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Trump fordert 230 Millionen Dollar vom Justizministerium – seine eigenen Leute entscheiden
Präsident Trump fordert eine Entschädigungszahlung in Höhe von 230 Millionen Dollar. Experten sprechen von einem „beispiellosen Interessenkonflikt“ und einer „Farce“.
Washington DC – US-Präsident Donald Trump fordert vom Justizministerium eine Entschädigung von rund 230 Millionen Dollar für die in der Vergangenheit gegen Trump geführten Bundesermittlungen. Trump reichte laut einem Bericht der New York Times (NYT) entsprechende Beschwerden über ein administratives Verfahren ein, das im Justizsystem häufig Klagen vorausgeht. Diese zielen darauf ab, eine Klage zu verhindern, wenn zwischen den Parteien ein Vergleich, also eine Einigung etwa durch finanzielle Entschädigung, erzielt werden kann.
Die erste Beschwerde aus Ende 2023 bezieht sich demnach auf angebliche Rechtsverletzungen im Zusammenhang mit den FBI- und Sonderermittler-Untersuchungen gegen Trump zur russischen Wahlbeeinflussung und möglichen Verbindungen zu Trumps Wahlkampf 2016. Die zweite Beschwerde vom Sommer 2024 wirft dem FBI vor, Trumps Privatsphäre durch die Durchsuchung seines Anwesens Mar-a-Lago in Florida 2022 verletzt zu haben, bei der nach Geheimdokumenten gesucht wurde.
Trump könnte sich selbst 230 Millionen Dollar Steuergelder auszahlen – „Was für eine Farce“
Über die möglichen Zahlungen müssen laut NYT ausgerechnet hochrangige Beamte innerhalb des Justizministeriums entscheiden, die vormals als Anwälte für Trump oder sein Umfeld tätig waren. Entschädigungszahlungen dieser Art werden zudem in der Regel von den Steuerzahlern getragen. Zwei Personen, die mit den rechtlichen Angelegenheiten des Präsidenten vertraut sind, sagten gegenüber der Zeitung, dass er zwar noch keine der Zahlungen erhalten habe, aber fest damit rechne.
Die Entscheidung über Vergleiche von mehr als vier Millionen Dollar muss laut Ministeriumshandbuch vom stellvertretenden Justizminister genehmigt werden – eine Position, die derzeit Todd Blanche innehat, Trumps ehemaliger Hauptverteidiger in Strafverfahren. Auch Stanley Woodward Jr., Chef der Zivilabteilung des Ministeriums, vertrat zuvor Trumps Mitangeklagten Walt Nauta im Geheimdokumente-Fall.
Pompös und protzig: Trump lässt Weißes Haus komplett umgestalten
Demokraten auf den Barrikaden: Trump hat Steuerzahler „zu seinem persönlichen Sparschwein gemacht“
Vonseiten der Demokraten hagelte es in der Folge harte Worte. Der Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees, Ken Martin, erklärte laut einem Bericht von The Independent UK: „Donald Trump wird den Amerikanern nicht helfen, aber er wird sich selbst sicher helfen. In weniger als einem Jahr hat er die Steuerzahler zu seinem persönlichen Sparschwein gemacht.“ Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona schrieb auf X: Trump „befiehlt der von ihm geführten Regierung, ihn zu bezahlen. In anderen Ländern versuchen die Staatschefs zumindest zu verbergen, dass sie Geld von den Bürgern stehlen.“
Trump räumte im Weißen Haus die Absurdität der Situation ein: „Es ist ziemlich seltsam, eine Entscheidung zu treffen, bei der ich mich selbst bezahle.“ Rechtsexperten zeigen sich entsetzt über die ethischen Implikationen der Trump-Regierung: „Was für eine Farce“, kommentierte Bennett L. Gershman, Ethik-Professor an der Pace University die Situation laut NYT. „Der ethische Interessenkonflikt ist so grundlegend, dass man keinen Rechtsprofessor braucht, um ihn zu erklären.“(Quellen: NYT, The Independent UK, X/RubenGallego) (nana)