Wirtschaft, Richterwahl, Israel

Sommer-Pressekonferenz: Bei Israel-Russland-Vergleich reagiert Merz scharf

Die schwarz-rote Koalition wankt. Bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz dürfte Kanzler Merz auf ein intaktes Außenbild bedacht sein. Der Live-Ticker.

Update, 12.13 Uhr: Friedrich Merz will keine Debatte über die Abschaffung von Feiertagen zur Steigerung der Arbeitsleistung in Deutschland führen. Ohnehin könne der Bund nur über sehr wenige Feiertage verfügen. Die Debatte tauche „wie das Monster von Loch Ness“ immer wieder auf. „Ich führe sie nicht“, so Merz.

Update, 11.58 Uhr: Der Bundeskanzler hat sich gegen eine grundlegende Wende in der Krankenversicherung ausgesprochen. So sei es nicht sinnvoll, wenn alle Bürgerinnen und Bürger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen würden. „Wenn man den Mercedes verbietet, wird der Golf teurer“, so Merz. Eine reine Erhöhung der Beitragszahler oder der Bemessungsgrenzen sei nicht der richtige Weg.

Sommer-Pressekonferenz von Friedrich Merz – „Fehlanreize“ beim Bürgergeld vermeiden

Update, 11.48 Uhr: Friedrich Merz will die Kosten für das Bürgergeld um einen „signifikanten Teil“ senken. Auf eine genaue Zahl wolle er sich nicht festlegen. Die Regierung sei gewillt, mit Kürzungen gegen „Fehlanreize“ vorzugehen.

Update, 11.35 Uhr: Den drohenden Rechtsruck bei den anstehenden Wahlen in Frankreich und Polen bezeichnet Merz als eine der größten Herausforderungen für die EU. Es drohen EU-kritische Regierungen. Dennoch müsse man anerkennen, dass es berechtigte Kritik an der Europäischen Union gebe. Vor allem in Bezug auf Bürokratie und einer gemeinsamen Migrationspolitik. Die EU müsse Handlungsfähigkeit beweisen, um Angriffe von Rechts abwehren zu können.

Update, 11.29 Uhr: Wie soll die EU auf die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump reagieren? Der Kanzler stehe dazu im Gespräch mit der US-Regierung. Die angedrohten Strafzölle aus Washington würden allen schaden, so Merz. „Je niedriger die Zölle ausfallen, desto besser ist es für alle Seiten“, sagt er bei der Sommer-Pressekonferenz. Die Verhandlungen mit Trump müssten bis „Mitte nächste Woche“ abgeschlossen werden. Es sei jedoch „unrealistisch“ zu glauben, dass eine vollständige Aussetzung der US- und EU-Zölle erreicht werden kann.

Update, 11.15 Uhr: Ein Vergleich zwischen dem Nahost-Krieg Israels gegen die Hamas und dem anhaltenden Ukraine-Krieg verbiete sich, so Merz. Israel verteidige sich als demokratischer Staat gegen Angriffe. Bei Russland sei dies nicht der Fall. Russland führe einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ein Land, „von dem keine Bedrohung ausging“.

Update, 11.09 Uhr: Friedrich Merz hält an seiner Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen fest. Er und seine Regierung dränge weiter auf eine Feuerpause und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung. Dazu stehe man mit Frankreich und Großbritannien in engem Austausch. Trotzdem stehe Deutschland weiter an der Seite Israels. Diese Unterstützung sei aber nicht „bedingungslos“ und werde mit Forderungen, beispielsweise in Bezug auf die israelische Siedlungspolitik, verbunden.

„Nächstes Mal besser machen“ – Merz nimmt Stellung zur verpatzten Richter-Wahl

Update, 11.02 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz wolle mit Blick auf die Verfassungsrichter-Wahl früher über Konfliktpunkte in der Koalition sprechen. „Das war beim letzten Mal nicht gut genug. Das werden wir beim nächsten Mal besser machen.“

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Update, 10.49 Uhr: Was ist bei der verpatzten Richter-Wahl für das Bundesverfassungsgericht schiefgelaufen? Merz hält sich bei der Sommer-Pressekonferenz zunächst zurück. Wenn die Wahl wiederholt wird, gehe der Bundeskanzler davon aus, zu einer gemeinsamen Lösung mit der SPD zu kommen. Er betonte jedoch, dass man Abgeordneten in dieser „Gewissensfrage“ keine Vorschriften oder Vorwürfe machen könne.

Laut Merz müsse eine Kandidatin „fachliche Kompetenz und alle Eigenschaften haben, die wir seit über 70 Jahren von den Richtern am Bundesverfassungsgericht erwarten“, so Merz. Auf die Nachfrage, welche Kompetenzen oder Eigenschaften Frauke Brosius-Gersdorf nicht habe, wollte er sich nicht äußern.

Merz-Presskonferenz: Kanzler pocht auf Migrationsbegrenzung

Update, 10.44 Uhr: Der Bundeskanzler will Deutschland zu einer Führungsmacht in Europa machen – sowohl was wirtschaftliche, als auch verteidigungspolitische Themen angeht. Mit Blick auf die vergangene Woche zeige er sich zufrieden. Nach der Sommerpause wolle er weiter dafür sorgen, dass man in Deutschland „in Freiheit, Frieden und Wohlstand“ leben kann.

Update, 10.40 Uhr: Friedrich Merz sprach sich für die Förderung der Fachkräfteeinwanderung aus. Gleichzeitig müsse die „irreguläre Migration“ begrenzt werden. Erste Maßnahmen der Regierung würden bereits Wirkung zeigen. Doch eine endgültige Regelung der Zuwanderung müsse gemeinsam mit europäischen Partnern geschehen.

Als eines der größten Probleme im Land sieht der Kanzler den prekären Wohnungsmarkt. Hier seien durch Investitionen aber bereits Maßnahmen getroffen worden. Zentral seien auch Investitionen in die Verteidigung. „Denn ohne Frieden und ohne Freiheit nutzt uns das schönste Wirtschaftswachstum nichts.“ Merz wiederholte sein Ziel, die Bundeswehr zur „konventionell stärksten Armee Europas“ umzubauen.

Bundeskanzler Friedrich Merz steht bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort.

Update, 10.35 Uhr: Die Sommer-Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz hat begonnen. Der CDU-Politiker spricht zu Beginn von großen innen- und außenpolitischen Herausforderungen. Um diese Aufgaben lösen zu können, sei Deutschland aber gut vorbereitet. „Der Anfang ist gemacht“, so Merz. Die Regierung aus Union und SPD habe zudem alle Vorhaben in den ersten beiden Regierungsmonaten umsetzen können. „Wir haben eine ganze Reihe von Entscheidungen vor uns“, erklärt der Kanzler.

Er wolle die Wirtschaft aus der Rezession führen, dafür seien erste Weichen gestellt. Dazu zähle auch das beschlossene Sondervermögen, das dem Kanzler nicht leicht gefallen sei. Aber auch Entlastungen für Unternehmen und private Haushalte, sowie Bürokratieabbau sollen unterstützend wirken.

Trotz ungelöster Probleme – Merz schickt Regierung mit Sommer-Pressekonferenz in die Sommerpause

Update, 9.36 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz will um 10.30 Uhr die traditionelle Sommer-Pressekonferenz im Bundeskanzleramt halten. Damit läutet der CDU-Chef auch die parlamentarische Sommerpause ein. Die Koalition aus SPD und Union blickt nach den ersten beiden Monaten im Amt auf einige Baustellen zurück. Nach der Sommerpause steht der schwarz-roten Regierung einiges an Arbeit bevor.

Erstmeldung: Berlin – Die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geriet kurz vor der Sommerpause erheblich ins Wanken. Merz sah sich im Zuge des Streits um die Stromsteuer mit Vorwürfen des Wortbruchs konfrontiert und wurde von der AfD als „Lügenkanzler“ bezeichnet. Die misslungene Richterwahl in der letzten Bundestagssitzung vor der Sommerpause verschärfte die Situation zusätzlich. Bei der traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitag wird Merz daher bemüht sein, das Bild einer stabilen Koalition zu vermitteln.

Am Freitagmorgen wird Merz mit der Sommer-Pressekonferenz die Sommerpause der Bundesregierung traditionell einläuten. Ab 9.45 Uhr steht er den Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort. Dabei wird er sich zu „aktuellen Themen der Innen- und Außenpolitik“ äußern, wie die Bundespressekonferenz auf ihrer Website ankündigt. Zwischen den Themen Richterstreit, Stromsteuer und Koalitionskonflikten dürfte Merz dabei versuchen, das Ansehen seiner Regierung zu wahren.

Termin:Sommer-Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
Datum:Freitag, 18. Juli
Zeit:ab 9.45 Uhr
Ort:Haus der Bundespressekonferenz, Berlin
Voraussichtliche ThemenVerfassungsrichterwahl, Stromsteuer, Ukraine-Krieg, Außenpolitik

Schwarz-Rot bereits unter Druck: Merz bei Sommer-Pressekonferenz auf Schadensbegrenzung aus

Die misslungene Richterwahl widerspricht dem Anspruch des Kanzlers, durch ruhiges und effizientes Regieren einen Gegenpol zum ständigen Streit der vorherigen Ampel-Regierung zu schaffen. Während der Sommerpause muss die Koalition nun Personalvorschläge für das Bundesverfassungsgericht erarbeiten. Bereits vor diesen Ereignissen hatte Merz in der ersten Runde der Kanzlerwahl im Bundestag überraschend nicht die erforderliche Mehrheit erreicht. Der koalitionsinterne Streit um die Stromsteuer sorgte für weitere Kritik.

Der Eindruck bleibt bestehen, dass die Koalition noch nicht zu einem harmonischen Miteinander gefunden hat. Interne Zielkonflikte sind weiterhin präsent: Viele Unionsabgeordnete fordern nach der hohen Neuverschuldung des Bundes einen Spar- und Reformkurs, während die SPD ihr soziales Profil schärfen möchte. Auch diese Differenzen könnten bei der Sommer-Pressekonferenz für Merz ein Thema sein.

Ein Blick auf die aktuellen Umfragewerte zeigt, dass Merz in der zweiten Jahreshälfte noch viel Arbeit bevorsteht. Weniger als ein Fünftel der Bevölkerung sieht eine Verbesserung im Land seit dem Amtsantritt der schwarz-roten Koalition. 32 Prozent der Wahlberechtigten sind sogar der Meinung, dass sich die Lage in Deutschland seitdem eher verschlechtert hat.

„Wie lange dauert es noch bis der Erste die Regierung zur schlechtesten aller Zeiten erklärt?“, witzelte kürzlich Marcus Faber (FDP), der ehemalige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, auf X. Bei der Sommer-Pressekonferenz in Berlin wird es daher auch um das Ansehen des Kanzlers gehen. Für Merz könnte dieses Image problematisch werden, da er angetreten war, um Deutschland nach den aus seiner Sicht schwierigen Jahren der Ampel-Koalition wieder zu wirtschaftlicher Stärke zu führen.

Friedrich Merz stellt sich bei der Sommer-Pressekonferenz den Fragen der Hauptstadtjournalisten.

Merz‘ Sommer-Pressekonferenz live: AfD kommt in den Umfragen näher

Diese Situation ist auch im Hinblick auf die größte Oppositionspartei im Bundestag brisant. Merz selbst hatte seine Regierung nach den Koalitionsverhandlungen als „letzte Chance“ bezeichnet, um den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der AfD zu stoppen. Doch die Zwischenbilanz ist ernüchternd. Laut dem RTL/ntv-Trendbarometer sieht das Meinungsforschungsinstitut Forsa die Union bei 26 Prozent, nur knapp vor der AfD mit 24 Prozent.

Trotz Sommerpause steht dem Bundeskanzler also noch viel Arbeit bevor. Die Sommer-Pressekonferenz am Freitag könnte den Auftakt dazu bilden. (fdu mit afp)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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