Sommer-Pressekonferenz

Kanzler-Kreuzverhör: Merz-Klartext zu Trumps Zöllen – Ansage zu Bürgergeld und Krankenkassen folgt

Bundeskanzler Friedrich Merz stellt sich vor der Sommerpause den Hauptstadtjournalisten. Es geht um das Ansehen der Koalition. Der Live-Ticker zur Sommer-Pressekonferenz.

Update, 12.16 Uhr: Friedrich Merz will keine Debatte über die Abschaffung von Feiertagen zur Steigerung der Arbeitsleistung in Deutschland führen. Ohnehin könne der Bund nur über sehr wenige Feiertage verfügen. Die Debatte tauche „wie das Monster von Loch Ness“ immer wieder auf. „Ich führe sie nicht“, so Merz.

Update, 11.59 Uhr: Der Bundeskanzler sprach sich gegen eine grundlegende Wende in der Krankenversicherung aus. Es sei nicht sinnvoll, wenn alle Bürger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen würden. „Wenn man den Mercedes verbietet, wird der Golf teurer“, so Merz. Eine reine Erhöhung der Beitragszahler oder der Bemessungsgrenzen sei nicht der richtige Weg.

Sommer-Pressekonferenz: Merz will Kosten für Bürgergeld „signifikant“ kürzen

Update, 11.49 Uhr: Friedrich Merz will die Kosten für das Bürgergeld um einen „signifikanten Teil“ senken. Auf eine genaue Zahl wollte er sich nicht festlegen. Die Regierung sei gewillt, mit Kürzungen gegen „Fehlanreize“ vorzugehen.

Update, 11.37 Uhr: Den drohenden Rechtsruck bei den anstehenden Wahlen in Frankreich und Polen bezeichnete Merz als eine der größten Herausforderungen für die EU. Es drohten EU-kritische Regierungen. Dennoch müsse man anerkennen, dass es berechtigte Kritik an der Europäischen Union gebe - vor allem bezüglich Bürokratie und einer gemeinsamen Migrationspolitik. Die EU müsse Handlungsfähigkeit beweisen, um Angriffe von Rechts abwehren zu können.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Update, 11.30 Uhr: Zu den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump stehe der Kanzler im Gespräch mit der US-Regierung. Die angedrohten Strafzölle aus Washington würden allen schaden, so Merz. „Je niedriger die Zölle ausfallen, desto besser ist es für alle Seiten“, sagte er bei der Sommer-Pressekonferenz. Die Verhandlungen mit Trump müssten bis „Mitte nächste Woche“ abgeschlossen werden. Es sei jedoch „unrealistisch“ zu glauben, dass eine vollständige Aussetzung der US- und EU-Zölle erreicht werden kann.

Update, 11.17 Uhr: Ein Vergleich zwischen dem Nahost-Krieg Israels gegen die Hamas und dem Ukraine-Krieg verbiete sich, so Merz. Israel verteidige sich als demokratischer Staat gegen Angriffe. Bei Russland sei dies nicht der Fall. Russland führe einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ein Land, „von dem keine Bedrohung ausging“.

Update, 11.10 Uhr: Friedrich Merz hält an seiner Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen fest. Er und seine Regierung drängen weiter auf eine Feuerpause und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung. Dazu stehe man mit Frankreich und Großbritannien in engem Austausch. Trotzdem stehe Deutschland weiter an der Seite Israels. Diese Unterstützung sei aber nicht „bedingungslos“ und werde mit Forderungen verbunden, beispielsweise bezüglich der israelischen Siedlungspolitik.

Verpatzte Verfassungsrichter-Wahl – Merz will es „beim nächsten Mal besser machen“

Update, 11.03 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz will bei der Verfassungsrichter-Wahl früher über Konfliktpunkte in der Koalition sprechen. „Das war beim letzten Mal nicht gut genug. Das werden wir beim nächsten Mal besser machen.“ Die Kampagne und Kritik an Frauke Brosius-Gersdorf kritisierte er scharf. Dies sei „polemisch“ und „zum Teil beleidigend“ gewesen.

Update, 10.52 Uhr: Zur verpatzten Richter-Wahl für das Bundesverfassungsgericht hielt sich Merz zunächst zurück. Bei einer Wiederholung der Wahl gehe er davon aus, mit der SPD zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Er betonte, dass man Abgeordneten in dieser „Gewissensfrage“ keine Vorschriften oder Vorwürfe machen könne.

Eine Kandidatin müsse „fachliche Kompetenz und alle Eigenschaften haben, die wir seit über 70 Jahren von den Richtern am Bundesverfassungsgericht erwarten“, so Merz. Zu den Kompetenzen von Frauke Brosius-Gersdorf wollte er sich nicht äußern.

Update, 10.45 Uhr: Bundeskanzler Merz will Deutschland zur Führungsmacht in Europa entwickeln - sowohl wirtschaftlich als auch verteidigungspolitisch. Mit der vergangenen Woche zeigte er sich zufrieden. Nach der Sommerpause wolle er weiter dafür sorgen, dass man in Deutschland „in Freiheit, Frieden und Wohlstand“ leben kann.

Update, 10.42 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz befürwortete die Förderung der Fachkräfteeinwanderung bei gleichzeitiger Begrenzung der „irregulären Migration“. Erste Regierungsmaßnahmen zeigten bereits Wirkung. Eine endgültige Zuwanderungsregelung müsse jedoch gemeinsam mit europäischen Partnern erfolgen.

Den prekären Wohnungsmarkt bezeichnete Merz als eines der größten Probleme des Landes. Durch Investitionen seien bereits Maßnahmen getroffen worden.

Bundeskanzler Friedrich Merz steht bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort.

Zentral seien auch Verteidigungsinvestitionen. „Denn ohne Frieden und ohne Freiheit nutzt uns das schönste Wirtschaftswachstum nichts.“ Merz bekräftigte sein Ziel, die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee Europas“ umzubauen.

Update, 10.37 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Sommer-Pressekonferenz begonnen. Der CDU-Politiker verwies auf große innen- und außenpolitische Herausforderungen, für die Deutschland aber gut vorbereitet sei. „Der Anfang ist gemacht“, erklärte Merz. Die Union-SPD-Regierung habe alle Vorhaben in den ersten beiden Monaten umgesetzt. „Wir haben eine ganze Reihe von Entscheidungen vor uns“, sagte der Kanzler.

Merz will die Wirtschaft aus der Rezession führen und sieht erste Weichen gestellt. Dazu gehöre das beschlossene Sondervermögen, das ihm nicht leicht gefallen sei. Entlastungen für Unternehmen und Haushalte sowie Bürokratieabbau sollen zusätzlich unterstützen.

Merz hält Sommer-Pressekonferenz – Regierung geht mit vielen Aufgaben in die Sommerpause

Update, 9.38 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hält heute um 10.30 Uhr seine Sommer-Pressekonferenz im Bundeskanzleramt ab. Der CDU-Chef leitet damit die parlamentarische Sommerpause ein. Die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD zieht nach zwei Monaten Regierungszeit Bilanz über mehrere offene Baustellen. Nach der Sommerpause warten umfangreiche Aufgaben auf die Regierung.

Erstmeldung: Berlin – Die schwarz-rote Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist auf den letzten Metern vor der Sommerpause noch einmal ordentlich ins Schlingern geraten. So musste Merz sich im Rahme des Stromsteuer-Streits Wortbruch-Vorwürfe gefallen lassen und wurde von der AfD als Lügenkanzler proklamiert. Die verpatzte Richterwahl in der letzten Sitzung des Bundestags vor der Sommerpause setzte dem ganzen noch die Krone auf. Bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitag dürfte Bundeskanzler Merz also vor allem darauf bedacht sein, das Bild einer intakten Koalition zu wahren.

Am Freitagvormittag wird Merz mit der Sommer-Pressekonferenz die Sommerpause für die Bundesregierung einläuten. Dafür steht der Regierungschef den Hauptstadtjournalisten ab 9.45 Uhr noch einmal Rede und Antwort. Dort wird sich Merz zu „aktuellen Themen der Innen- und Außenpolitik“ äußern, wie die Bundespressekonferenz auf ihrer Website mitteilt. Dabei könnte der Bundeskanzler zwischen Richterstreit, Stromsteuer und Koalitions-Knatscht um das Ansehen seiner Regierung bemüht sein.

Termin:Sommer-Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Datum:Freitag, 18. Juli
Zeit:ab 9.45 Uhr
Ort:Haus der Bundespressekonferenz, Berlin
Voraussichtliche ThemenVerfassungsrichterwahl, Stromsteuer, Ukraine-Krieg, Außenpolitik

Koalitionsstreit vor Sommer-Pressekonferenz: Richterstreit macht Merz zu Schaffen

Die verpatzte Richterwahl konterkariert den Anspruch des Kanzlers, durch ruhiges und effizientes Regieren einen Kontrapunkt zum ständigen Streit der vorangegangenen Ampel-Regierung zu setzen. In der Sommerpause muss sich die Koalition nun auf Personalvorschläge fürs Bundesverfassungsgericht verständigen. Es war nicht der erste Misston in der neuen Koalition: Dem koalitionsinternen Streit um die Stromsteuer und der verpatzten Richterwahl war bereits Merz‘ überraschendes Durchfallen in der ersten Runde der Kanzlerwahl im Bundestag vorausgegangen.

Der Eindruck bleibt: Die Koalition hat noch nicht zu einem vertrauensvollen und reibungslosen Miteinander gefunden. Und es bleiben klare interne Zielkonflikte, die sich nicht einfach auflösen lassen: Viele Unionsabgeordnete drängen nun auf einen Spar- und Reformkurs, nachdem sie der hohen Neuverschuldung des Bunds teils nur widerwillig zugestimmt haben. Und die in Umfragen angeschlagene SPD will das soziale Profil schärfen. Auch dieser Diskrepanz dürfte für Merz bei der Sommer-Pressekonferenz zum Thema werden.

Ein Blick in die aktuellen Zustimmungswerte der Regierung zeigt, dass vor Merz in der zweiten Jahreshälfte noch einiges an Arbeit liegt. Nicht einmal jeder fünfte spürt eine Verbesserung im Land, seit die schwarz-rote Koalition das Steuer übernommen hat. Sogar 32 Prozent der Wahlberechtigten sind der Meinung, Deutschland habe sich seit seinem Amtsantritt eher zum Schlechteren verändert.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht den Hauptstadtjournalisten bei der Sommer-Pressekonferenz am Freitag Rede und Antwort.

„Wie lange dauert es noch bis der Erste die Regierung zur schlechtesten aller Zeiten erklärt?“, scherzte der ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marcus Faber (FDP), erst vor wenigen Tagen in einem Beitrag auf X. Bei der Sommer-Pressekonferenz in Berlin geht es deswegen auch um das Ansehen des Kanzlers. Für Merz könnte dieses Image zum Problem werden, war der CDU-Chef doch angetreten, um Deutschland nach den aus seiner Sicht gebeutelten Jahren der Ampel-Koalition wieder zurück zur wirtschaftlichen Stärke zu führen.

Sommer-Pressekonferenz heute: Auf Merz warten noch einige Aufgaben

Der Umstand ist auch mit Blick auf die größte Oppositionspartei im Bundestag heikel. Merz selbst hatte seine Regierung nach den Koalitionsverhandlungen als „letzte Chance“ bezeichnet, um den unaufhaltsam wirkenden Aufstieg der AfD noch einzudämmen. Auch hier sorgt die Zwischenbilanz eher für Ernüchterung. Im RTL/ntv-Trendbarometer sieht das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Union bei 26 Prozent und gerade einmal zwei Prozent vor der AfD.

Auf den Bundeskanzler wartet trotz Sommerpause also einiges an Arbeit. Den Startschuss dafür könnte die Sommer-Pressekonferenz am Freitag liefern. (fdu mit Material von AFP)

Rubriklistenbild: © Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt zu seiner Sommer-Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz.

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