Nach der Bundestagswahl
Laschet-Nachfolge: Verkehrsminister Wüst soll NRW-Ministerpräsident werden
Wer übernimmt in Nordrhein-Westfalen das Ministerpräsidenten-Amt von Armin Laschet? Heiß gehandelt wird der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst.
Düsseldorf – In Berlin dreht sich alles um die neue Koalition. Namen werden gehandelt für verschiedene Posten, verschiedenste Koalitionen werden befeuert. Doch auch in der Landeshauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik, Düsseldorf, dreht sich das Personalkarussell. Denn: Mit seiner Kanzlerkandidatur hat Noch-NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auch bekannt gegeben, den Job in der Düsseldorfer Staatskanzlei an den Nagel zu hängen. Er gehe ohne Rückfahrkarte nach Berlin. In der vergangenen Woche war die Personalie Wüst noch durch den NRW-Generalsekretär der CDU, Josef Hovenjürgen, gegenüber kreiszeitung.de dementiert worden. Doch die Gerüchteküche kocht in NRW schon fast über.
| Politiker: | Hendrik Wüst |
| Geburtsdatum und -ort: | 19. Juli 1975 (Alter 46 Jahre), Rhede |
| Partei: | Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) |
| Amt: | Mitglied des Landtags in NRW und NRW-Verkehrsminister |
Spätestens seit der Bundestagswahl 2021 am 26. September 2021 werden immer wieder neue Namen gehandelt am Rhein. Ein Name fiel dabei schon öfters und es wird wohl auch so kommen, dass er das Amt übernehmen wird: Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU).
Verkehrsminister Wüst soll NRW-Ministerpräsident werden: Laschet will Wüst Dienstagabend vorschlagen
Das jedenfalls geht aus verschiedenen Medienberichten hervor. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wird Parteichef Armin Laschet Hendrik Wüst am Dienstagabend, 5. Oktober 2021, in einer Sondersitzung des NRW-Landesvorstands vorschlagen. Demnach soll Wüst Landeschef und Ministerpräsident werden. Bestätigt wird dies aus Kreisen der CDU in Nordrhein-Westfalen.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich mehrere namhafte CDU-Landespolitiker dafür ausgesprochen, Regierungsamt und CDU-Landesvorsitz in einer Hand zu belassen. Vor allen Dingen auch deshalb, weil im Mai 2022 eine neue Landesregierung in NRW gewählt wird. Schließlich hat die Union bei der Bundestagswahl 2021 in NRW erhebliche Stimmverluste hinnehmen müssen. Man will so also Schadensbegrenzung betreiben.
NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hatte sich am Wochenende öffentlich hinter seinen Kabinettskollegen gestellt. Wüst solle „der zukünftige Mann der CDU in Nordrhein-Westfalen“ werden, erklärte Laumann in einem Video-Grußwort bei der Landesdelegiertenkonferenz der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Rheine. Die Posten des CDU-Landesvorsitzenden, des Ministerpräsidenten und des Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl gehörten in eine Hand.
Wüst rief die CDU bei dem Treffen in Rheine am Wochenende auf, mehr eigenes Profil zu entwickeln. „Wir müssen uns wieder zutrauen, dem Zeitgeist nicht nur hinterherzulaufen, sondern ihn auch zu prägen.“ Die Wähler wollten bei der CDU Richtung und Haltung erkennen. Die gesellschaftliche Mitte müsse ihre Werte verteidigen, „gegen die Hetze von rechts genauso wie gegen die Verbote von links“. Er rief die CDU außerdem zu Geschlossenheit auf. „Nur wenn wir einig sind, können wir gemeinsam durchstarten“, sagte er.
Verkehrsminister Wüst soll NRW-Ministerpräsident werden: Unterstützung durch Peter Liese aus Brüssel
Unterstützung gibt es für Wüst auch aus Brüssel durch den CDU-Europaabgeordneten Peter Liese. Wüst sei als Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung „mit einem super Ergebnis“ wiedergewählt worden, und gleichzeitig habe sich mit der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der Sozialflügel der CDU für Wüst ausgesprochen.
Das sei ein „klares Zeichen“, erklärte Liese, der auch Mitglied im Landesvorstand der NRW-CDU ist, am Dienstag. Wüst vereine die Flügel der Partei und sei aufgrund seiner Ministererfahrung „bestens geeignet“ für das Amt des Regierungschefs. „Er ist im besten Sinne ein moderner Konservativer und steht für eine neue Generation in der CDU.“
Wer wird in NRW Nachfolger von Armin Laschet: Bauministerin Ina Scharrenbach gilt ebenfalls Kandidatin
Der 46 Jahre alte Wüst ist Landtagsabgeordneter. Ein Landtagsmandat ist Voraussetzung für die Wahl zum Ministerpräsidenten. Die ebenfalls als Anwärterin für die Laschet-Nachfolge geltende Bauministerin Ina Scharrenbach hat dagegen kein Landtagsmandat.
Laschet hatte bei der Bundestagswahl als Nummer 1 der CDU-Landesliste ein Bundestagsmandat errungen. Laut der Landesverfassung von NRW kann ein Mitglied der Landesregierung nicht gleichzeitig Mitglied des Bundestags oder der Bundesregierung sein. Die Mitgliedschaft eines neu gewählten Abgeordneten im Bundestag beginnt mit der konstituierenden Sitzung, die für den 26. Oktober geplant ist. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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