Corona-Zahlen
Vierte Impfung enttäuscht bei Schutz gegen Omikron
Die Infektionszahlen steigen in Deutschland an. Eine Studie aus Israel liefert neue Erkenntnisse zum Impfschutz gegen Omikron. Was heißt das für die Inzidenz?
Berlin – Das Robert-Koch-Institut meldet einen weiteren Tag in Folge Rekordwerte beim Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen. Schon die letzten Tage waren immer wieder Höchststände erreicht worden. Für den schnellen Anstieg der Infektionszahlen dürfte besonders die hochinfektiöse Omikron-Variante eine Rolle spielen. Zwischenergebnisse einer neuen Studie aus Israel liefern jetzt Aufschluss, über die Wirksamkeit einer vierten Impfdosis gegen die Virus-Variante.
| Krankheit: | COVID-19 |
| Krankheitserreger: | SARS-CoV-2 |
| Erster bekannter Fall: | 01. Dezember 2019 |
Corona-Zahlen: Inzidenz steigt – Laut Studie aus Israel reicht vierte Impfung zum Schutz gegen Omikron nicht aus
Die Wirksamkeit von aktuellen Impfstoffen gegenüber der Omikron-Variante ist im Vergleich zu anderen Virus-Varianten offenbar geringer. Zuletzt stieg die Inzidenz deutlich, eine neue Studie aus Israel liefert jetzt Zwischenergebnisse zum Impfschutz einer vierten Impfdosis. Die Ergebnisse sind anders als erhofft: Offensichtlich reicht auch die weitere Dosis nicht aus, um vollständig vor Infektionen mit der Omikron-Variante zu schützen.
Das ist keineswegs ein Argument gegen die Booster-Impfung: Die Zahl der Antikörper steigt durch eine weitere Impfdosis an, das bietet einen gewissen zusätzlichen Schutz – selbst wenn dieser eine Infektion mit der Omikron-Variante nicht immer verhindert. Die Impfkampagne muss auch in Deutschland schneller werden, um die Pandemie zu bremsen, auch wenn es gelegentlich zu Nebenwirkungen* kommt. Ein Virologe setzt indes auf die Durchseuchung als Ausweg aus der Pandemie – viele andere Experten warnen davor.
Auch bei Menschen, die vierfach geimpft sind, können Ansteckungen mit Omikron beobachtet werden. Bei der Studie handelt es sich um Zwischenergebnisse. Im Rahmen der Untersuchungen wurden sowohl die Impfstoffe von Biontech als auch von Moderna eingesetzt, Biontech hatte zuletzt erklärt, einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff zu entwickeln. Wer mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft ist, braucht in Niedersachsen jetzt eine dritte Impfung, um als geboostert zu gelten.
Omikron-Variante: In Deutschland steigt die Inzidenz weiter ungebremst
In Deutschland erreicht die Inzidenz zum fünften Tag hintereinander einen Höchstwert. Nach einem gestrigen Wert von 528,2 stieg die Zahl auf heute 553,2 an. Eine Woche zuvor hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 387,9 gelegen. Die Gesundheitsämter melden 74.405 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Der Anstieg ist deutlich, vor einer Woche hatte es 45.690 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Die hochinfektiöse Omikron-Variante greift weiter um sich.
Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden binnen 24 Stunden zudem 193 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Zahl derer, die an oder im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben sind, steigt damit auf 115.842. Seit Beginn der Pandemie haben sich über acht Millionen Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Die offizielle Zahl liegt bei 8.074.527 – die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Hohe Inzidenz: Debatte um Impfpflicht nimmt weiter an Fahrt auf – auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sind dafür
In Niedersachsen wütet die Omikron-Variante, in der Politik tobt in Zeiten hoher Inzidenzen die Debatte um die Impfpflicht. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) äußerte sich erneut zustimmend. Er sieht in der Pflicht, sich impfen zu lassen, die einzige Möglichkeit, den „Teufelskreis aus immer neuen Infektionswellen und zwischenzeitlichen Entspannungen“ zu durchbrechen.
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Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach befürwortet eine solche Regelung. Für den Fall der Realisierung forderte er kürzlich, eine Drittimpfung verpflichtend zu machen. Lauterbach glaubt, dass eine Drittimpfung auch vor kommenden Virus-Varianten schützt. Er erklärte, die Auffrischungsimpfung in Form einer dritten Dosis würde „zumindest vor schwerer Krankheit und Tod“ schützen. Das ist wichtig: Auch die neuen Ergebnisse aus Israel widerlegen keineswegs, dass eine schnelle Impfkampagne entscheidend ist für den weiteren Verlauf der Pandemie – vor allem was die Krankheitsverläufe angeht.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa
