Pläne der Politik

„Ein guter Arzt probiert alles“: Lauterbach nun doch für Cannabis-Legalisierung

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) grinst in die Kamera. Im Hintergrund sind Cannabis-Blättchen zu sehen.
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Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland bleibt ein brisantes Thema. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht sich hierfür aus.

Bundesweit wird über die Legalisierung von Cannabis diskutiert. Selbst Heroin und Koks sind im Gespräch. Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit klarer Meinung.

Berlin – Für manch einen ist es wahrscheinlich der Ersatz fürs Feierabendbier: ein Joint nach der Arbeit. Möglicherweise setzt sich das im großen Stil durch. Denn es tobt eine bundesweite Debatte über die Legalisierung von Cannabis. Da muss sich natürlich auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einschalten, der sich von seiner humorvollen Seite zeigt.

Legalisierung von Cannabis in Deutschland: Karl Lauterbach spricht sich hierfür aus

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ist nicht nur ein brisantes Politikum, sondern auch ein Thema in der ZDF-„heute-show“. Hier taucht Karl Lauterbach immer mal wieder auf. Als der Sozialdemokrat darauf angesprochen wird, ob er denn schon mal geraucht habe und was eigentlich FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki rauchen würde, antwortet der Gesundheitsminister wie folgt:

„Was Wolfgang Kubicki raucht, das weiß ich nicht. Es muss auf jeden Fall sehr stark sein. Ein guter Arzt probiert alles aus, um auch seine Patienten beraten zu können. Von daher habe ich auch schon konsumiert“. Den Konsum hätte Karl Lauterbach dabei als sehr angenehm empfunden. Zum Hintergrund: Lange Zeit war Lauterbach gegen die Legalisierung von Cannabis. Doch hat er seinen Dampf im wahrsten Sinne des Wortes abgelassen und ist nunmehr dafür, verriet er in der „heute-show“.

Legalisierung von Cannabis in Deutschland mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr

Was aber spricht für die Legalisierung von Cannabis, wie sie Karl Lauterbach befürwortet, und was dagegen? Vor allem die Folgen und Gefahren für den Straßenverkehr werden von Experten immer wieder als Gegenargument aufgeführt. Ein Vorschlag war bereits, den Grenzwert für das Cannabinoid THC im Blut zu erhöhen. Denn: „Der bisherige Grenzwert bei der THC-Konzentration taugt nicht, da er keine Aussage über Fahruntüchtigkeit trifft“, heißt es von Andreas Krämer vom Deutschen Anwaltverein (DAV).

Vielmehr müsse der Wert wie beim Alkohol so festgelegt werden, dass nur berauschte Fahrer sanktioniert würden. Aktuell wird jedoch ab einem Wert von einem Nanogramm, der kleinstmöglichen sicher nachweisbaren Konzentration, eine Drogenfahrt vermutet. Doch ein Schritt nach dem anderen. Schließlich geht es erstmal einmal darum, dass die Legalisierung von Cannabis in Deutschland überhaupt erfolgt.

Grüne wollen Legalisierung von Cannabis in Deutschland – aber auch von Heroin und Koks

Für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland stellen die Grünen bereits eine klare Forderung. Sie wollen nämlich, dass der Besitz von bis zu 15 Gramm grundsätzlich straffrei bleibt. Zudem soll Hasch weder beschlagnahmt noch vernichtet werden. Darüber hinaus solle es eine Amnestie für alle geben, die wegen Anbau, Handel oder Besitz von Cannabis verurteilt werden. Und: Wer deswegen bereits eine Haftstrafe im Gefängnis absitzen musste, soll sogar finanziell entschädigt werden.

Die Politik in Form der Grünen beschäftigt sich aber nicht nur mit der Legalisierung von Cannabis. „Das Recht auf Rausch sollte in einer Stadt der Freiheit wie Berlin selbstverständlich sein“, werden Fraktions-Chef Werner Graf und der Abgeordnete Vasili Franco von der Berliner Zeitung zitiert. Beim Besitz von kleineren Mengen an harten Drogen sollen nach Ansicht der Grünen Strafverfahren eingestellt werden. Die Devise: „Wir wollen helfen, nicht kriminalisieren“, so Franco.

Karl Lauterbach und die Legalisierung von Cannabis: „Stufenweise einführen“, auch „mit härteren Drogen“

Pikant: Erst im September 2020 hatte Karl Lauterbach sich ebenfalls hierfür stark gemacht. Er plädierte für die Legalisierung bestimmter Drogen und wusste auch ein Vorgehen zu skizzieren. „Das sollte man stufenweise einführen, erst mit leichten und dann mit härteren Drogen. Zunächst für Cannabis und Marihuana, später vielleicht auch für Kokain. Damit sollte man testen, wie das funktioniert“, hieß es von Lauterbach gegenüber der Welt am Sonntag.

Dabei schlug Lauterbach in dieselbe Kerbe wie die Grünen jetzt. Der Grundsatz, der stets gelten müsse: Konsumenten entkriminalisieren, aber Drogenhändler konsequent und rigoros als Straftäter verfolgen. Denn nur auf diesem Wege sei das Drogenproblem in der Gesellschaft auch zu lösen. Und: „Die Entkriminalisierung führt dazu, dass man Abhängige besser erreicht. So können auch Sozialprogramme funktionieren“.

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