Ampel-Pläne
Minijobs: Gewerkschaft wettert gegen Erhöhung der Lohngrenze
Mehr Geld für Minijobber? Die Ampel-Koalition plant eine Erhöhung der Verdienstgrenze von 450 auf 520 Euro. Für die Industrie-Gewerkschaft ein Irrweg. Doch warum?
Berlin – Gegenwehr gegen die Ampel-Pläne: Die geplante Erhöhung der Entgeltobergrenze für Minijobber* stößt auf Kritik. So lehnte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) das von SPD, FDP und Grünen vorgeschlagene Projekt ab. Für viele Beschäftigte sei ein Minijob eine „Überlebensfalle“, kritisierte der IG-Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Statt einer Ausweitung brauche es eher einer Begrenzung dieser Beschäftigungsform.
| Beschäftigungsart: | Minijob |
| Eingeführt: | 2003 |
| Verdienstgrenze: | 450 Euro im Monat |
| Ansprechpartner: | Minijob-Zentrale |
Minijobs: Ampel-Koalition will Entgeltobergrenze von 450 Euro auf 520 Euro anheben
Er reagierte damit auf die Pläne der möglichen Ampel-Regierung. Derzeit verhandeln SPD, Grüne und FDP nach der Bundestagswahl den Koalitionsvertrag. Im ersten Sondierungspapier hatten sich die Unterhändler darauf verständigt, dass neben einer Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro auch die Verdienstmöglichkeiten für Minijobber verbessert werden sollten. Statt wie bisher 450 Euro sollen dann 520 Euro monatlich drin sein.
Bei der IG Bau überwiegt aber die Skepsis. „Wir sehen die Minijobs seit eh und je sehr kritisch“, sagte Gewerkschaftsboss Feiger. Denn wie viele andere Kritiker auch fürchtet die Arbeitnehmervertretung die Zementierung des Niedriglohnsektors. Minijobs würden keine vernünftige Absicherung bieten, keine langfristigen Karrieren anschieben und seien ständig vom Wegfall betroffen, zählte Feiger die vielen Nachteile auf.
Minijobber: Gewerkschaft sieht in Erhöhung der Verdienstgrenze einen Irrweg
Derzeit arbeiten rund 7,3 Millionen Menschen in einem Minijob, ein Großteil von ihnen auch in der Gebäudereinigung, deren Interessen die IG Bau vertritt. Mit einer kleinen Ausnahme im Corona-Jahr ist die Zahl der Minijobs seit der Einführung im Jahr 2003 immer weiter gestiegen.
Bei Arbeitgebern, aber auch bei einigen Arbeitnehmern ist diese Beschäftigungsvariante durchaus beliebt. Die Arbeitsverträge sind schnell geschlossen. Sie müssen nur inklusive der Steuer-ID der Minijob-Zentrale gemeldet werden und sind weitgehend abgabenfrei, am Ende erhält der Arbeitnehmer ein paar hundert Euro als Hinzuverdienst. Der Nachteil: Die Jobs sind nicht sozialversicherungspflichtig abgesichert. Und laut vielen Studien bieten sie nur selten ein Sprungbrett in ein reguläres Arbeitsverhältnis.
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Die IG Bau will sich nicht grundsätzlich gegen die geringfügige Beschäftigung sperren. Jedoch forderte Feiger eine bessere Absicherung für die Minijobber*. Zumindest Krankheit und Jobverlust sollten abgefedert werden. Sonst habe man es weiterhin mit legalisierter Schwarzarbeit zu tun, kritisierte er laut RND. Ob er erhöht wird, werden die Koalitionsverhandlungen zeigen. Ende November soll das Regierungsbündnis stehen. * kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa
