Neuaufstellung
SPD-Chef: Klingbeil will sich den Spitzenjob schnappen
Aussichtsreicher Kandidat für den SPD-Vorsitz: Lars Klingbeil. Der Niedersachse hat sein Interesse an dem Posten bekundet. Die Zahl der Gegner? Überschaubar.
Berlin – Vom Generalsekretär zum neuen Chef: Lars Klingbeil plant einen Karrieresprung. Nach dem angekündigten Rücktritt des SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans hat sich der Niedersachse für dessen Nachfolge ins Gespräch gebracht. So zeigte sich Klingbeil offen die Übernahme des Postens. „Der Vorsitz ist ein sehr wichtiges, traditionsträchtiges und reizvolles Amt, in dem man viel bewegen kann“, sagte der 43-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er fühle sich geehrt, dass sein Name nun ständig mit Blick auf die Chefrolle genannt werde.
| Deutscher Politiker: | Lars Klingbeil (SPD) |
| Geboren: | 23. Februar 1978 (Alter 43 Jahre), Soltau |
| Privat: | verheiratet |
| Aktuelles Amt: | Generalsekretär |
SPD-Chef: Generalsekretär Lars Klingbeil liebäugelt mit der Nachfolge von Norbert-Walter-Borjans
Klingbeil reagierte damit erstmals auf die jüngsten Personalspekulationen. Ausgelöst hatte sie Walter-Borjans. Am vergangenen Freitag hatte der SPD-Chef, der die Partei seit 2019 zusammen mit Saskia Esken führt, seinen Rückzug angekündigt. Der 69-Jährige hatte erklärt, dass seine Mission nach der erfolgreichen Bundestagswahl beendet sei und er nun Jüngeren Platz machen wolle. Ein deutlicher Fingerzeig auf Klingbeil?
Walter-Borjans hatte den Vorsitz in einer schwierigen Phase übernommen. Vor zwei Jahren lag die SPD in Umfragen weit hinter der CDU und den Grünen. Doch zur Überraschung vieler Beobachter drehten die Genossen mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz die Stimmung im Land und wurden bei der Wahl zur stärksten Kraft.
SPD-Parteichef: Schnappen Manuela Schwesig oder Kevin Kühnert den Posten als Vorsitzende weg?
Als heimlicher Architekt des Wahlsieges gilt bei vielen in der Partei: Klingbeil. Als Generalsekretär schnitt er die Kampagne trotz vieler Zweifel voll auf Scholz als eine One-Man-Show zu – und hatte Erfolg damit. Seit dem wird der gebürtige Niedersachse bei allen zu vergebenen Posten gehandelt: als Fraktionschef, als Minister in einer Ampel-Regierung oder eben auch als Parteichef.
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Bei den Genossen und den Deutschen genießt Klingbeil großen Rückhalt. Laut einer Civey-Umfrage für die Funke Mediengruppe sieht die Mehrheit der Bürger in Klingbeil den richtigen Mann für den SPD-Chefsessel. 18 Prozent votierten für ihn. Dahinter wurde Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig genannt. Eine Alternative wäre zudem noch SPD-Bundesvize Kevin Kühnert. Doch weder er noch Schwesig haben sich derzeit öffentlich zu der Personalspekulation geäußert. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa
