Corona-Pandemie
Niedersachsen: 2G-Regel im Supermarkt? Für Kubicki „unmenschlich“
Zutritt nur für Geimpfte und Genesene? Wolfgang Kubicki wettert gegen Niedersachsens 2G-Regel in Supermärkten. Der FDP-Mann ist ein Kritiker zu strenger Vorgaben.
Berlin/Hannover – Es hagelt weiter Kritik: Wegen der 2G-Option für Supermärkte und im Einzelhandel in Niedersachsen wächst der Unmut. So warf FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki der niedersächsischen Landesregierung indirekt Versagen bei der Bewältigung der Corona-Lage vor. Der Weg, den Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eingeschlagen habe, „hat nichts mehr mit einer sinnvollen Pandemiebekämpfung zu tun“, sagte der scheidende Bundestagsvizepräsident zu Bild. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kubicki kritisch zu strengen Corona-Maßnahmen äußert.
| Deutscher Politiker: | Wolfgang Kubicki |
| Partei: | FDP |
| Alter: | 69 Jahre |
| Aktuelles Amt: | Bundestagsvizepräsident |
Niedersachsen: 2G-Regel im Supermarkt und im Einzelhandel macht Wolfgang Kubicki (FDP) fassungslos
Stein des Anstoßes ist dieses Mal die neue niedersächsische Corona-Verordnung. Wie berichtet, können Supermarkt-Besitzer oder Einzelhändler Nicht-Geimpften den Zutritt zu ihren Geschäften verwehren, wenn sie das wollen. Auch in Hessen gibt es eine entsprechende Regelung. Und in Hamburg wird ebenfalls über Sonderrechte für Geimpfte und Genesene beim Einkaufen nachgedacht.
Für Kubicki ist dieses Vorgehen zu übertrieben. Er begründete seine Ablehnung damit, dass die Impfquote von „Tag zu Tag steigt“ und die Ansteckungsgefahr damit immer weiter sinke. Zudem sei vom Einkaufen im Supermarkt noch nie ein gesondertes Risiko ausgegangen. Weil müsse die Frage beantworten, „wo die nicht-geimpften Menschen im Zweifelsfall einkaufen sollen, wenn Supermärkte in erreichbarer Nähe diese unmenschliche Regelung umsetzen. Wenn das kein Impfzwang ist, was ist es dann?“, sagte Kubicki dem Boulevardblatt.
Ausnahmsweise liegt der FDP-Politiker damit auf einer Linie mit SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der bislang eher als Befürworter für strenge Corona-Maßnahmen gilt und deswegen viel Hass und Anfeindungen ausgesetzt ist. Jedoch befand auch der Sozialdemokrat, dass die Supermärkte allen Menschen gleichermaßen offenstehen müssten – Geimpften wie Ungeimpften.
Corona-Regeln: Zutritt für Geimpfte und Genesene – Geschäfte verspüren wenig Lust auf 2G-Option
Kubicki selber ist während der Corona-Krise des Öfteren als großer Mahner bei einer vermeintlich vorschnellen Beschränkung von Freiheitsrechten aufgetreten. Nach der Verhängung des Knallhart-Lockdowns mit Ausgangssperren und Kontaktverboten hatte er sich im exklusiven Interview von kreiszeitung.de darüber gewundert, dass die Deutschen die strengen Maßnahmen „ohne Murren“ akzeptierten*. Zugleich hatte er der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten vorgeworfen, jegliches Augenmaß verloren zu haben.
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Doch ob die neue Aufregung um die 2G-Regel im Supermarkt überhaupt nötig ist, bleibt abzuwarten. Zum einen entspannt sich die Lage zunehmend und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) denkt derzeit über eine Aufhebung der epidemischen Lage nach. Und zum anderen scheint das Interesse des Einzelhandels in Niedersachsen an der 2G-Option eher gering zu sein. Wie der Handelsverband bereits am Montag kreiszeitung.de mitteilte, gab es bislang nur einzelne Anfragen einiger Händler. Supermärkte seien bislang nicht unter den Interessenten gewesen, hieß es. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Martin Schutt/Robert Michael/dpa
