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Meteorologen schlagen Alarm: Klima-Kipppunkte könnten früher erreicht werden als bisher gedacht

Die Weltorganisation für Meteorologie schlägt Alarm: Das 1,5-Grad-Ziel wird voraussichtlich schneller überschritten als zuvor angenommen.

Genf – Vor sieben Jahren sagte das UN-Klimagremium voraus, dass sich die Welt erst 2040 um 1,5 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau erwärmen würde. Vor zwei Jahren prognostizierte die Gruppe, dass die Welt diese Schwelle zwischen 2030 und 2035 überschreiten würde. Neue Daten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die in Genf ansässig ist, zeigen nun, dass die Erde diesen Punkt schon in zwei Jahren erreichen wird.

Klima-Kipppunkte könnten früher erreicht werden als gedacht 

Der beschleunigte Zeitplan ist auf höhere Temperaturen als erwartet in den letzten Jahren, abnehmende Luftverschmutzung, die die Erde kühlte, und weltweit steigende Treibhausgasemissionen trotz des Wachstums erneuerbarer Energien zurückzuführen.

Das bedeutet, dass unumkehrbare Kipppunkte im Klimasystem – wie das Schmelzen arktischer Eisschilde oder der großflächige Zusammenbruch von Korallenriffen – näher sind als Wissenschaftler bisher annahmen.

Der WMO-Bericht sagt fünf weitere Jahre mit sehr hohen Temperaturen voraus. Zusammen mit wärmeren Bedingungen durch das El-Nino-Wettermuster bedeutet das, dass sich der Planet bis 2027 offiziell über einen längeren Zeitraum um 1,5 Grad Celsius erwärmen wird.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Klimawandel: Geo-Engineering als Lösung?

„Es gibt keinen Weg, außer Geo-Engineering, um zu verhindern, dass die globalen Temperaturen 1,5 Grad übersteigen“, sagt Zeke Hausfather, Klimaforscher und Leiter der Klimaforschung beim Zahlungsunternehmen Stripe. Geo-Engineering bezieht sich auf die absichtliche Kühlung des Planeten, zum Beispiel durch Einbringen von Aerosolen in die Atmosphäre – eine heiß diskutierte Praxis.

Vor fast einem Jahrzehnt einigten sich Delegierte aus über 190 Nationen in Paris darauf, „Anstrengungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs“ auf 1,5 Grad Celsius zu unternehmen, nachdem kleine Inselstaaten protestiert hatten, dass höhere Temperaturen ihr Land unter steigenden Wellen versinken lassen würden.

Trockene Erde am Ward Creek Reservoir in Grand Mesa, Colorado.

Neue WMO-Vorhersage dämpft Hoffnungen von Klimaschützern

Obwohl es keine offizielle Definition gibt, verstehen die meisten Wissenschaftler und das UN-Klimagremium das Ziel als langfristige Durchschnittstemperatur über 20 oder 30 Jahre. Deshalb warnten Wissenschaftler, als die Welt im Februar 2024 den ersten 12-Monats-Zeitraum mit Temperaturen über 1,5 Grad Celsius überschritt, dass dies nicht das Ende des Ziels bedeute.

Doch mit den neuen Vorhersagen der WMO ist selbst diese kleine Hoffnung geschwunden. Laut der neuen Analyse werden die nächsten fünf Jahre im Durchschnitt wahrscheinlich über 1,5 Grad Celsius liegen. Zusammen mit den letzten heißen Jahren und den erwarteten steigenden Temperaturen nach 2030 bedeutet das, dass 2027 wahrscheinlich das erste Jahr sein wird, in dem die langfristige Durchschnittstemperatur über dem Limit liegt, sagt Hausfather.

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Pariser Abkommen: Ziel von 1,5 Grad Celsius wankt

Seit dem Pariser Abkommen 2015 war 1,5 Grad Celsius eine Art Leitstern für die Klimabewegung. Demonstranten skandierten „Keep 1.5 alive“ vor globalen Klimatreffen. Wissenschaftler beschrieben, wie diese Erwärmung Infektionskrankheiten antreibt, Ernten zerstört und Wetterkatastrophen befeuert.

Dennoch war das Ziel immer ehrgeizig. Im Abkommen einigten sich die Nationen darauf, die Temperaturen „deutlich unter“ zwei Grad Celsius zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Doch schon damals befürchteten einige Wissenschaftler und Experten privat, dass – angesichts der Schwierigkeit, das Energiesystem zu transformieren – das ehrgeizigere Ziel unmöglich sein würde.

Klima-Kipppunkte: Erneuerbare Energien vs. träges Industriesystem

„Es gibt eine enorme Trägheit im Industriesystem“, sagte David Victor, Professor für öffentliche Politik an der University of California in San Diego, der die Machbarkeit des Ziels schon vor dem Pariser Abkommen in Frage stellte. „Es ändert sich nicht schnell.“

Obwohl erneuerbare Energien im letzten Jahrzehnt dramatisch gewachsen sind, machen sie immer noch nur etwa ein Drittel des globalen Energiemix aus. Selbst wenn Wind, Solar und Batterien im Stromnetz wachsen, verbraucht die Welt mehr Strom als je zuvor.

Verfehltes Klimaziel: Was wird aus dem globalen Kampf gegen den Klimawandel?

Das Verfehlen des Ziels wird das Ende einer hoffnungsvollen Phase im Kampf der Welt gegen den Klimawandel markieren - und den Beginn einer Zeit der Ungewissheit über das, was kommt. Gleichzeitig wird die Menschheit mit zunehmenden Wetterextremen konfrontiert sein, einschließlich tödlicher Hitzewellen, die sich mit jedem Zehntelgrad Erwärmung verstärken.

Es bringt auch Politiker und Verhandlungsführer, die versucht haben, Unterstützung für die Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen zu gewinnen, in eine unbequeme Lage. UN-Generalsekretär Antonio Guterres behauptet zum Beispiel, dass das 1,5-Grad-Ziel „an der künstlichen Beatmung“ hänge und „bald tot sein wird“. Irgendwann werden die Nationen dieses Scheitern anerkennen und ein neues Ziel entwickeln müssen.

„Man könnte sich vorstellen, dass Regierungen sagen: ‚Hey, 1,5 wird nicht machbar sein, aber hier ist, was wir tun werden, und hier werden wir die Anstrengungen verstärken‘“, sagt Victor. „Das ist ein Ansatz. Ein anderer Ansatz wäre einfach aufzugeben.“

Kritisch beäugte Klimaschutz-Alternative „Overshoot“

Einige Länder und Wissenschaftler setzen auch auf ein Konzept namens „Overshoot“, bei dem die Welt 1,5 Grad Celsius überschreiten und später Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen könnte, um die Temperaturen wieder zu senken. Viele Forscher warnen jedoch, dass wenn Länder nicht einmal das Geld für den Ausbau erneuerbarer Energien und Batterien ausgeben können, die Entfernung von CO2 aus der Luft ein Wunschtraum bleiben könnte.

„Ich bin persönlich sehr skeptisch, was unsere Bereitschaft angeht, Billionen von Dollar für den Umgang mit Overshoot auszugeben“, sagte Hausfather.

Nach einem weiteren Jahrzehnt des Nichtstuns werden wir über das 2-Grad-Ziel so reden, wie wir jetzt über das 1,5-Grad-Ziel reden.

Zeke Hausfather, Klimaforscher und Leiter der Klimaforschung beim Zahlungsunternehmen Stripe

Die Erde und der Klimawandel: Warten birgt große Gefahren

Die Nationen könnten ihre Aufmerksamkeit auf das weniger ehrgeizige Ziel des Pariser Abkommens richten, die Temperaturen unter zwei Grad Celsius Erwärmung zu halten. Dieses Ziel ist machbarer, aber derzeit immer noch unwahrscheinlich. Der Planet ist momentan auf dem Weg zu etwa 2,5 Grad Celsius.

„Je länger wir warten, desto schwieriger wird es“, betont Hausfather. „Nach einem weiteren Jahrzehnt des Nichtstuns werden wir über das 2-Grad-Ziel so reden, wie wir jetzt über das 1,5-Grad-Ziel reden.“

Zur Autorin

Shannon Osaka ist Klimareporterin und berichtet für die Washington Post über Politik, Kultur und Wissenschaft. Bevor sie zur Post kam, war sie Klimareporterin bei der gemeinnützigen Umweltorganisation Grist.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 29. Mai 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Carolyn Van Houten/The Washington Post

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