Pandemie
Inzidenz auf Rekordflug: Minister fürchtet Rückkehr der Delta-Variante
Die Corona-Lage bleibt angespannt: Die Inzidenz in Deutschland steigt – und Karl Lauterbach warnt. Denn von der Delta-Variante könnte es bald eine Mutation geben.
Berlin – Die Corona-Zahlen in Deutschland machen nur wenig Mut: Die Inzidenz steigt seit Tagen rasant weiter und die Neuinfektionen erreichen immer neue Höchstwerte. Triebfeder der Pandemie ist die Omikron-Variante als hochinfektiöse Form des Corona-Virus. Und jetzt hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auch noch vor der Rückkehr der Delta-Variante gewarnt – nachdem sie zuletzt nicht mehr so präsent gewesen war. Der Minister zeigte sich über die Entwicklung sehr besorgt.
| Name: | Karl Lauterbach |
| Partei: | Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) |
| Amt: | Gesundheitsminister |
Inzidenz: Die Corona-Zahlen erreichen neuen Höchstwert – Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) besorgt
Bereits den vierten Tag in Folge erreichte die bundesweite Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) einen Höchstwert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Montag bei 528,2. Einen Tag zuvor hatte sie noch bei 515,7 gelegen. Im Vergleich zur Vorwoche wird der Anstieg umso deutlicher. Damals hatte die Inzidenz bei 375,7 gelegen. Lauterbach erwägt nun mit Blick auf die Infektionszahlen weitere Maßnahmen – und warnt wieder vor der Delta-Variante. Auch in Niedersachsen wütet indessen noch die Omikron-Variante.
Die Auswirkungen sind weiterhin spürbar. Dem RKI wurden innerhalb eines Tages 30 weitere Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Corona-Toten steigt damit auf insgesamt 115.649. Seit Beginn der Pandemie haben sich über acht Millionen Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus infiziert, die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Inzidenzwert: Niedersachsen und Bremen verzeichnen viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus
Besonders die nördlichen Bundesländer sind von einer steigenden Sieben-Tage-Inzidenz betroffen. In Bremen, wo mittlerweile Warnstufe vier gilt, erreicht die Inzidenz einen Höchstwert von 1389,3, doch auch in Hamburg liegt sie mit 805,8 weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Bundeshauptstadt Berlin steht ebenfalls kurz davor, die Marke von 1000 zu erreichen. In Thüringen und Sachsen-Anhalt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut indes am niedrigsten.
Virus-Variante: Omikron auf dem Vormarsch – doch Minister fürchtet Rückkehr von Delta als Mutation
Corona in Deutschland – als wäre die Situation mit Omikron und einer steigenden Inzidenz nicht dramatisch genug, gibt es nun besorgniserregende Meldungen über eine alte Bekannte unter den Virus-Varianten: die Delta-Variante. Gesundheitsminister Lauterbach schlug bereits Alarm: Im Herbst könnte eine mutierte Form der Delta-Variante das Land erobern. „Die Delta-Variante verändert sich gerade“, sagte der Minister der Bild-Zeitung. Neue Studien legen derweil nahe, gegen das Corona-Virus könnte Cannabis helfen.
Der Gesundheitsminister wies darauf hin, dass dabei für Ungeimpfte eine besondere Gefahr ausgeht. Ein dreifacher Impfschutz soll auch gegen die neue Ausprägung des Virus einen guten Schutz bieten. Für den SPD-Politiker ist die Impfung erst nach drei Dosen vollständig, dann sei der Schutz „zumindest vor schwerer Krankheit und Tod“ gegeben – bei allen Varianten. Lauterbach befürwortet eine Impfpflicht, ebenso wie weite Teile der Politik. Ohne sie hält der neue Gesundheitsminister ein Ende der Pandemie für unmöglich.
Mutierte Delta-Variante bedeutet für Ungeimpfte große Gefahr – Ansteckung mit Omikron bietet keinen Schutz
Auf dem Mediendienst Twitter ist Lauterbach ebenfalls mit mahnenden Worten zu finden. Mit Blick auf die immer weiter um sich greifende Omikron-Variante schreibt der Gesundheitsminister, Omikron sei „nicht harmlos“ und es gäbe „keinen Grund zur Entwarnung“. Lauterbach erklärte auf Twitter, Ungeimpfte, die von Omikron genesen sind, würden im Herbst nur schlecht vor neuen Varianten geschützt sein. Bei der Omikron-Variante hatte es zuletzt Hinweise auf neue Symptome gegeben, die auf eine Infektion hinweisen. Nun wächst auch die Sorge vor der Delta-Variante wieder.
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Mit Blick auf Omikron warnt Lauterbach zudem vor einer drohenden „Infektionswand“ – eine noch weiter steigende Inzidenz könnte sich schwer auf die Gesundheitssysteme auswirken. In Niedersachsen gibt es bei Rettungsdiensten bereits Notfallpläne für den Fall von Personalengpässen. In Niedersachsen hatte es zuletzt über 40.000 Verstöße gegen die Corona-Regeln gegeben. Einen Lockdown möchte Lauterbach verhindern – seiner Meinung nach könnte die Impfpflicht eine Möglichkeit dazu sein. Für Menschen mit Booster-Impfung soll auch bei neuen Virus-Varianten ein guter Schutz bestehen.
Doch bei aller Brisanz: Ganz den Mut verlieren sollten die Deutschen auch nicht. Denn trotz der rasanten Entwicklung gibt es auch erste Anzeichen für eine Entspannung. Im Gegensatz zu Lauterbach zeigt sich Virologe Klaus Stöhr zuversichtlich. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung sagte er: „Wir nähern uns dem Ende der Pandemie.“ Dabei bezog er sich auf mehrere Studien, die belegen, dass die Krankenhaus-Aufenthalte weniger werden, was auf Dauer Lockerungen bei den Corona-Regeln und damit eine Normalisierung des alltäglichen Lebens bringen könnte*. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/Reuters/Pool/dpa
