Scheidende Bundeskanzlerin
Merkel fleht in Greifswald: „Opposition bitte gut behandeln“
Bald könnte ihre Partei in der Opposition sitzen: Angela Merkel (CDU) hat in Greifswald deutlich gemacht, dass Parteien gut miteinander auskommen sollten.
Greifswald – 16 Jahre der Ära Merkel neigen sich dem Ende entgegen: Die scheidende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland besuchte zum Ende ihrer Amtszeit eine Veranstaltung in ihrem alten Heimatwahlkreis in Greifswald – und hat sich für einen guten Umgang auch mit nicht regierenden Parteien ausgesprochen. Es wird wohl einer ihrer letzten offiziellen Auftritte als Bundeskanzlerin gewesen sein. „Selbst die Opposition sollte gut behandelt werden, weil sie immer mal die Regierung von morgen sein kann“, sagte sie. Die Stadt Greifswald hatte am Dienstag im Beisein von Angela Merkel die Johanna-Odebrecht-Stiftung sowie die Sportlerin Lindy Ave geehrt.
| Bundeskanzlerin: | Angela Merkel |
| Geboren: | 17. Juli 1954 (Alter 67 Jahre), Hamburg |
| Partei: | Christlich Demokratische Union Deutschlands |
| Größe: | 1,65 m |
Merkel in Greifswald: CDU und CSU könnten in der Opposition landen
Dass das Verhältnis zwischen Parteien nicht immer rosig sei, erlebe man an einigen Stellen derzeit, erläuterte Merkel. Es würde aber auch wieder anders kommen, ergänzte sie und erntete Gelächter aus dem Publikum. „Man kann gar nicht genug zusammenarbeiten in der Politik“, sagte Merkel auch mit Blick auf die Kooperation zwischen Kommunen, Ländern und dem Bund. In Berlin wollen währenddessen SPD, Grüne und FDP am Donnerstagnachmittag die Koalitionsverhandlungen zur Bildung eines Ampel-Bündnisses aufnehmen. Sollte dieses zustande kommen, würde die Union aus CDU und CSU nach langer Zeit wieder in die Opposition wechseln.
Auch wenn der Ausgang der Koalitionsgespräche und die Kanzlerfrage noch unklar sind, wurde eine erste Personalie bekannt, die künftig in der neuen Bundesregierung eine wichtige Rolle einnehmen könnte. Bärbel Bas (SPD) wurde vom Fraktionsvorstand der Sozialdemokraten als Kandidatin für das Amt der Bundestagspräsidentin vorgeschlagen. Ihre Nominierung muss nur noch von der Fraktion bestätigt werden.
Merkel in Greifswald: Bundeskanzlerin wirbt um den Forschungsstandort Greifswald
Angela Merkels Heimatwahlkreis Vorpommern-Rügen/Vorpommern-Greifswald wechselte nach ungefähr 30 Jahren erstmals seine Farbe und stellt künftig keinen Direktkandidaten der CDU mehr. Bei der Bundestagswahl 2021 konnte sich die 27-jährige Sozialdemokratin Anna Kassautzki durchsetzen. Während der Veranstaltung in Greifswald betonte Merkel die Bedeutung der Stadt Greifswald als Forschungsstandort. An ihre Nachfolgerin gewandt sagte sie, sie hoffe, dass die Forschungsarbeit an Wendelstein 7-X fortschreite. Fusionsforschung könne etwas sehr Wichtiges sein für nachhaltige Energie. Der Kernfusionsreaktor Wendelstein 7-X, das neue Helmholtz-Institut oder das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems seien „Perlen der Forschung in Deutschland“.
Die Bundeskanzlerin war bei der zurückliegenden Bundestagswahl nicht mehr angetreten. Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis für die Union ist ihre Partei derzeit in interne Machtkämpfe und die Nachfolge von CDU-Chef Armin Laschet verwickelt.
Nach 16 Jahren stellt sich die Frage, was Angela Merkel nach ihrer Zeit als Kanzlerin macht. Zwischenzeitlich war auch das Gerücht im Umlauf, dass sie sich im Hamburger Nobelstadtteil Blankenese niederlassen würde. Dennoch scheint ihr viel am Nordosten der Republik zu liegen: „Ich kann nicht ausschließen, dass ich mal als Privatperson hier aufkreuze, weil mir die Region ans Herz gewachsen ist“, sagte sie. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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