Krise in Osteuropa

Ukraine-Krieg: Bereits über 1,5 Millionen Menschen fliehen vor Wladimir Putin

Russlands Angriffe auf die Ukraine treibt Menschen in die Flucht. Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs suchen nun Schutz – und kommen etwa nach Polen oder Deutschland.

Kiew/Berlin – Russlands Krieg in der Ukraine zieht die Welt ins Chaos: Während in Kiew oder Mariupol weiter Raketen einschlagen und Russlands Präsident Wladimir Putin sich immer noch unnachgiebig zeigt, treibt der Ukraine-Konflikt zahlreiche Menschen in die Flucht. Welche Ausmaße die Flüchtlingsbewegungen in den kommenden Tagen durch die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine noch annehmen werden, kann derzeit kaum abgeschätzt werden. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, warnt derweil vor Bombenangriffen auf Odessa. Nach aktuellen Schätzungen der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR sind bereits 1,5 Millionen Menschen vor dem Ukraine-Krieg auf der Flucht.

Krieg in der Ukraine führt zu größter Flüchtlingskrise seit Zweitem Weltkrieg

Die Dynamik, mit der sich die Flüchtlingsbewegung in der Ukraine entwickelt, scheint gewaltig zu sein. Eine humanitäre Katastrophe scheint kaum noch abwendbar: „Dies ist nun die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg“, teilte die Organisation am Sonntag auf Twitter mit. Durch die Kämpfe im Ukraine-Krieg sei es wahrscheinlich, dass sich in den kommenden Tagen weitere Millionen Menschen der Flucht anschließen könnten. Während sich in Deutschland viele Menschen fragen, wie sich Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen können, wählt Polens Präsident Andrzej Duda einen pragmatischen Ansatz und bietet einige Zimmer in seinen Dienstvillen für Geflüchtete an.

Eine ukrainische Frau erreicht mit ihrem Baby die polnische Grenzstadt Medyka.

Auf Initiative von Polens First Lady Agata Kornhauser-Duda seien bereits seit mehreren Tagen Geflüchtete in zwei Dienstvillen des Präsidenten untergekommen, sagte Dudas Kanzleichef Adam Kwiatkowski der Nachrichtenagentur PAP am Sonntag. Da Polen für die Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine jeden freien Raum benötigt, würde das Staatsoberhaupt außer dem Präsidentenpalast und dem zu repräsentativen Zwecken genutzten Palast Belvedere in Warschau noch vier weitere Dienstvillen für Ukrainer zur Verfügung stellen.

Ukraine-Krieg: Zahlreiche Ukrainer fliehen nach Polen

Als direktes Nachbarland der Ukraine zieht es viele Flüchtlinge aus der Kriegsregion zunächst nach Polen. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes seien seit Beginn der russischen Invasion von Wladimir Putin auf die Ukraine bislang deutlich über 900.000 Menschen in Polen eingetroffen. Bilder aus der Grenzregion zeigen übermüdete und traumatisierte Ankömmlinge, die von dem Schrecken der jüngsten Kämpfe gezeichnet sind. Zahlen vom Samstag deuteten hingegen an, dass auch fast 230.000 Menschen in Moldau und 145.000 in Ungarn Schutz suchen.

Während die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine in Polen bald die Millionengrenze überschreiten dürfte, bemühen sich zahlreiche Hilfsorganisationen und private Helfer, den Menschen in der Grenzregion beizustehen und sie mit den nötigsten Gütern zu versorgen. In der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine scheint derweil eine zweite Evakuierung von Zivilisten gescheitert zu sein. Das berichten unter anderem Sprecher des Kreml sowie das Rote Kreuz. Derweil führt das Hackerkollektiv Anonymous einen Cyberkrieg gegen Wladimir Putin.

Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland: Knapp 38.000 Menschen suchen bundesweit Zuflucht

Einen deutlichen Anstieg der Zahl von Geflüchteten aus der Ukraine wurde auch in Deutschland registriert. Am Sonntag seien bereits 37.786 geflüchtete Ukrainer registriert wurden. Das geht aus Angaben des Bundesinnenministeriums hervor. Im Vergleich zum Samstag stieg die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine damit um fast 10.000. Wie ein Sprecher der Behörde mitteilte, sei es möglich, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte. Die Daten der Bundespolizei könnten wegen nicht bestehender Grenzkontrollen nur einen Teil der Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet erfassen.

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Seit Sonntag werden Menschen aus dem Kriegsgebiet mit Bussen vom Berliner Hauptbahnhof aus in andere Bundesländer gebracht. 13 Bundesländer würden angesteuert, Bayern und Hamburg seien ausgenommen. „Das Angebot ist freiwillig, keine Registrierung“, hieß es in einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales auf Twitter. Derweil bereitet sich die Stadt Hannover auf die Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Währenddessen hat der Bundestag klargestellt, wie die Ansprüche von Geflüchteten aus der Ukraine für Hartz IV aussehen.

Geflüchtete aus der Ukraine können auch in Hannover untergebracht werden – 1152 Schlafplätze stehen bereit

Wie die Stadt Hannover am Sonntag mitteilte, seien in einer Messehalle in Hannover Zeltdörfer für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgebaut worden. Insgesamt 1152 Schlafplätze seien dort in den letzten Tagen entstanden, teilte die Stadt am Sonntag mit. „Die Landeshauptstadt steht zu ihrer Verantwortung. Sie wird alles tun, was ihr möglich ist, um den Menschen, die vor dem Krieg fliehen, umfassend zu helfen“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne).

Bevor die Halle auf dem Gelände des Messegeländes auf die Ankunft der Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs vorbereitet worden waren, gab es bereits eine kleinere Anlaufstelle für Ukrainer: In einer ehemaligen Feuerwehrwache in der Innenstadt war vor einigen Tagen eine Unterkunft entstanden. Insgesamt gibt es dort Platz für 136 Menschen. (Mit Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber/AP/dpa

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