Neuer Vorwurf
Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock: Hat Grüne für ihr Buch abgeschrieben?
Hat Annalena Baerbock für ihr Buch abgeschrieben? Gutachter Stefan Weber erhebt gegen die Grüne einen Plagiatsvorwurf. Alles Fake News? Oder der nächste Fauxpas?
Berlin – Erst den Lebenslauf geschönt, dann Passagen für das neue Buch abgeschrieben? Nach der Debatte um ihre Selbstdarstellung ereilt Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* (Grüne) ein neuer Vorwurf: So sollen Teile ihres neuen Buches ein Plagiat sein, wie focus.de berichtet.
| Deutsche Politikerin: | Annalena Charlotte Alma Baerbock (Grüne) |
| geboren: | 15. Dezember 1980 (Alter: 40 Jahre) in Hannover |
| Privat: | verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in Potsdam |
| Aktuelle Ämter: | Bundesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete |
Plagiatsjäger Stephan Weber soll mehrere Stellen gefunden haben, die angeblich teilweise wortwörtlich übernommen worden sein sollen. Das Nachrichtenportal will die Textpassagen nach eigenen Angaben überprüft haben. Die Parteizentrale wollte sich zunächst nicht auf Anfrage von kreiszeitung.de zu den Vorwürfen äußern.
Baerbock, die im September bei der Bundestagswahl Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) werden will, hatte das Buch mit dem Titel „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ erst in der vergangenen Woche vorgestellt und veröffentlicht. Das Buch ist eine Mischung aus persönlichen Erlebnissen, die Baerbock mit ihrem aktuellen Politikansatz verbindet. So beschreibt sie unter anderem ihre Kindheit im niedersächsischen Schulenburg und erklärt daran, warum der Autoverkehr für die ländliche Bevölkerung auch unter einer grünen Kanzlerin nicht komplett verbannt werden soll.
Annalena Baerbock (Grüne): Schwerer Vorwurf gegen Kanzlerkandidatin – ist ihr Buch ein Plagiat?
Die nun erhobenen Vorwürfe richten sich laut dem Medienbericht weniger gegen die persönlichen Schilderungen als vielmehr gegen politische Darstellungen. Zunächst führt focus.de zwei Stellen an. In einem Beispiel schreibt Baerbock auf Seite 79: „Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus, etwa durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, durch Schäden an Straßen, Schienen und Gebäuden oder durch Rohstoffknappheit.“
Dieser Satz soll angeblich aus dem Blog „Klima - Challenge Accepted“ des Verbands der Wirtschaft für Emissionshandel und Klimaschutz in München stammen. Dort heißt es: „Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen.“ Insofern wurden durch die Autorin minimale Veränderungen einzelner Wörter vorgenommen.
Die Frage ist: Ist dieses Vorgehen verwerflich? Grundsätzlich können Sätze übernommen werden als Zitat. Laut Plagiatsgutachter Weber finden sich in dem Baerbock-Werk dazu jedoch keine Quellenangaben. Seit 2005 spürt der Kommunikationswissenschaftler, der an der Universität Wien arbeitet, europaweit Plagiatsvorwürfen auf.
Nachdem bereits mehrere österreichische Wissenschaftler oder Politiker auf Grundlage seiner Arbeit der Doktorgrad aberkannt wurde, geriet in Deutschland auch der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ins Visier von Weber. Jedoch teilte die Ruhruniversität in Bochum am Ende Webers Einschätzung eines Plagiats nicht.
Annalena Baerbock: Nach Lebenslauf-Fauxpas macht Plagiatsvorwurf der Grünen nun das Leben schwer
Im Fall von Baerbock stellte Weber klar, das Werk aus „eigenem Antrieb“ durchleuchtet zu haben. Einen Auftraggeber habe es nicht gegeben, sagte er laut focus.de. Komplett vom Markt genommen werden, müsste das Buch nicht. Er empfahl den Grünen und dem Verlag aber, bei den offengelegten Passagen die Quellenangaben nachzuholen.
Baerbock trifft die Debatte zur Unzeit. Die grüne Kanzlerkandidatin steht enorm unter Druck. Anders als ihre Konkurrenten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz* (SPD) wurde sie in den vergangenen Wochen oftmals Opfer von gezielten Fake-News* und Hetzkampagnen. Die Parteizentrale hat mittlerweile große Mühe, die vielen Falschmeldungen über die 40-Jährige einzufangen.
Parallel dazu leistete sich die Parteichefin zu Beginn ihrer Kandidatur aber auch eigene Ungeschicklichkeiten. So versäumte sie rechtzeitig, ihre Nebeneinkünfte bei der Bundestagsverwaltung anzuzeigen. Außerdem geriet sie in Erklärungsnot, weil sie ihren Lebenslauf auf der Homepage ein wenig schöngefärbt hatte. Dass auch Laschet ein wenig an seinem Erscheinungsbild getrickst* hatte, spielte in den Umfragen keine Rolle. Zuletzt büßte vor allem Baerbock an Beliebtheit ein, während Laschet in der Gunst der Deutschen trotzdem zulegen konnte.
Wahl 2021: Keine News der Bundestagswahl und Kommunalwahl in Niedersachsen verpassen
Am Sonntag, 26. September 2021 berichtet kreiszeitung.de mit einem Live-Ticker laufend aktuell von allen Ergebnissen der Bundestagswahl 2021, außerdem gibt es detaillierte Ergebnisse und gewählte Direktkandidaten aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Spannend wird es auch bei der Stichwahl zur Kommunalwahl in Niedersachsen. Und hautnah bei der Wahl 2021 ist man beim etwas anderen Live-Ticker zur Bundestagswahl 2021 dabei, der die besten Reaktionen von Twitter einfängt. mit Material von dpa)* kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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