Sechsstelliges Jahresgehalt

Klingbeil, Pistorius, Reiche: So viel verdienen die Minister der Merz-Regierung

Wie hoch ist das Gehalt der Ministerinnen und Minister der neuen Bundesregierung? Das verdienen Merz‘ Ressortchefs, die CDU und CSU nun benannt haben.

Berlin – Deutschland hat eine neue Regierung unter Kanzler Friedrich Merz und damit auch neue Bundesminister. Sieben Minister stammen von der CDU, sieben von der SPD, drei Ministerien entfallen auf die CSU.

So viel verdienen neuen Ministerinnen und Minister der Merz-Bundesregierung – Gehalt festgelegt

Doch wie viel verdienen die Ministerinnen und Minister der schwarz-roten Koalition? Das Gehalt von der Minister im Kabinett von Friedrich Merz ist streng festgelegt, und zwar im Bundesministergesetz. Paragraf 11 regelt darin den Verdienst der Minister der Bundesregierung. Die Höhe der Einkommen der Bundesminister ist dabei durch die Beamtenbesoldung B11 festgesetzt: Minister der Bundesregierung verdienen als Amtsgehalt Eineindrittel des Grundgehalts von Besoldungsgruppe B11.

Das Amtsgehalt ist aber nicht längst nicht alles, das die Minister der Bundesregierung verdienen: Hinzu kommen Zulagen, die ebenfalls gesetzlich geregelt sind und auf der Internetseite bundestag.de nachzulesen sind. Dazu gehören eine Dienstaufwandsentschädigung, eine Ortszulage, und eine Entschädigung, falls der Minister seinen Wohnsitz nicht nach Berlin verlegen kann.

So viel verdienen die Minister der BundesregierungVerdienst pro Monat
Amtsgehalt21.445,81 Euro
Allgemeine Stellenzulage30,68 Euro
Ortszuschlag (variiert je nach Familienstand)mind. 1.066,72 Euro
Dienstaufwandsentschädigung (steuerfrei)306,75 Euro
Gehalt eines Ministers insgesamt22.849,96 Euro

Quelle: Bundesinnenministerium, Stand 2024 und Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags

So hoch ist das Gehalt der Minister und Ministerinnen der Regierung

Für die neuen Ministerinnen und Minister der schwarz-roten Koalition ergibt sich also ein Brutto-Monatsgehalt von rund 22.850 Euro. Dies entspricht einem Jahresgehalt von rund 274.000 Euro.  Je nach persönlicher Situation kann der Verdienst der Minister leicht variieren: Wer seinen Wohnort nicht nach Berlin verlegen kann oder Kinder hat, bekommt andere Beträge.

Und: Das oben genannte Gesamtgehalt gilt nur für Ministerinnen und Minister, die nicht zugleich auch Bundestagsabgeordnete sind. Wer gleichzeitig ein Mandat im Bundestag ausübt, verdient mehr Geld.

Gehalt der Ministerinnen und Minister im neuen Kabinett: Abgeordnete verdienen mehr

Wenn die Minister der Regierung zusätzlich zu ihrem Ministeramt auch noch Abgeordnete des Bundestags sind, erhalten sie als zusätzliches Gehalt eine Abgeordnetenentschädigung. Dies trifft auf die meisten, aber nicht auf alle neuen Minister der Merz-Regierung zu: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Digitalminister Karsten Wildberger sind keine Bundestagsabgeordneten.

Der designierte Kanzler Friedrich Merz (M.) und seine CDU-Minister. Wie viel die Ministerinnen und Minister der Bundesregierung verdienen, ist klar geregelt.

Wie hoch die Abgeordnetenentschädigung ist, regelt Paragraf 11 des Bundesministergesetzes. Allerdings wird dieser Verdienst für Minister um die Hälfte gekürzt. Die Minister erhalten außerdem eine Kostenpauschale für Abgeordnete. Mit dieser müssen Abgeordnete alle Kosten tragen, die für die Ausübung ihres Mandats anfallen, zum Beispiel ihr Wahlkreisbüro, ihr zweiter Wohnsitz in Berlin, Büromaterial und Kosten der Wahlkreisbetreuung. Für Ministerinnen und Minister wird die Pauschale um 25 Prozent gekürzt wird, wenn sie einen Dienstwagen des Bundes alleine nutzen.

Die Abgeordnetenentschädigungen, die zum Gehalt eines Ministers hinzukommen, gestalten sich derzeit so (Stand Juli 2024):

  • Abgeordnetenentschädigung (um 50 Prozent gekürzt): 5.916,70 Euro im Monat
  • Kostenpauschale für Abgeordnete: 5.350 Euro monatlich
  • insgesamt: 11.267 Euro im Monat

Ministerinnen und Minister mit Mandat im Bundestag: So hoch ist ihr Gehalt

Insgesamt kommen die Minister im Kabinett von Merz, die gleichzeitig Bundestagsabgeordnete sind, damit auf folgenden monatlichen Bruttoverdienst:

So viel verdienen Minister, die auch Bundestagsabgeordnete sindEinkommen pro Monat
Gehalt laut Beamtenbesoldung inkl. Zulagen22.850 Euro
Abgeordnetenzuschläge 11.267 Euro
Gehalt insgesamt34.117 Euro

Quelle: Bundestag

Minister und Ministerinnen der Koalition, die auch als Abgeordnete im Bundestag sitzen, bekommen also ein Einkommen von rund 34.000 Euro im Monat, was einem Jahresgehalt von rund 410.000 Euro entspricht. Zum Vergleich: Friedrich Merz verdient als Kanzler rund 468.000 Euro im Monat.

Minister der Merz-Regierung: So viel verdienen Reiche, Dobrindt, Bär, Wadephul und Co.

Die CDU des von Friedrich Merz stellt in der neuen Bundesregierung sechs Ministerinnen und Minister sowie den Chef des Kanzleramts. Die CSU stellt drei Ressortchefs. Das Ministerium für Wissenschaft und Raumfahrt geht an die Fränkin Dorothee Bär. Der enge Söder-Vertraute Alexander Dobrindt ist Bundesinnenminister und der gelernte Metzgermeister Alois Rainer Bundeslandwirtschaftsminister.

Bundesministerinnen und Bundesminister der Union:Ressort:
Katherina Reiche (CDU)Wirtschaft und Energie
Johann Wadephul (CDU)Auswärtiges Amt
Thorsten Frei (CDU)Bundesminister für besondere Aufgaben
Nina Warken (CDU)Gesundheit
Patrick Schnieder (CDU)Verkehr
Karsten Wildberger (CDU)Digitalisierung und Staatsmodernisierung
Karin Prien (CDU)Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Alexander Dobrindt (CSU)Bundesministerium des Innern und für Heimat
Dorothee Bär (CSU)Forschung, Technologie und Raumfahrt
Alois Rainer (CSU)Ernährung und Landwirtschaft

Wie viel verdienen Minister? Ressortchefs bekommen nach Ausscheiden Übergangsgeld

Das Übergangsgeld ist im Bundesministergesetz geregelt. Demnach bekommt eine Ministerin oder ein Minister nach Ende der Amtszeit für die gleiche Anzahl von Monaten ein Amtsgehalt weiterbezahlt, für die sie oder er während der Arbeit in einer Bundesregierung Amtsbezüge bekommen hat, „jedoch mindestens für sechs Monate und höchstens für zwei Jahre“, heißt es in dem Gesetz.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Die ersten drei Monate gibt es das volle Gehalt weiter, rund 18.000 Euro brutto monatlich. Dann halbieren sich die Zahlungen. Private Einkünfte werden ferner verrechnet. Das Übergangsgeld kann, je nach Dauer der Amtszeit, dennoch auf bis zu knapp 243.000 Euro steigen, was der Steuerzahlerbund scharf kritisiert. Die Lobbyorganisation schlägt vor, Bezüge aus dem Übergangsgeld auf maximal zwölf Monate zu halbieren. Ministerinnen und Minister, die freiwillig von ihrem Amt zurücktreten, sollen dem Vorschlag zufolge kein Übergangsgeld erhalten.

Verdienst von Ministern der schwarz-roten Koaltion: Sie sind nicht zwingend vom Fach

Minister dürfen während ihrer Amtszeit keine weiteren beruflichen Tätigkeiten ausüben und keine anderen Jobs annehmen. Und: Sie müssen nicht zwingend vom jeweiligen Fach sein. Ein Politiker muss zum Beispiel nicht volkswirtschaftlich ausgebildet sein, um das Amt im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu übernehmen.

Gleichwohl versuchen die jeweiligen Regierungschefs nicht selten, die Ressorts recht fachnahe zu besetzen. So ist es auch bei der neuen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche der Fall, die vorher bei E.on tätig war.

Ministerinnen und Minister leiten das ihnen zugewiesene Ministerium innerhalb der Richtlinien, die vom Kanzler als Vorsitzender oder Vorsitzendem der Bundesregierung vorgegeben werden, in eigener Verantwortung. Sie leiten das Ressort und müssen sich für Entscheidungen innerhalb desselben rechtfertigen. Darüber hinaus hat Merz künftig als Kanzler laut Verfassung (Artikel 65 Grundgesetz) eine sogenannte Richtlinienkompetenz und kann in den Geschäftsbereich einzelner Minister dadurch eingreifen.

Richtlinienkompetenz

Die Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers, umgangssprachlich „Kanzlerprinzip“ genannt, ist in Artikel 65, Satz 1 des Grundgesetzes (GG) geregelt. Sie stärkt die Stellung der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers im politischen System der Bundesrepublik. Richtlinien steht in diesem Fall für die Grundlinien und für den Rahmen der Regierungspolitik, die sie oder er letztlich zu verantworten hat. Die Bundesminister müssen sich in ihren Aufgabenbereichen danach orientieren.

Minister unter Friedrich Merz: Liste der Ressortchefs enthält Überraschungen

Beispiele aus der Bundesregierung: CSU-Mann Rainer, von Söder zum Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft auserkoren, ist in Niederbayern auf einem Bauernhof mit Gasthof und Metzgerei aufgewachsen. Und Johann Wadephul, der schon länger aus Bundesaußenminister gehandelt wurde, saß nach der Bundestagswahl 2013 im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Parlaments. Nach der Bundestagswahl 2017 war der Norddeutsche in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion maßgeblich für die Themen Auswärtiges, Verteidigung, gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie für den Europarat zuständig. (pm)

Rubriklistenbild: © John MacDougall/AFP

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