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Schlechtester Wert seit Scholz: Umfrage-Klatsche für Merz und Union – AfD kann jubeln
Friedrich Merz und die Union sind so unbeliebt wie seit 5 Jahren nicht mehr. Das zeigt eine Forsa-Umfrage. Stattdessen glauben 27 Prozent an die AfD.
Die Bundesregierung von Friedrich Merz (CDU) verliert den Rückhalt der Bevölkerung. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv. Seit der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wird der Bundeskanzler immer unbeliebter. Inzwischen sind 83 Prozent mit seiner Arbeit unzufrieden. Und seine Partei hat seitdem sechs Prozentpunkte verloren und liegt beim schlechtesten Wert seit Beginn der Wahlperiode. Gewinnerin dieser Stimmung im Land ist die AfD. Laut Forsa würden aktuell 27 Prozent der Wähler diese Partei wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.
Damit läge die rechte Partei 4 Prozentpunkte vor der Union. Diese käme auf 22 Prozent, gefolgt von den Grünen als drittstärkster Kraft mit 15 Prozent. SPD und Linke liegen gleichauf bei 12 Prozent – was für die Linken ein Bestwert ist, ist für die SPD das schlechteste Ergebnis seit Januar 2023. Basis dieser Werte ist die Umfrage des Forsa-Meinungsforschungsinstituts im Auftrag von RTL und ntv vom 21. bis 27. April. Die Forscher fragten 2.503 Menschen, welche Partei sie wählen würden, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das sind die Ergebnisse im Überblick:
AfD auf Umfragen-Höchstwert: 4 Prozentpunkte über Merz-Union
Partei
Ergebnis (Vergleich zur Vorwoche)
Vergleich zur Bundestagswahl 2025
AfD
27 % (+1)
20,8 %
CDU/CSU
22 % (-2)
28,5 %
Grüne
15 %
11,6 %
SPD
12 %
16,4 %
Linke
12 % (+1)
8,8 %
FDP
4 %
4,3 %
Sonstige
8 %
4,6 %
26 Prozent der Befragten gaben an, gar nicht wählen gehen zu wollen. Das sind deutlich mehr als bei der vergangenen Bundestagswahl. Damals sind 17,9 Prozent der Wahlberechtigten nicht an den Wahlurnen erschienen. Diese beiden Prozentwerte sind jedoch nur vorsichtig vergleichbar, da die Umfrage von Forsa eine deutlich kleinere Datengrundlage hat und immer nur einen Ausschnitt der aktuellen Stimmung abbildet.
Für die AfD sind 27 Prozent trotzdem ein Höchstwert. Forsa maß diesen Wert zuletzt im September 2025 – damals lag die Union jedoch noch bei 24 Prozent. Laut RTL und ntv sind 22 Prozent der niedrigste Wert der Union seit Dezember 2021. Zu dieser Zeit hatten SPD, Grüne und FDP gerade ihren Koalitionsvertrag vorgestellt, und die CDU befand sich nach ihrer Wahlniederlage im innerparteilichen Wahlkampf um einen neuen Vorsitzenden, aus dem Friedrich Merz schließlich als Sieger hervorging.
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel
Merz und Union so unbeliebt wie seit Ampel-Wahl 2021 nicht mehr
Inzwischen schaut das Bild jedoch ganz anders aus: Nur 15 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von Merz zufrieden, berichtet Forsa. 83 Prozent der Befragten sind unzufrieden. Allein unter Unions-Anhängern kann Merz noch auf Rückhalt hoffen. 47 Prozent sind dort mit ihm zufrieden – allerdings auch 52 Prozent unzufrieden. So schlechte Werte wie Merz hat das Trendbarometer laut ntv für seinen Vorgänger Olaf Scholz nie gemessen.
Grund für das schlechte Abschneiden der Union könnte sein, dass ihr kaum mehr politische Kompetenz zugeschrieben wird. Nur 13 Prozent der Befragten glauben, dass die CDU/CSU am besten mit den Problemen in Deutschland fertig wird. Das ist nicht der schlechteste Wert, den die Union je hatte – im Januar 2023 trauten nur 11 Prozent der Union die Lösung ihrer Probleme zu. Aber es ist deutlich weniger als bei der letzten Befragung im März 2026. Damals glaubten noch 18 Prozent an die politische Kompetenz der Unionsparteien.
Merz und Union verlieren in Umfragen, 52 Prozent haben ganz das Vertrauen in Parteien verloren
Die Partei, der die meisten der Befragten vertrauen, ist stattdessen die AfD. 14 Prozent schreiben ihr die Fähigkeit zu, die Probleme zu lösen. Das ist ein Zugewinn von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum März, allerdings auch nur ein Prozentpunkt über der Union. Der traurige echte Gewinner dieser Frage ist dagegen weder Union noch AfD, sondern die Angabe „keine Partei“. Die meisten Menschen scheinen ganz das Vertrauen in die Parteien verloren zu haben. Seit dem Sommer 2025 wächst der Anteil stetig. Aktuell liegt der Wert bei 52 Prozent.
Der von Forsa ebenfalls erhobene Themenradar zeigt dabei, welche Probleme die Menschen aktuell am meisten beschäftigen. Für 42 Prozent ist der Iran-Krieg derzeit das wichtigste Thema, gefolgt von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage mit 37 Prozent. Die Arbeit der Bundesregierung wird von 29 Prozent als wichtiges Thema genannt. An vierter Stelle stehen die Benzinpreise mit 21 Prozent. Die Bundesregierung steht damit vor vielen großen Problemen, für die sie den Menschen in Deutschland eine Lösung anbieten muss. Andernfalls droht das Vertrauen in die Parteien weiter zu erodieren – und Verlierer dessen sind nicht nur Union und SPD, sondern die Demokratie als Ganzes. (Quellen: ntv/RTL Trendbarometer, eigene Recherche) (cdz)