Partei-Neuaufstellung

CDU-Vorsitz: Bewerberfrist startet – Süssmuth ermutigt Frauen zur Wahl

Die CDU wagt den Neuanfang: Die Partei will eine neue Spitze wählen – nun beginnt die Bewerberfrist. Bisher zeigen nur Männer Ambitionen und starke Frauen fehlen.

Berlin – Wer übernimmt den Vorsitz der CDU und beerbt Armin Laschet? Die CDU-Parteispitze will die Neuaufstellung und hat geplant, dass der neue Parteichef auf einem Parteitag im Januar in Hannover gewählt werden soll. Von Samstag an bis zum 17. November können nun Bewerber für den Posten nominiert werden. Bereits in den vergangenen Wochen wurde kräftig spekuliert, welche Politiker sich zur Wahl aufstellen lassen könnten. Als wahrscheinliche Kandidaten gelten unter anderem Friedrich Merz und Norbert Röttgen.

Politische Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Gründer:Konrad Adenauer
Gründung:26. Juni 1945, Berlin
Hauptsitz:Berlin

Nach der historischen Wahlniederlage bei der Bundestagswahl 2021 hat der jetzige CDU-Chef Armin Laschet persönliche Konsequenzen angekündigt. Nachdem Laschet einige Tage nach der Wahl die Neuaufstellung seiner Partei angekündigt hatte, zog er sich auch aus seinem Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen zurück, um sich künftig ausschließlich auf sein Bundestagsmandat zu konzentrieren.

CDU: Friedrich Merz oder Norbert Röttgen könnten Vorsitz der Christdemokraten werden

Wie eine Civey-Umfrage im Auftrag des Spiegels jüngst zeigte, würden die Deutschen am ehesten Außenpolitiker Röttgen (26 Prozent) im Amt sehen, 23 Prozent sprachen sich für Merz aus. Unter Unionsanhängern führt Merz (37 %) deutlich das Meinungsbild an – Röttgen kommt nur auf 24 Prozent. Beide Politiker hatten sich bereits bei vorangegangenen Wahlen vergeblich um den Parteivorsitz beworben. Anders als bisher werden nun aber die Mitglieder direkt in das Wahlverfahren mit eingebuden.

Die CDU wagt den Neuanfang und sucht nun eine neue Parteispitze.

Neben den beiden Politikern aus Nordrhein-Westfalen gilt es auch für möglich, dass sich drei weitere NRW-Männer um das Amt des Parteivorsitzenden bewerben – Parteikreise halten dies aber für weniger wahrscheinlich. Neben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, könnte sich auch Carsten Linnemann, Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU, um das Amt bewerben. Die Spekulationen gehen aber auch eine andere Richtung: Linnemann wird auch als möglicher Generalsekretär neben CDU-Chef Merz gehandelt.

CDU-Vorsitz: Ministerpräsident Hendrik Wüst hält Teamlösung für möglich

Eine Teamlösung für die CDU-Spitze hält hingegen der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst für denkbar: „Ich halte es auch in der CDU Deutschlands für erreichbar, dass es einen möglichst breiten Konsens gibt – womöglich eine Lösung, bei der sich mehrere Menschen mit Ambitionen zu einem Team zusammentun“, sagte er gegenüber Rheinischen Post. Im gleichen Zuge sprach er sich dafür aus, dass man im Idealfall „gar keine streitige Abstimmung mehr hat“. Komme es aber dennoch zu einem Wettstreit, sei dies auch kein Unglück, sondern schlicht ein demokratischer Prozess.

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Nur Männer und nur aus NRW: Es scheint fast so, als hätte die Partei ein Frauenproblem. „Wenn keine Frau antritt, wäre das kein gutes Zeichen. Wir kämpfen für die Parität. Die Frauen sollten den Mut haben zu kandidieren. Es wäre ein wichtiges Signal“, sagte die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und ermutigt Frauen, für den Parteivorsitz zu kandidieren. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerkdeutschland, dass es, mit Blick auf den großen Männerüberschuss in der Partei, die Befürchtung gebe, als Frau nicht im Wettbewerb zu gewinnen.

CDU: Süssmuth und Klöckner wollen Frauen in CDU-Führungsposition

Sich nicht zur Wahl nominieren zu lassen aufgrund des Geschlechts, hält Süssmuth für falsch: „Das sollte nicht den Ausschlag geben. Wir müssen zeigen, dass wir uns stellen“, betonte die frühere Vorsitzende der Frauenunion der CDU. Für das Amt des Parteivorsitzes könnte sie sich mehrere Kandidatinnen vorstellen: die Bildungsministerin aus Schleswig-Holstein, Karin Prien, sowie die bisherigen Staatsministerinnen Annette Widmann-Mauz und Monika Grütters.

Mit Blick auf die mögliche Kombination aus CDU-Chef Merz und Generalsekretär Linnemann vertritt die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner die Ansicht, sollte ein Mann neuer CDU-Vorsitzender werden, müsste der Posten des Generalsekretärs mit einer Frau besetzt werden. Der Rheinischen Post sagte sie, es gebe „viele gute und fähige Frauen in unserer Partei, die noch nicht allen so bekannt sind. Aber das kann sich ja ändern.“ *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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