Politik-Ticker

„Covid-Pandemie in Europa nicht zu Ende“: Lauterbach wirbt für vierte Impfung

Coronavirus – Pressekonferenz Bundesgesundheitsminister
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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, wirbt EU-weit für die vierte Corona-Impfung ab 60 Jahren. (Archivbild)

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei. Karl Lauterbach wirbt angesichts hoher Fallzahlen EU-weit für die vierte Schutzimpfung für Menschen ab 60 Jahren.

  • Karl Lauterbach (SPD) wirbt EU-weit für vierte Corona-Impfung ab 60 Jahren.
  • Kreml fordert weiteren Dialog mit den USA.
  • Rotes Kreuz: 18 Millionen Menschen in der Ukraine benötigen Hilfe
  • Mehrheit sieht Friedrich Merz (CDU) nach der Landtagswahl im Saarland geschwächt.
  • Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hält wohl an Posten bei russischen Unternehmen fest.
  • Dieser Politik-Ticker informiert über aktuelles Tagesgeschehen.

Vierte Impfung: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Covid-Pandemie nicht zu Ende ist in Europa. Wir haben sehr hohe Fallzahlen, wir haben leider auch sehr hohe Sterbezahlen“, warnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag am Rande von Beratungen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Der SPD-Politiker warb EU-weit für eine vierte Corona-Impfung für alle ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe könne dadurch die Sterblichkeit im Vergleich zur dritten Dosis noch einmal um 80 Prozent reduziert werden, wie Daten aus Israel ergeben hätten, sagte Lauterbach.

Angesichts anderer Krisenherde machte Lauterbach zudem deutlich: „Die Lage ist in Europa, was die Pandemie angeht, schlechter als das Gefühl der Menschen.“ Es gebe derzeit viel Impfstoff in Europa, so der Minister. Dieser würde nirgendwo fehlen. Auch die Abnahme durch einkommensschwächere Länder würde stocken. In Deutschland wird die vierte Dosis derzeit für Menschen ab 70 Jahren sowie für Menschen mit Risikofaktoren wie Immundefekten empfohlen. Daran ändere sich nichts, sagte Lauterbach. Die Frage sei lediglich, ob die Altersgrenze abgesenkt werde. Für Unter-60-Jährige könne die vierte Dosis dagegen nicht empfohlen werden, weil es dazu keine Daten gebe.

Kreml fordert weiteren Dialog mit den USA

Der Kreml fordert weiterhin den Dialog mit den USA – trotz Verstimmungen wegen Äußerungen des US-Präsidenten Joe Biden. Biden hatte Putin als „Diktator“ bezeichnet und geäußert, „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben“. Das Weiße Haus bemühte sich anschließend um Klarstellung, dies sei kein Aufruf zum Sturz Putins gewesen. Trotz allem hält Moskau an seinen Forderungen nach Dialog fest.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Dialog zwischen Russland und den USA sei „in jedem Fall notwendig“. Nichtsdestotrotz hätten die „persönlichen Beleidigungen“ Bidens gegen Putin „negativen Einfluss“, so Peskow. Der Kreml-Sprecher betonte, Dialog sei nicht nur im Sinne beider Länder – sondern im Sinne der ganzen Welt. Früher oder später müssten Russland und die USA etwa über Fragen der strategischen Stabilität und der Sicherheit sprechen.

Laut rotem Kreuz bedürfen 18 Millionen Menschen in der Ukraine Hilfe

Riesiger Hilfsbedarf: Nach Schätzungen des Roten Kreuz benötigen rund 18 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. Das entspricht in etwa einem Drittel der Bevölkerung, wie Francesco Rocca erklärte. Rocca, der seines Zeichens Präsident der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) ist, sagte laute dpa-Angaben: „Niemand in der Ukraine bleibt von dem Konflikt verschont“.

Nach Schätzungen des Roten Kreuz benötigen etwa 18 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. (Symbolbild)

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA konnten die Vereinten Nationen mitsamt ihrer Partnerorganisationen bisher erst circa 900.000 besonders hilfsbedürftige Menschen versorgen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer haben das Land aufgrund des Kriegs indes bereits verlassen. Auch in Deutschland zeigen sich viele Menschen bereit, Geflüchtete privat unterzubringen.

Umfrage zur Saarland-Wahl wirft schlechtes Licht auf Friedrich Merz

Mehrheit sieht geschwächten CDU-Chef: Es sollte der Auftakt für ein erfolgreiches Jahr werden, doch die Landtagswahl im Saarland am vergangenen Wochenende endete mit einer Schlappe für die CDU. Inzwischen hat der angeschlagene Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag, dem 28. März, seinen Parteivorsitz abgegeben. Das berichtete unter anderem die Deutsche Presse-Agentur. Auf einem Parteitag am 28. Mai solle über die personelle Neuaufstellung entschieden werden, sagte der 44-Jährige. Einer aktuellen Civey-Umfrage zufolge, die im Auftrag der Augsburger Allgemeinen2 durchgeführt wurde, wirft die Saarland-Wahl aber auch ihre Schatten auf die Bundespolitik.

54 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass sie CDU-Chef Friedrich Merz nach der Wahl als geschwächt sehen. Dagegen meinten 33 Prozent der Befragten, das Wahlergebnis vom Sonntag habe keinen Einfluss auf Merz‘ Position. Neun Prozent sehen den CDU-Chef sogar gestärkt. Merz selbst sagte am Montag, dass er keine Signalwirkung durch das Ergebnis aus dem Saarland für die kommenden Wahlen sehe. Man habe sich gewünscht, den Auftakt in diesem Jahr besser hinzubekommen. Dies sei aber „kein Präjudiz“ für die Wahlen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die CDU im Saarland hatte am Sonntag im mit 28,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1955 eingefahren. Schon vorher sah es für die CDU im Saarland nicht rosig aus.

Altkanzler Gerhard Schröder hält wohl weiter an Posten bei russischen Unternehmen fest

Auswirkungen für Schröder: Seit über vier Wochen führt Wladimir Putin Krieg in der Ukraine. Für den deutschen Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) brachte die russische Invasion zahlreiche Probleme. Zwar bemühte sich Schröder vergeblich um eine Lösung des Ukraine-Kriegs, allerdings werden seine Beziehungen zu russischen Unternehmen bundesweit weiter kritisch gesehen. Die SPD-Führung hatte aus diesem Grund den Altkanzler aufgefordert, auf seine Posten bei russischen Staatsunternehmen zu verzichten. Wie SPD-Chef Lars Klingbeil gegenüber dem Nachrichtenportal t-online erklärte, habe Schröder bisher nicht auf die Forderung der Parteispitze reagiert.

„Wir haben uns politisch klar distanziert“, sagte Klingbeil. Man hätte sich gewünscht, dass sich Gerhard Schröder spätestens mit Kriegsbeginn auf die richtige Seite der Geschichte stelle. „Er hat sich für die falsche Seite entschieden.“ Derzeit laufe ein Parteiordnungsverfahren gegen Schröder. Die Parteispitze hatte Schröder ultimativ aufgefordert, die Posten niederzulegen. Konkret geht es um Tätigkeiten bei dem Erdgas-Pipeline-Unternehmen Nord Stream 1 und 2 sowie dem russischen Ölkonzern Rosneft, wo er Aufsichtsratschef ist. Zudem soll Schröder einen Aufsichtsratsposten für Gazprom übernehmen. Seit Ausbruch des Urkaine-Kriegs sorgen Schröders Kontakte nach Russland allerdings vermehr für Aufsehen.

Alle News des Tages auf einen Blick

Ob Corona-Pandemie, Ampel-Streit, Bürgergeld-Reform oder Ukraine-Konflikt: Jeden Tag entstehen überall auf der Welt Nachrichten – gute wie schlechte. Mit diesem Ticker halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, über alle News des Tages auf dem Laufenden. Wir ordnen und gewichten das politische Geschehen und die Entwicklungen für Sie ein. Am Abend erhalten Sie dann alles Wichtige auf einen Blick. Viel Spaß beim Lesen. kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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