Regierungserklärung

Merz hält „Drahtseilakt“-Rede im Bundestag: Mit einem Satz sendet Kanzler markiges Zeichen an Trump

Heute gibt Bundeskanzler Friedrich Merz eine Regierungserklärung zur Außenpolitik ab. Dabei wird wohl auch der US-Präsident Donald Trump einen zentralen Punkt einnehmen.

Update, 10:21 Uhr: Linken-Fraktionschef Sören Pellmann arbeitet sich an der Trump-Regierung ab. Beinahe alltägliche Eklats, der Terror der ICE-Behörde sowie der „völkerrechtswidrige Überfall“ auf Venezuela. Die Merz-Regierung habe nur mit einem „dröhnenden Schweigen“ reagiert.

Man könne nicht so tun, als sei diese US-Regierung noch ein zuverlässiger Partner für Deutschland. Das gelte auch in der Wirtschaftspolitik und in der Sicherheitspolitik. „Es müssen jetzt Konsequenzen gezogen werden. Wo bleibt denn das Exportverbot von deutschen Waffen in die USA?“, sagte Pellmann. „Kuschen Sie nicht länger, handeln Sie.“

Nach Merz-Regierungserklärung: Spahn betitelt AfD als „Putin-Partei“

Update, 10:10 Uhr: Spahn schickt deutliche Worte an die AfD: „Sie sind und bleiben eine Putin-Partei“, so der Unions-Fraktionschef. AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ziehe wohl „eher in die Duma als in den Stuttgarter Landtag“ ein, so Spahn, der daraufhin den Kreml aus dem Jahr 2017 zitiert: „Der gehört zu uns und den haben wir absolut unter Kontrolle“. Die AfD sei „doch völlig lost mit ihrer Außenpolitik“.

Nach Merz-Regierungserklärung: Spahn kontert den Grünen – „Das war ganz billig“

Update, 10:04 Uhr: Spahn kontert. „Das war ganz billig, was sie hier gerade gemacht haben“, wirft er Britta Haßelmann vor. Es sei der Verdienst von Friedrich Merz, dass sich die USA überhaupt noch an den Ukraine-Verhandlungen beteiligen würden. In Europa führe der Bundeskanzler. „Dieser realpolitische Kurs von Friedrich Merz hat sich als goldrichtig erwiesen“, so Spahn.

Update, 10:00 Uhr: Anschließend erklärt Haßelmann, die Mercosur-Abstimmung sei ein Fehler gewesen, „ein falsches Signal zur falschen Zeit“. Man werde das Abkommen nun „zur vorläufigen Anwendung“ bringen. Doch auch der Bundeskanzler und Jens Spahn sollten sich „an die eigene Nase fassen“, da auch viele Christ- und Sozialdemokraten in Brüssel wie die Grünen gestimmt hatten. An Spahn richtet die Grünen-Fraktionschefin abschließend noch deutliche Worte: „Ihre Unfähigkeit und ihre Anbiederung gegenüber der MAGA-Bewegung wird ihnen noch auf die Füße fallen. Alle erinnern sich daran!“

Nach Merz-Regierungserklärung: Grünen fordern klare Kante gegen Donald Trump

Update, 9:55 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann spricht über den eisigen Winter in der Ukraine und bezeichnet die Situation als „humanitäre Katastrophe“. Nach Merz‘ Regierungserklärung erinnert Haßelmann den Kanzler an seine Zeit als Oppositionsführer; was sei aus seinen damaligen Forderungen gegen Putin geworden? „Wo bleibt ihr Engagement?“, fragt sie Merz.

„Man verbraucht verdammt viel Resilienz und Stabilität“, so die Grünen-Politikerin mit Blick auf die zahlreichen Krisen auf der Welt. Dann folgt Kritik am US-Präsidenten. Donald Trump schaffe Chaos und gründe seinen eigenes UN-Gegenstück, „in das man sich für ein paar Milliarden Dollar einkaufen kann, und das findet die AfD auch noch gut“, sagt Haßelmann. Ein geschlossenes Europa sei die Zukunft, und „nicht das Vertrauen darauf, dass alles so bleibt, wie es ist“. Die USA seien kein Schutzpatron mehr, es brauche daher mehr klare Kante gegen Donald Trump.

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert von den Europäern, die Sprache der Machtpolitik zu lernen.

Nach Merz-Regierungserklärung: Miersch attackiert die AfD – und ermahnt die Grünen

Update, 9:48 Uhr: Nun betritt SPD-Fraktionschef Matthias Miersch das Rednerpult. Er erinnerte an die gestrige Bundestagsrede der Auschwitz-Überlebende Tova Friedman, warnt vor Spaltung – und attackiert daraufhin die AfD. Es gehe heute um die Außenpolitik, doch Alice Weidel habe so gut wie nichts zu diesen Themen gesagt, „weil sie da blank sind“, so Miersch. Als „Nationalisten“ sei die AfD Teil der Spalter und nichts als „Egoisten“.

Die richtige Einstellung habe Kanadas Premierminister Mark Carney, der in Davos in einer vielbeachteten Rede Pragmatismus statt Ideologie predigte. „Ein unverzeihlicher Fehler“, so Miersch, wie das Abstimmen gegen das Mercosur-Abkommen im EU-Parlament, dürfe daher nicht mehr vorkommen, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Grünen-Fraktion.

Nach Merz-Regierungserklärung: Weidel spricht von Trumps „Friedensrat“

Update, 9:41 Uhr: Erwartungsgemäß folgt viel Kritik seitens der AfD. Parteichefin Alice Weidel kritisiert etwa die Entscheidung Deutschlands, nicht Donald Trumps „Friedensrat“ beizutreten. Die Aufnahmesumme von rund einer Milliarde Euro lässt Weidel unerwähnt. Stattdessen kritisiert sie die finanzielle Unterstützung der Ukraine oder die kurzzeitige Bundeswehr-Mission auf Grönland. Auch fordert sie – wie von der AfD gewohnt – verstärkte Abschiebungen und die Rücknahme von klimapolitischen Maßnahmen.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Regierungserklärung: Merz kündigt „Stunde der gestaltenden Politik“ an

Update, 9:30 Uhr: „Europa ist immer dann gewachsen, wenn es unter Druck stand“, sagt Merz in seiner Regierungserklärung. „Auf dieser Welt weht aktuell ein sehr rauer Wind“, doch gerade deshalb müsse man Prioritäten setzen. Nun schlage „die Stunde der gestaltenden Politik“. Der Kanzler beendet seine Rede mit den Worten: „Ich habe die Zuversicht, dass es uns gelingt, diesem Anspruch gerecht zu werden“.

Update, 9:25 Uhr: Merz kündigt an, am 12. Februar an einem EU-Gipfel in Brüssel teilnehmen zu wollen, bei dem es um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gehen soll. „Dieses Potenzial wollen und müssen wir schneller nutzen“, sagt der Kanzler in seiner Regierungserklärung.

Update, 9:21 Uhr: Merz lobt das jüngst verabschiedete Mercosur-Abkommen – und attackiert gleichzeitig die Grünen, die Linke und die AfD. EU-Abgeordnete der drei Parteien hatten in Brüssel gegen das Wirtschaftsvorhaben gestimmt. Es folgen laute Zwischenrufe.

Regierungserklärung von Merz: Kanzler gedenkt gefallen europäischen Soldaten

Update, 9:19 Uhr: Weitere Worte, die sich nur in Richtung Donald Trumps verstehen lassen: Merz betont die Notwendigkeit der NATO und gedenkt den im Afghanistan-Krieg gefallenen europäischen Soldaten. Man werde nicht zulassen, dass dieses Opfer herabgewürdigt wird. „Deutschland steht hinter seinen Soldaten“, so Merz. Man werde den USA aber grundsätzlich „immer die Hand reichen“.

Merz sendet während Regierungserklärung Warnung an Trump: „Europäische Geschlossenheit“

Update, 9.16 Uhr: Für ein mächtiges Europa brauche es zudem eine stabile Wirtschaft, sowie ein geschlossenes Handeln, so Merz in seiner Regierungserklärung. „Geschlossenheit ist ein Machtfaktor auf der Welt“, sagt der Bundeskanzler. Man habe es geschafft, die USA in den Ukraine-Verhandlungen zu Sicherheitsgarantien zu verpflichten. Die sogenannte Koalition der Willigen sei ein Paradebeispiel für „europäische Geschlossenheit“. Ebenso habe man „entschlossen“ gehandelt, als Donald Trump Europa mit massiven Zöllen drohte.

„Wer meint, mit Zöllen gegen Europa Politik machen zu müssen, der muss wissen, dass wir bereit und auch dazu in der Lage sind, uns zur Wehr zu setzen“, sagt Merz mit Blick Richtung Washington.

Regierungserklärung heute: Merz beschwört vereintes Europa

Update, 9:11 Uhr: Die Regierungserklärung von Friedrich Merz hat soeben begonnen. Der Kanzler spricht von „neuen Chancen für unser Land“ und für Europa. Die Welt ordne sich aktuell neu, dabei enstünden auch wachsende Demokratien, mit denen man zusammenarbeiten könne. Weiter appelliert der Kanzler an die Stärke und Macht Europas.

Um eine „europäische Macht“ zu werden, müsse man „unsere Sicherheit selbst in die Hand nehmen“. Es brauche mehr Souveränität, insbesondere „technische Souveränität“. Schon mit der Erhöhung des Verteidigungsetats sei man in Deutschland vorangegangen.

Nach den Turbulenzen im transatlantischen Verhältnis hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch seine Distanz zur Politik von US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht. In einer Regierungserklärung im Bundestag kritisierte Merz am Donnerstag Trumps wiederholte Zolldrohungen und dessen abfällige Äußerungen über den Einsatz der Nato in Afghanistan. Angesichts des Großmachtgebarens der USA müsse Europa „selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“, wenn es selbst eine Macht in der Welt sein wolle, sagte der Kanzler.

Linke kritisiert Merz bereits vor Regierungserklärung: „Eklatantes Versagen“

Update vom 29. Januar, 8:36 Uhr: Vor der Regierungserklärung von Friedrich Merz schießt die Linke gegen den Kanzler. Auch wenn internationale Krisen „viel Aufmerksamkeit verlangen“, könne man innenpolitisch nur von einem „eklatanten Versagen des Kanzlers“ sprechen, sagte Sören Pellmann dem Münchner Merkur von Ippen.Media. „Das zentrale Problem ist unsere schwächelnde Wirtschaft und alles was ihm und seiner Partei dazu einfällt, ist das Liefern von Sündenböcken. Hetze gegen Bürgergeldempfänger oder die vermeintlich faulen und krankfeiernden Deutschen sind aber noch keine Wirtschaftsstrategie“, sagte der Linken-Fraktionschef weiter.

Auch das Verhältnis zu den USA sieht Pellmann kritisch. Die Vereinigten Staaten seien „spätestens mit deren neuer Sicherheitsdoktrin zu einer imperialen Raubritter-Politik des 19. Jahrhunderts zurückgekehrt“, das müsse auch Friedrich Merz einsehen. Donald Trump sei kein verlässlicher Verbündeter.

Merz-Regierungserklärung steht an: Außenpolitik im Fokus

Erstmeldung vom 29. Januar: Am Donnerstag steht ein wichtiger politischer Termin im Berliner Bundestag an: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird eine Regierungserklärung zur außenpolitischen Lage abgeben. In der für 09:00 Uhr angesetzten Rede wird Merz wohl versuchen, Klarheit in turbulenten Zeiten zu schaffen.

Die Regierungserklärung von Merz richtet sich besonders auf die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Politik. Wie Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Dienstag in Berlin ankündigte, will der Bundeskanzler dabei auf die Entwicklungen der vergangenen Wochen eingehen, insbesondere mit Blick auf die Beziehungen zu den USA. Der Kanzler dürfte sich demnach auch zum Konflikt mit US-Präsident Donald Trump um Grönland äußern und zu seinen Bemühungen, die NATO und Europa „zusammenzuhalten“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Merz bei Regierungserklärung im Bundestag vor „Drahtseilakt“

Bilger sprach angesichts der „schwierigen Weltlage“ von einem „Drahtseilakt“. Es sei sicher gut, wenn Merz dies im Bundestag nochmals einordne. Dem Kanzler und der Bundesregierung war teils vorgeworfen worden, nicht scharf genug auf Drohungen Trumps reagiert zu haben. Dieser hatte Deutschland und anderen europäischen Ländern mit Strafzöllen gedroht, wenn die USA sich Grönland nicht einverleiben könnten.

Die auf 20 Minuten angesetzte Rede wird sicherlich auch den Ukraine-Krieg thematisieren. Am Mittwoch warf Merz Russland systematische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine vor. „Wir helfen unseren ukrainischen Freunden durch diese bitteren Wintertage, in denen Russland systematisch die Energieversorgung der Ukraine angreift“, sagte Merz nach einem Treffen mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan in Berlin.

Mit den fortgesetzten Angriffen stürze Russland die Ukraine „in eine humanitäre Energiekrise“, erklärte der Bundeskanzler weiter. Daher habe die Bundesregierung ihre Unterstützung für die ukrainische Energieversorgung und die Luftabwehr noch einmal verstärkt. So seien zum Jahreswechsel zusätzliche 160 Millionen Euro in den „Ukraine Energy Support Fund“ eingezahlt worden, womit dringend benötigte Technologien für die Wärmeversorgung beschafft werden könnten.

Mögliche Themen von Merz‘ Regierungserklärung: Ukraine-Krieg, Donald Trump und mehr

Neben den US-Beziehungen wird sich die Regierungserklärung auch mit Handelspolitik beschäftigen. Bilger ging davon aus, dass sich Merz zu dem gerade geschlossenen Freihandelsabkommen mit Indien äußern wird, aber auch zum vorläufigen Stopp der Vereinbarung mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten durch das Europaparlament.

  • Ereignis: Regierungserklärung von Friedrich Merz zur Außenpolitik
  • Datum: Donnerstag, 29. Januar 2026
  • Uhrzeit: 09:00 Uhr
  • Mögliche Themen: Handelsbeziehungen (Mercosur, Indien); Donald Trump; Ukraine-Krieg; Iran

Nächstes außenpolitisches Thema am Donnerstag könnten der Iran und die dortigen Proteste gegen das Mullah-Regime werden. Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der brutalen Niederschlagung der Demonstranten bekräftigt, dass die Tage der Führung der Islamischen Republik „gezählt“ seien. „Meine Überzeugung bleibt: Ein Regime, das sich nur mit blanker Gewalt und Terror gegen die eigene Bevölkerung an der Macht halten kann, dessen Tage sind gezählt“, sagte Merz am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan in Berlin.

Merz‘ Regierungserklärung live im TV und im Stream verfolgen

Sie können die Rede des Kanzlers live im TV und im Stream mitverfolgen. Das Erste überträgt die Rede ab 09:00 Uhr aus dem Bundestag. Auch Phoenix vor Ort überträgt die gesamte 56. Sitzung des Bundestags live. Die Regierungserklärung von Friedrich Merz am Donnerstag verspricht somit, eine umfassende Standortbestimmung der deutschen Außenpolitik zu werden. In Zeiten internationaler Spannungen und komplexer geopolitischer Herausforderungen wird die Rede des Bundeskanzlers zeigen, wie Deutschland seine Rolle in der Weltpolitik definiert und welche Prioritäten die Regierung setzt.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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