Linksautonome reagierten mit Drohungen

Nach G20-Ausschreitungen: Polizei startet riesige Foto- und Videofahndung

Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg will die Polizei die mutmaßlichen Gewalttäter mit einer Öffentlichkeitsfahndung ausfindig machen. Über 100 Fotos werden dafür veröffentlicht.

Hamburg - Fünf Monate nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg will die Polizei die mutmaßlichen Gewalttäter ausfindig machen. Dafür startet die Behörde die größte Öffentlichkeitsfahndung seit Jahren: Wie mehrere Zeitungen berichten, sollen dafür mehr als 100 Fotos und Videosequenzen, auf denen mutmaßliche Täter zu erkennen sind, veröffentlicht werden. 

Die Aufnahmen stammen teilweise von der Polizei selbst. Zusätzlich wurden aber auch Bilder von Überwachungskameras an öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen sowie Aufnahmen von Privatpersonen ausgewertet, die auf einem offiziellen Portal der Polizei hochgeladen wurden.  

Gesichtserkennungssoftware soll bei Auswertung der Aufnahmen helfen

Bei der Auswertung sollen Geodaten und eine Gesichtserkennungssoftware helfen. Die für die Öffentlichkeit zugänglichen Aufnahmen seien nach fünf Tatkomplexen geordnet worden, beispielsweise nach Plünderungen oder dem Tatort Elbchaussee, sagte Polizeisprecher Timo Zill.

Die Polizei schätzt, dass vom 6. bis zum 8. Juli 5000 bis 6000 Täter aktiv waren. Die Soko „Schwarzer Block“ führe 3000 Ermittlungsverfahren durch, hatte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer Anfang Dezember gesagt.

Linke autonome veröffentlichen Bilder von Polizisten als Reaktion

Als Reaktion auf die Fahndung veröffentlichten Berliner Linksautonome Fotos von Polizisten. Gleichzeitig drohten sie den Polizeibeamten auf der Interntseite „indymedia.org“ indirekt. Die Polizeigewerkschaften reagierten am Montag entsetzt und sprachen von einer Gefahr durch „linksextremistische Terroristen“.

dpa/ak/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © picture alliance / Markus Scholz

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