Reisen im Sommer
Delta-Variante: Spahn warnt vor Urlaub in Risikogebieten
Die Delta-Variante trübt die Urlaubsstimmung: Kurz vor den Ferien warnt Jens Spahn (CDU) vor einem „Sorgenherbst“. Droht nach dem Sommer wieder ein Lockdown?
Berlin – Die Sorge um die Ausbreitung der Delta-Mutation wächst: Kurz vor Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern hat die Bundesregierung den Deutschen von Reisen in Corona-Risikoländer eindringlich abgeraten. Durch Reiserückkehrer werde die Gefahr von steigenden Infektionszahlen deutlich erhöht, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Handelsblatt.
Deswegen müssten Urlauber besonders in den Reiseländern vorsichtig sein, die von der Delta-Variante des Virus stark betroffen seien. Denn andernfalls drohe in Deutschland ein „Sorgenherbst“, so der Minister.
| Deutscher Politiker: | Jens Spahn (CDU) |
| Geboren: | 16. Mai 1980 (Alter 41 Jahre), Ahaus |
| Privat: | verheiratet mit Daniel Funke |
| Aktuelles Amt: | Bundesgesundheitsminister |
Zuletzt hatte sich das Infektionsgeschehen in Deutschland stark verbessert und bundesweit war der Lockdown massiv gelockert worden. Doch die zuerst in Indien aufgetretene Delta-Mutante ist deutlich auf dem Vormarsch* und bedroht die bisher erzielten Erfolge. So hat sich der Anteil dieser hochansteckenden Variante nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb einer Woche fast verdoppelt – von acht auf 15 Prozent. Auch in Niedersachsen oder Hamburg* häufen sich die nachgewiesenen Fälle.
Coronavirus: Jens Spahn (CDU) fürchtet Ausbreitung der Delta-Variante und rät von Reisen ins Ausland ab
Vor diesem Hintergrund befürchten Experten bereits eine vierte Infektionswelle*, die spätestens im Herbst beginnen könnte. Im Gespräch mit dem Handelsblatt warnte Spahn: „Es ist durchaus möglich, dass die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder ansteigen, spätestens im Herbst.“
Um einen erneuten Lockdown verhindern zu können, hängt vieles vom Fortschritt der Impfkampagne ab. Denn bislang schützt eine vollständige Impfung gegen die neuen Virusvarianten. Jedoch sind die Impfstoffe weiterhin knapp, weswegen Reisen in andere Länder aus Sicht von Medizinern, Virologen und Gesundheitspolitikern ein großes Einfallstor für das Coronavirus ist.
Denn während in Deutschland die Ausbreitung der Delta- und Delta-Plus-Variante noch halbwegs unter Kontrolle ist, sind die Fallzahlen in Ländern wie Portugal oder Großbritannien schon wieder recht hoch. Wie groß die Gefahr in welchem Urlaubsland ist, sehen Sie hier in einer Übersicht.
Delta-Mutation: Droht neuer Lockdown im Herbst? Experten fürchten vierte Infektionswelle
Deshalb mahnte Spahn, der wegen seines Krisenmanagements enorm unter Druck steht, jetzt Zurückhaltung und Disziplin an. „Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen“, sagte der Gesundheitsminister. Denn das Risiko, sich im Ausland anzustecken und das Virus dann zurück nach Deutschland zu bringen, sei enorm hoch.
In diesem Zusammenhang stellte er noch einmal klar, dass trotz vieler Lockdown-Lockerungen bei der Rückreise aus Risiko-, Virusvarianten- und Hochinzidenzgebieten weiterhin eine Quarantänepflicht gelte.
Grundsätzlich zeigte der Minister Verständnis für den Wunsch nach Normalität. Dank der niedrigen Inzidenzwerte könne man auch wieder mehr wagen, sagte Spahn. „Allerdings nur mit der gebotenen Vorsicht.“ * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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