Debatte um Altkanzler

„Sollten daran denken, was er für das Land getan hat“: Putin fordert von Deutschen Respekt für Schröder

Altkanzler Gerhard Schröder (l.) schüttelt dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hand. Putin lobte die Arbeit von Schröder und verlangte mehr Respekt für den Altkanzler.
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Altkanzler Gerhard Schröder (l.) schüttelt dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hand (Archivbild).

Altkanzler Schröder hat durch seine Verbindung zum russischen Präsident für eine Debatte gesorgt. Putin nimmt ihn in Schutz und lobt seine Arbeit.

Sotschi – Altkanzler Gerhard Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin pflegen eine langjährige Freundschaft. Der Angriffskrieg auf die Ukraine hat daran kaum was geändert, noch immer steht er hinter Putin. Das sorgte für Kritik an Schröder und für eine Diskussion, wie mit dem 79-jährigen Altkanzler umzugehen sei. Nun rief der russische Präsident die Deutschen zu einem respektvollen Umgang mit Schröder auf.

Nach Schröder-Diskussion: Putin fordert mehr Respekt für Altkanzler

„Sie sollten daran denken, was er für das Land getan hat“, sagte Putin über seinen Freund Schröder am Donnerstag (5. Oktober) in Sotschi am Schwarzen Meer beim internationalen Waldai-Diskussionsforum. Schröder habe stets die Interessen Deutschlands und der Wirtschaft des Landes im Blick gehabt. Zudem behauptete Putin, der zu DDR-Zeiten in Dresden als Geheimdienstoffizier stationiert war, dass die Zahl seiner Freunde in Deutschland zunehme. Die Freundschaft zwischen Putin und Schröder hat den Altkanzler jedoch von einigen Parteifreunden und anderen Politikern weggebracht.

Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Elbphilharmonie in Hamburg saß Schröder mit seiner Frau So-yeon Schröder-Kim am Rand der zweiten Reihe. Laut einem Bild-Bericht soll der Altkanzler in die zweite Reihe verbannt worden sein, um Distanz zu Kanzler Olaf Scholz zu wahren. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier grüßte Schröder. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wiederum sprach von einem „verstörenden Gefühl, wenn man einen Menschen trifft, der sich so verirrt hat in seinen politischen Ansichten, dass das schon befremdlich ist für jemanden, der mal Bundeskanzler unseres Landes war und für Deutschland den Eid geleistet hat“.

Putin wettert gegen die USA – Energieangebot für Deutschland

Neben den Worten für Schröder stellte der Kremlchef mit Blick auf Deutschlands Verzicht auf russische Gaslieferungen infrage, dass die Bundesregierung heute den Interessen des eigenen Volkes oder etwa den USA diene. Er warf den USA erneut vor, hinter der Sprengung der Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 zu stecken, um selbst eigenes Gas auf dem europäischen Markt zu verkaufen. Er bot zudem einmal mehr an, für die deutsche Wirtschaft günstigere Energielieferungen wieder aufzunehmen.

Russland hatte im vergangenen Jahr selbst die Lieferungen durch Nord Stream 1 eingestellt, um ein Ende der westlichen Sanktionen zu erreichen. Für eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 müssten die Strafmaßnahmen aufgehoben werden. Das ist nicht in Sicht. (vk/dpa)

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