Erneute Kandidatur

Kampf um CDU-Vorsitz: Norbert Röttgen will es erneut wagen

Das Wettrennen ist eröffnet: Norbert Röttgen will CDU-Parteichef werden. Der Außenpolitiker kündigte seine Kandidatur an – und präsentierte eine Generalsekretärin.

Berlin – Die Entscheidung war lange erwartet worden, doch nun ist es offiziell: Norbert Röttgen (CDU) will erneut für den CDU-Parteivorsitz kandidieren und die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet antreten. Das erklärte der 56-Jährige in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Er stelle sich „aus der tiefen Überzeugung, dass es kein Weiter-so gibt“ zur Wahl, sagte der Außenpolitiker in Berlin. Mit einer inhaltlichen Erneuerung wolle er die Union als Volkspartei der Mitte erhalten und stärken, versprach er. An seiner Seite soll dann die Hamburger Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann als Generalsekretärin den Kurs mitbestimmen.

Deutscher Politiker:Norbert Röttgen
Partei:CDU
Alter:56
Aktuelles Amt:Bundestagsabgeordneter

CDU-Vorsitz: Norbert Röttgen kündigt Kandidatur für das Amt als Vorsitzender an

Für Röttgen ist es nicht die erste Kandidatur um den CDU-Vorsitz. Bereits im vergangenen Januar hatte er seinen Hut für das höchste Parteiamt in den Ring geworfen, konnte sich jedoch damals nicht gegen Laschet durchsetzen. Nach dessen gescheiterter Kanzlerkandidatur und einer herben Schlappe bei der Bundestagswahl will sich die Partei nun abermals neu aufstellen. Seit Samstag läuft die Bewerbungsfrist für die Kandidaten, die dann bei einem Parteitag Ende Januar in Hannover gewählt werden sollen. Neben Röttgen haben auch Kanzleramtschef Helge Braun und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz ihr Interesse nie geleugnet.

Will CDU-Chef werden: Norbert Röttgen.

Röttgen, der kürzlich seine Partei vor einem Rechtsruck gewarnt hatte, war am Freitag der erste aus dem Trio, der die Kandidatur offiziell verkündete. Am Abend will sich offenbar auch Braun äußern. Dass Röttgen erneut antritt, war seit Wochen erwartet worden. Seine Motivation, die Partei zu führen, habe sich trotz der Niederlage Anfang des Jahres nicht verändert, sagte Röttgen am Freitag. „Die Lage ist ernst, aber wir haben viel Potenzial“, sagte Röttgen. Zusammen mit Hoppermann wolle er die Partei wieder zurück zu alter Stärke führen.

CDU: Franziska Hoppermann soll Generalsekretärin werden – Helge Braun schielt auch auf Parteivorsitz

Bei der Pressekonferenz skizzierte der Bundestagsabgeordnete, der bei den Deutschen eine große Zustimmung genießt, grob seinen Plan. So soll die CDU künftig wieder mehr um die Stimmen der jüngeren Generation kämpfen. Hier habe die Union bei der verlorenen Wahl sehr schlecht abgeschnitten. Generationengerechtigkeit müsse ein Markenzeichen der CDU sein, von Haushaltspolitik bis Klimaschutz, sagte Röttgen. Auch die Sorgen und Nöte in Ostdeutschland müssten wieder stärker in den Fokus der Politik rücken, ebenso die Europa- und die Verteidigungspolitik.

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Einen Teil seiner Ausführungen widmete er aber auch der Zerrissenheit innerhalb der Union, die im Bundestagswahlkampf vor allem durch Personalstreitereien aufgefallen war. Deshalb will Röttgen als Parteichef eine neue Organisationsstruktur schaffen. Die CDU-Bundeszentrale müsse wieder kampagnenfähig sein und eine „Denkwerkstatt“ werden, in der sich die rund 400.000 Mitglieder wieder stärker einbringen können. Um die Streitereien zu überwinden, versprach Röttgen auch einen Schulterschluss mit CSU-Chef Markus Söder. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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