Sachsen-Anhalt wählt

Landtagswahl Sachsen-Anhalt in Bildern: Eine gesichert rechtsextremistische Partei greift nach der Macht

Landtagswahl Sachsen-Anhalt
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Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag – und die Wahl wird bundesweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Erstmals könnte eine Partei, die in dem Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, in Deutschland an die Macht kommen. In Umfragen liegt die AfD klar vorn und ist nur knapp von der absoluten Mehrheit entfernt.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
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Die CDU regiert Sachsen-Anhalt seit der Landtagswahl 2002 ununterbrochen – mit Ausnahme von acht Jahren SPD-geführter Regierung insgesamt seit der Wiedervereinigung. Nach der Wahl 2021 bildete sie gemeinsam mit SPD und FDP eine sogenannte Deutschland-Koalition, die bis heute im Amt ist. In den Umfragen liegt sie klar abgeschlagen hinter der AfD auf Platz zwei.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt
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Ministerpräsident Reiner Haseloff (links), der das Land knapp 15 Jahre regiert hatte, kündigte im Herbst 2025 seinen Rückzug an und übergab das Amt am 27. Januar 2026 an Sven Schulze. Der Schritt wurde als wahlkampftaktisches Manöver gewertet, um Schulze als amtierenden Regierungschef in den Wahlkampf zu schicken.
Ministerpräsident Sven Schulze
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CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und war von 2014 bis 2021 Mitglied des Europäischen Parlaments. Ende 2016 schuf die CDU Sachsen-Anhalt die Position des Generalsekretärs neu und wählte Schulze in die Funktion. Er war sieben Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments, im März 2021 wurde Schulze dann CDU-Landesvorsitzender.
Sven schulze
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In einem Interview wollte Schulze (hier beim Empfang von 125 Königinnen aus 13 Bundesländern und Österreich aus Anlass des 9. Deutschen Königinnentages) nicht über eine mögliche Minderheitsregierung und potenzielle Mehrheitsbeschaffer spekulieren. „Es geht jetzt um die Frage: Sven Schulze oder die AfD. Das ist im Moment unser Thema. Nicht Spekulationen über mögliche Regierungen“, sagte er im August gegenüber t-online.
Ulrich Siegmund
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Wird er der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt? AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist 35 Jahre alt, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und hat einen Bachelor in BWL. Seit 2016 sitzt er im Landtag, seit 2022 führt er die AfD-Fraktion als Co-Vorsitzender.
AfD Spitzenkandidat Siegmund
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Siegmund ist in der rechtsextremen Szene vernetzt: Er nahm 2023 am sogenannten Potsdamer Treffen teil, das das Recherchekollektiv Correctiv aufdeckte und auf dem unter anderem über die massenhafte Zwangsausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert wurde. Dort warb er zudem um Spenden für seinen Wahlkampf.
AfD-Spitzenkandidat Siegmund
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Auf TikTok zählt Siegmund zu den erfolgreichsten Politikern Deutschlands: Knapp 660.000 Followerinnen und Follower sowie 13,4 Millionen Likes hat er auf der Plattform angesammelt. Gleichzeitig taucht er in einer Verwandtenaffäre auf: Medienrecherchen zeigten, dass mehrere AfD-Politiker im Landesverband Bürojobs systematisch an Familienangehörige der jeweils anderen vergaben – Siegmunds Vater war demnach im Bundestagsbüro eines AfD-Politikers aus dem Landesverband angestellt.
AfD-Spitzenkandidat Siegmund
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Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird seit 2023 vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Eine Klage dagegen zog die Partei zurück. Dennoch wird Spitzenkandidat Siegmund im Wahlkampf gefeiert wie ein Popstar. Er strebt nach eigenen Angaben eine Alleinregierung an.
Simson-Tour mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund
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Die AfD in Sachsen-Anhalt versucht ​im Wahlkampf, die Menschen auch mit einer DDR-Nostalgie anzusprechen. So hat sie etwa Sternfahrten mit ⁠den zu DDR-Zeiten beliebten Simson-Mopeds organisiert. Die Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie des Unternehmens kritisieren dies scharf.
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Das Ergebnis könnte sich auch massiv auf die Politik im Bund auswirken. Impressionen aus dem Wahlkampf.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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