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Fregatte „Hessen“: Pistorius rechnet mit Angriff der Huthi-Miliz auf Bundeswehr-Marine
Die Bundeswehr bereitet die EU-Marine-Mission im Roten Meer vor. Pistorius besucht das Schiff. Nicht nur ihm ist das Ausmaß des Huthi-Konflikts bewusst.
Souda – Am Freitag stimmt der Bundestag über den Einsatz der Bundeswehr-Fregatte „Hessen“ im Roten Meer ab, eine Zustimmung zum Mandat gilt als wahrscheinlich. Unmittelbar nach der Entscheidung würde die momentan im Souda Bay auf Kreta stationierte Fregatte vom ägyptischen Suezkanal aus ins Rote Meer einfahren. „Man kann ohne Übertreibung sagen, es ist der ernsthafteste, der gefährlichste Einsatz der Marine seit Jahrzehnten“, erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei seinem Besuch in Kreta.
Der deutsche Verteidigungsminister ist nicht der einzige, der von neuen Dimensionen in dem Konflikt mit der Huthi-Miliz ausgeht. „Ich denke, man müsste in den Zweiten Weltkrieg zurückkehren, wo es Schiffe gibt, die in den Kampf verwickelt sind“, erklärte der US-Vizeadmiral Brad Cooper in einem Interview des Fernsehformats „60 Minutes“ auf der Suche nach einem vergleichbaren Kampf. Cooper berichtete von 7000 stationierten Matrosen im Roten Meer und bereits 100 abgefeuerten Standard-Boden-zu-Luft-Raketen gegen die Raketen und Drohnen der Huthi.
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USA will Konflikt offensiv an der Wurzel packen – Attacken seien nur durch Iran möglich
Die militant-islamistische Huthi-Miliz aus dem Jemen will mit dem Beschuss von Schiffen im Roten Meer seit Mitte November ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. Für den Vizeadmiral Cooper ist laut Business Insider klar, dass die Attacken nur durch die iranische Unterstützung möglich seien.
„Sie versorgen sie mit Nachschub, während wir gerade hier auf See sitzen“, argumentierte Cooper in dem Fernseh-Interview. Die USA formten zuletzt eine internationale Marinekoalition zum Schutz passierender Schiffe und griff auch bei Schmuggelversuchen von Waffen an die Huthi-Miliz ein, die den Aussagen der USA nach aus dem Iran kommen würden.
EU-Mission Aspides defensiv – Pistorius schließt direkten Angriff nicht aus
Auch einen direkten Angriff der Huthi auf die deutsche Fregatte „Hessen“ schloss Pistorius nicht aus: „Das gehört zur operativen Vorbereitung dazu, sich auch darauf einzustellen.“ Der Bundesverteidigungsminister betonte jedoch, dass es sich um einen defensiven Einsatz handele. „Wir sind mit der Fregatte nur unterwegs, um Angriffe mit Drohnen, mit Raketen, mit was auch immer auf die Schiffe, die hier durchfahren, abzuwehren.“ Man wolle nicht, wie die Amerikaner oder Briten, Huthi-Stellungen auf dem Festland schlagen, so der SPDler.
„Wir dürfen das, was uns dort bevorsteht, nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber wir sind bestens vorbereitet. Seit zwei Jahren üben, üben, üben wir für den Ernstfall“, argumentierte Kommandant Volker Kübsch laut Tagesschau. Die Fregatte „Hessen“ gilt als eines der stärksten deutschen Kriegsschiffe. Die deutsche Marine sei jedoch auch nie zuvor Kamikaze-Drohnen, Flugkörpern und ballistische Anti-Schiffsraketen ausgesetzt gewesen.
Ein 18-jähriger Obergefreiter sprach laut Tagesschau von einer gewissen Grundanspannung: „Die löst halt auch Wachsamkeit aus“ und sei daher für einen Einsatz förderlich. Die Fregatte „Hessen“ stellt, bei einer Zustimmung im Bundestag, den deutschen Teil einer EU-Mission dar. Der sogenannte „Marineeinsatz Aspides“ (nach dem griechischen Wort für Schutzschild) soll abschrecken und ermöglichen, die Handelsroute wieder betreiben zu können, nachdem Reedereien diese vermehrt gemieden hatten. (dpa/lismah)