, darunter NATO-Mitglieder, aber auch Australien, Bahrain, Japan, Korea, Neuseeland und die Vereinigten Arabischen Emirate, so Rutte am Sonntag (22. März) gegenüber CBS News. In der Sendung „Face the Nation“ betonte der NATO-Generalsekretär, diese Allianz wolle drei Fragen beantworten: „Was brauchen wir? Wann brauchen wir es? Und wo brauchen wir es?“ Diese drei Fragen würden nun abgearbeitet, um dem Aufruf des Präsidenten nachzukommen und sicherzustellen, dass die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährleistet werde, so Rutte weiter. Besonders das „Wann“ dürfte unklar sein: Trump hatte in der Vergangenheit unklare Angaben zur Dauer des US-Militäreinsatzes im Iran gemacht.
Hormus-Blockade im Iran-Krieg: Druck aus den USA und von Israel?
Noch vor knapp einer Woche hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus abgelehnt. Donald Trump hatte in einem Interview mit der Financial Times gedroht, die NATO werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA nicht bei der Absicherung der Straße von Hormus helfen. Vergangenen Donnerstag (19. März) veröffentlichten die Staats- und Regierungschefs verschiedener Länder, darunter auch Deutschland, Großbritannien und Italien, dann eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Bereitschaft erklärten, „zu geeigneten Maßnahmen beizutragen, um eine sichere Passage durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.“
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
48-Stunden-Frist im Hormus-Konflikt: USA könnten Operation ausweiten
Iran hat nach Angaben des Staatsfernsehens am Samstag zwei ballistische Raketen auf den Militärstützpunkt Diego Garcia, rund 4000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste, abgefeuert. Der Stützpunkt wird von den USA und Großbritannien gemeinsam genutzt. Gefragt, ob die Nato die israelische Einschätzung teile, dass die iranischen Raketen mit ihrer Reichweite auch Rom, Paris oder Berlin erreichen könnten, sagte NATO-Generalsekretär Rutte, das könne er im Moment nicht bestätigen. „Wir prüfen das aber noch“, erklärte er im Interview mit CBS News.
Indes könnte sich die US-Operation im Nahen Osten militärisch ausweiten: Zuletzt hatte Axios aus internen Quellen erfahren, dass die US-Regierung offenbar über eine Einnahme der Insel Charg nachdenkt. Trump hatte am Samstag ein Ultimatum gesetzt: „Wenn Iran die Straße von Hormus nicht vollständig [...] öffnet, innerhalb von 48 Stunden ab jetzt, werden die Vereinigten Staaten ihre verschiedenen Kraftwerke angreifen und vernichten [...]“, hieß es da. Teheran ließ daraufhin verlauten, die Straße von Hormus vollständig zu schließen, sollten die USA iranische Energieanlagen angreifen. (Quellen: Reuters, AFP, dpa, CBS News, Press Release, Axios) (bme)