Deutliches Ja

SPD stimmt Koalition zu: Zwei Klingbeil-Ämter fix, Rätsel um Esken – jetzt reagieren Söder und Merz

Schwarz-rot kommt zustande. Die SPD hat dem Koalitionsvertrag mit der Union zugestimmt – die News zur Mitgliederbefragung hier.

Update, 20.30 Uhr: SPD-Partei- und Fraktionschef Lars Klingbeil hat in einem Schreiben an die SPD-Bundestagsfraktion seine Entscheidung begründet, als Finanzminister ins künftige schwarz-rote Kabinett zu wechseln. „Das Bundesfinanzministerium ist der Ort, an dem wir unsere Schwerpunkte und insbesondere das große Finanzpaket mit dem Sondervermögen Infrastruktur vorantreiben und umsetzen können“, heißt es in dem Brief, über den als Erstes die Rheinische Post berichtete.

Diese Aufgabe wolle er mit großer Entschlossenheit angehen, so Klingbeil. Die SPD-Bundestagsfraktion habe einen sehr großen Anteil am Koalitionsvertrag und dem guten Ergebnis des Mitgliederentscheids darüber. „Jetzt geht es darum, der Regierung eine Richtung zu geben. Wir gehen nicht als Aufpasser oder als reines Korrektiv in diese Regierung. Wir wollen gestalten.“ Klingbeil versprach eine bestmögliche Teamaufstellung. Bei der Zusammenstellung des Regierungsteams wolle er auf Erfahrung setzen, „aber auch auf neue Gesichter und sichtbare Schritte zu einem Generationswechsel in der SPD, wie wir ihn angekündigt haben“. 

Update, 14.03 Uhr: Bayerns SPD-Chefin Ronja Endres zeigte sich erfreut über das klare Votum ihrer Parteibasis: „Mit über 80 Prozent Ja-Stimmen haben unsere Mitglieder ein klares Votum für den Eintritt in diese Koalition abgegeben. Auch ich habe mit Ja gestimmt, weil ich es für richtig halte, dass wir als SPD in diesen Zeiten Verantwortung übernehmen.“ Die ganz klare Vision für dieses Bündnis müsse sein, nicht nur das Land zu modernisieren, sondern auch das Leben der ganz normalen Menschen spürbar und nachhaltig zu verbessern.

Markus Söder betonte derweil, ab dem ersten Tag müsse es „volle Pulle“ heißen. „Das heißt: niedrigere Energiekosten, Sonderabschreibungen und Bürokratieabbau. Die illegale Migration muss gestoppt werden. Wir brauchen mehr Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen, Abschiebungen auch nach Syrien und Afghanistan und das Ende freiwilliger Aufnahmeprogramme. Das hat Priorität.“ CDU, CSU und SPD seien eine Verantwortungsgemeinschaft. „Wir wollen Deutschland gemeinsam neue Hoffnung geben.“

Die Vorsitzende des SPD-Wirtschaftsforum, Ines Zenke, zeigte sich erfreut vom Ausgang des Votums. Es sei „ein klares Signal aus der Basis und ein starker und wichtiger Vertrauensbeweis in eine Reformkoalition, die unter erschwerten Voraussetzungen auf einen gemeinsamen Nenner kommen musste und vor der nun enorm viel Arbeit in schwierigen Zeiten liegt.“ Sie mahnte, dass man der neuen Regierung erst einmal 100 Tage Zeit geben solle, bevor man erste Bewertungen abgibt.

Klingbeil, und wer noch? Diese SPD-Namen kursieren für das Merz-Kabinett

Update, 12.58 Uhr: Was nach dem SPD-Mitgliederentscheid noch fehlt, sind die Ministerinnen und Minister der SPD, die erst am Montag offiziell nominiert werden sollen. Nur Lars Klingbeil ist der Posten als Finanzminister wohl schon sicher. Ein Überblick über die möglichen Minister-Kandidaten:

  • Arbeitsministerium: Bärbel Bas, Hubertus Heil, Petra Köpping
  • Verteidigungsministerium: Boris Pistorius
  • Entwicklungsministerium: Svenja Schulze, Saskia Esken
  • Umweltministerium: Matthias Miersch, Svenja Schulze, Katja Mast, Verena Hubertz
  • Ministerium für Bauen und Wohnen: Klara Geywitz, Carsten Schneider
  • Justizministerium: Sonja Eichwede, Nancy Faeser
Die Koalition zwischen SPD und Union steht. Klingbeil und Merz werden auf jeden Fall eine Rolle spielen, Söder bleibt in Bayern. Was wird aus Esken?

Jusos akzeptieren Ja der SPD zum Koalitionsvertrag

Update, 12.38 Uhr: Die Jusos waren gegen den Koalitionsvertrag mit der Merz-Union, wollen das Ergebnis des Mitgliedervotums jetzt aber akzeptieren. Das erklärte ihr Vorsitzender Philipp Türmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ab jetzt stellte sich die Aufgabe der programmatischen Neuaufstellung der SPD. „Wir müssen wieder Partei der Arbeit werden“, sagte Türmer.

Die Führung der SPD-Jugendorganisation hatte beschlossen, dem Koalitionsvertrag von SPD und Union nicht zuzustimmen. Den Jusos gehören etwa zwölf Prozent der Parteimitglieder an.

Söder reagiert auf Ja der SPD-Mitglieder zur schwarz-roten Koalition

Update, 11.52 Uhr: Nach dem Ja der SPD-Mitglieder zum Koalitionsvertrag fordert CSU-Chef Markus Söder von der neuen Regierung einen schnellen Start. „Wir begrüßen das Votum der SPD-Mitglieder. Jetzt kann es endlich losgehen.“ Es sei „höchste Zeit“ für den Richtungswechsel. „Wir müssen eine wirtschaftliche Aufholjagd starten und uns als Land international emanzipieren“, sagte Söder der dpa.

Update, 11.48 Uhr: CDU-Chef Friedrich Merz hat auf der Plattform X auf das Ja der SPD-Basis zum Koalitionsvertrag reagiert: „Ich freue mich über das Votum der SPD-Mitglieder. Die breite Zustimmung zu unserem Koalitionsvertrag zeigt: Die politische Mitte ist handlungsfähig und übernimmt Verantwortung. Damit ist der Weg frei für eine starke Regierung, die die Probleme unseres Landes endlich wieder löst.“ Merz will sich am Dienstag zum neuen deutschen Kanzler wählen lassen.

Update, 11.35 Uhr: Eine genaue Betrachtung des SPD-Mitgliederentscheids offenbart, dass weniger als die Hälfte der insgesamt 358.322 SPD-Mitglieder dem Koalitionsvertrag mit der Union zugestimmt haben. Denn: 44 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder beteiligten sich gar nicht an der Online-Abstimmung. Von den 56 Prozent, die ihre Stimme abgaben, lehnten 15,4 Prozent die neue Merz-Regierung ab, während 84,6 Prozent zustimmten.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

SPD stimmt Koalition zu: Zwei Klingbeil-Ämter fix – großes Rätsel um Esken

Update, 10.46 Uhr: Damit ist die Pressekonferenz mit SPD-Generalsekretär Matthias Miersch beendet. Miersch bestätigte die Zahlen großer Zustimmung zum Mitgliederentscheid und zeigte sich angesichts der großen Zustimmung in der SPD-Basis zur neuen Koalition zuversichtlich. Mit Namen zu den Ministerposten wollte der Generalsekretär jedoch nicht herausrücken.

Spannend: Miersch vermeidet trotz wiederholter Fragen von Journalisten, eine Stellungnahme zur Zukunft von SPD-Co-Vorsitzender Saskia Esken abzugeben. Das Rätseln um ihre Zukunft geht also weiter. Miersch betont, dass Esken in die Entscheidungen zu den Personalfragen der SPD in der neuen Regierung eingebunden werde. Die Verteilung der Ministerposten erfolge in enger Abstimmung mit Saskia Esken sowie den SPD-Ministerpräsidenten und weiteren Präsidiumsmitgliedern, sagte der SPD-Generalsekretär.

Miersch gibt Statement zum Mitgliederentscheid ab – „SPD wird Verantwortung übernehmen“

Update, 13.41 Uhr: Miersch erklärt bestimmt: „Die SPD wird Verantwortung in der künftigen Regierung übernehmen.“ Man wolle dennoch die „Nein“-Stimmen von der Entscheidung überzeugen, die Koalition mit der Union einzugehen. Am 5. Mai wird die Regierungsmannschaft präsentiert. Miersch bestätigte noch einmal, dass Lars Klingbeil vom SPD-Präsidium beauftragt worden sei, als Vizekanzler in die Merz-Regierung einzutreten.

Update, 13.34 Uhr: Matthias Miersch erklärte, er sei „zufrieden“ mit dem SPD-Mitgliederentscheid. Er sei „mächtig stolz“ auf die Mitarbeiter des Willy-Brandt Haus. „Ich will auch sagen, dass ich stolz bin auf die Partei insgesamt.“ Die Abstimmung sei gut organisiert gewesen und eine „große insgesamt Leistung“. Miersch zählte nochmal das eindeutige Ergebnis der Partei auf. Lediglich 15,4 Prozent hatten dem Koalitionsvertrag eine Absage erteilt. 84,6 Prozent hatten dem Koalitionsvertrag zugestimmt.

Miersch live bei Pressekonferenz der SPD – SPD bedankt sich bei Mitgliedern über SPD-Votum

Update, 10.20 Uhr: Nach der Zustimmung der SPD-Mitglieder zum Koalitionsvertrag mit CDU und CSU bedankte sich der Vorstand der Sozialdemokraten bei seinen Mitgliedern. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte die Partei: „Mitbestimmung wird bei uns groß geschrieben, deswegen entscheiden bei uns die Mitglieder – offen, transparent, gemeinsam“.

Das Vertrauen der Mitglieder stärke die Partei „gerade in Zeiten großer Unsicherheit“. Nun wolle man sich für „stabile Verhältnisse und ein soziales, gerechtes Land“ engagieren. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch will das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids in wenigen Minuten um 10.30 Uhr nochmal live verkünden.

Update, 10.06 Uhr: SPD-Chef Lars Klingbeil soll in der neuen schwarz-roten Bundesregierung Vizekanzler und Finanzminister werden. Das SPD-Präsidium habe sich dafür einstimmig ausgesprochen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Parteikreisen. Die SPD-Parteimitglieder hatten zuvor den Koalitionsvertrag mit CDU und CSU mit großer Mehrheit angenommen. Die übrigen Personalien der kommenden Regierung sind noch nicht offiziell bekannt.

Update, 9.52 Uhr: Das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids liegt vor, und die Zustimmung der SPD-Mitglieder zum Koalitionsvertrag mit der Union ebnet den Weg für eine schwarz-rote Regierung. Lediglich die Wahl von Friedrich Merz zum Kanzler am Dienstag (6. Mai) steht noch aus, dann kann die neue Regierung aus CDU/CSU und SPD ihre Arbeit aufnehmen. Auch die Bekanntgabe der Ministerliste der SPD steht noch aus. Lars Klingbeil will am Montag die SPD-Minister und -Ministerinnen bekannt geben.

  • Zustimmung zum Koalitionsvertrag: 84 Prozent der SPD-Mitglieder
  • Beteiligung am SPD-Mitgliederentscheid: 56 Prozent der SPD-Mitglieder

SPD stimmt Koalitionsvertrag zu: Votum sickert vorab durch – deutliches Ergebnis

Update vom 30. April, 09.28 Uhr: Das Ergebnis der Mitgliederbefragung der SPD zum Koalitionsvertrag sickert vorab bereits durch. Wie die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media unter Berufung auf Parteikreise schreibt, sollen die Sozialdemokraten dem Vertrag zugestimmt haben. Die Zustimmung soll gar bei 84 Prozent gelegen haben, ein deutlicher Wert. 56 Prozent der Mitglieder sollen an der Abstimmung teilgenommen haben.

Erstmeldung: Berlin – Friedrich Merz steht kurz davor, Kanzler zu werden. Zwei entscheidende Schritte fehlen jedoch noch: Die SPD muss dem Koalitionsvertrag in einem Mitgliederentscheid zustimmen, und der Bundestag muss Merz mit einer Mehrheit zum Kanzler wählen.

SPD-Mitgliederentscheid heute: Klingbeil und Esken nach Ergebnis live vor der Presse

Die erste Hürde wird heute genommen: Am Mittwoch (30. April) wird das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung bekannt gegeben. Die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Saskia Esken werden voraussichtlich live vor die Presse treten, um das Resultat der Abstimmung über den Koalitionsvertrag zu verkünden. Die Nachrichtensender Phoenix und RTL/ntv planen, die Erklärung live zu übertragen.

Ergebnis des SPD-Votums entscheidend für Koalition unter CDU-Chef Merz

Sollten die SPD-Mitglieder den Koalitionsvertrag mit der Union unter Merz ablehnen, würde dies bedeuten, dass die schwarz-rote Koalition nicht zustande kommt. In diesem Fall wären die nächsten Schritte unklar: Die Union könnte eine Minderheitsregierung bilden oder es könnten Neuwahlen stattfinden. Andere Koalitionspartner als die SPD stehen Merz nicht zur Verfügung. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, die bei der Bundestagswahl die zweitmeisten Stimmen erhielt, hat der CDU-Vorsitzende ausgeschlossen.

SPD-Votum nach Koalitionsvertrag: Miersch sieht „keine Euphorie“

Da viel von der Bildung der schwarz-roten Regierung abhängt, wird ein positives Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums erwartet. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch zeigte sich optimistisch, obwohl keine „Euphorie“ über den Koalitionsvertrag unter den SPD-Mitgliedern zu spüren sei. „An der ein oder anderen Stelle“ werde jedoch „Misstrauen gegenüber dem künftigen Koalitionspartner geäußert“, erklärte Miersch. Die Mitglieder seien sich bewusst, dass der Vertrag kein SPD-Wahlprogramm sei, aber dennoch eine SPD-Handschrift trage. Daher gehe er von einer Zustimmung aus.

Mitgliederentscheid nach Koalitionsvertrag: Das plant die SPD nach dem Ergebnis

Bis Dienstag um 23.59 Uhr hatten die rund 358.000 SPD-Mitglieder die Möglichkeit, online über die Koalition mit CDU und CSU abzustimmen. Für die Annahme des 144 Seiten umfassenden Koalitionsvertrags mit dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ ist nicht nur eine Mehrheit der Stimmen erforderlich, sondern auch eine Beteiligung von mindestens 20 Prozent der SPD-Mitglieder. Diese Schwelle sei bereits am Montag, dem 28. April, erreicht worden.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses plant die SPD, ihre Ministerinnen und Minister der neuen Bundesregierung vorzustellen. Dies soll am Montag, dem 5. Mai, geschehen, einen Tag vor der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler.

Merz‘ Minister in neuer Koalition: Klingbeil (SPD) als Finanzminister gehandelt

Miersch betonte, dass Entscheidungen über die SPD-Minister erst getroffen werden, wenn die Mitglieder dem Koalitionsvertrag zugestimmt haben. Wichtige Kriterien seien die Geschlechterparität, der regionale Proporz und die fachliche Qualifikation.

Seit Wochen wird spekuliert, wer die Ministerien der SPD übernehmen könnte. SPD-Chef Lars Klingbeil wird als möglicher Finanzminister gehandelt. Wer sonst noch als Favorit für die Ministerämter gilt, zeigt eine nachfolgende Tabelle.

Am Montag könnte Klingbeil jedoch auch einige Überraschungen präsentieren, ähnlich wie Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder bei der Vorstellung ihrer Minister. CDU und CSU haben ihre Minister der neuen Koalition bereits benannt, und die Reaktionen darauf sind gemischt. (smu mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © dpa | Matthias Bein + IMAGO / dts Nachrichtenagentur

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