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Umfrage-Knall für Merz-Regierung: Bürger rechnen mit Zusammenbruch der Koalition
Rund ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition überwiegt in der Bevölkerung Skepsis gegenüber ihrer politischen Zukunft.
Die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD ist seit knapp einem Jahr im Amt. Am 6. Mai 2025 wurde Friedrich Merz als Bundeskanzler vereidigt. Die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: Fast ein Jahr nach ihrem Amtsantritt blickt eine Mehrheit der Deutschen skeptisch auf die Zukunft der schwarz-roten Bundesregierung.
Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa für die Bild am Sonntag gehen 58 Prozent der Befragten davon aus, dass die Koalition aus Union und SPD die Legislaturperiode bis 2029 nicht vollständig überstehen wird. Lediglich 24 Prozent rechnen damit, dass das Bündnis bis zum regulären Ende Bestand haben wird. 18 Prozent machten keine Angabe oder zeigten sich unentschlossen.
Insa-Umfrage: Mehrheit unzufrieden mit Regierung – AfD in Wählergunst vorn
Auch mit der bisherigen Regierungsarbeit zeigt sich die Bevölkerung überwiegend unzufrieden: Rund drei Viertel der mehr als 1000 Befragten äußerten Kritik an der Arbeit der Koalition, während nur 16 Prozent zufrieden sind. Die Erhebung wurde am 29. und 30. April 2026 durchgeführt.
Etwa ein Jahr nach Beginn der gemeinsamen Regierungsarbeit zeigt sich eine Verschiebung in der Wählergunst. Die SPD hat an Zustimmung eingebüßt, während die Union im aktuellen „Sonntagstrend“ des Instituts Insa leicht zulegen konnte, jedoch weiterhin deutlich hinter der AfD liegt – mit einem Rückstand von vier Prozentpunkten. Nach ihrem Ergebnis von 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025 kommt die Union derzeit auf 24 Prozent. Die SPD erreicht aktuell 14 Prozent, nachdem sie bei der Wahl noch bei 16,4 Prozent lag. Die AfD hingegen konnte ihren Zuspruch deutlich steigern und liegt – wie bereits in früheren Insa-Umfragen – bei 28 Prozent, ein Plus von 7,2 Punkten.
Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern
Auch bei den kleineren Parteien zeigen sich Veränderungen: Die Grünen würden derzeit 13 Prozent der Stimmen erhalten und liegen damit über ihrem Wahlergebnis von 11,6 Prozent. Die Linke konnte ebenfalls zulegen und verbessert sich von 8,8 Prozent auf aktuell 11 Prozent. Sowohl das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) als auch die FDP würden mit jeweils rund 3 Prozent weiterhin an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und den Einzug in den Bundestag verpassen.
Koalition arbeitet an Reformen unter veränderten wirtschaftlichen Bedingungen
Rund ein Jahr nach ihrem Amtsantritt steht die schwarz-rote Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor politischen Herausforderungen. Das Bündnis war mit dem Ziel gestartet, Stabilität zu sichern und zentrale Reformprojekte voranzubringen. Bereits während der Koalitionsverhandlungen im Jahr 2025 zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Partnern. In Bereichen wie Migrationspolitik, Bürgergeld, Steuerpolitik und Mindestlohn waren umfangreiche Abstimmungen erforderlich, um eine gemeinsame Grundlage für die Regierungsarbeit zu schaffen.
Neben den innenpolitischen Themen beeinflussen auch internationale Entwicklungen die Regierungsarbeit. Der Iran-Krieg wirkt sich unter anderem auf die Energiepreise aus, die zuletzt deutlich gestiegen sind. Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft, verwies darauf, dass der Konflikt zu höheren Energie- und Rohstoffpreisen beiträgt. In der Folge wurde die Wachstumsprognose der Bundesregierung für das Jahr 2026 nach unten angepasst.
Zusätzlichen Einfluss auf die politische Lage hat die internationale Entwicklung, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten. Der Iran-Krieg wirkt sich unter anderem auf die Energiepreise aus, die zuletzt deutlich gestiegen sind. Nach Angaben der Bundesregierung hat dies auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung: Die Wachstumsprognose für das Jahr 2026 wurde nach unten korrigiert. Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft, verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass steigende Energie- und Rohstoffpreise eine direkte Folge der aktuellen geopolitischen Lage seien.
Für den aktuellen „Sonntagstrend“ befragte das Institut Insa zwischen dem 27. und 30. April insgesamt 1207 Personen. Nach eigenen Angaben ist die Erhebung repräsentativ. Grundsätzlich sind Wahlumfragen jedoch immer mit Unsicherheiten verbunden. Sinkende Parteibindungen und zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren es den Instituten, die Daten präzise zu gewichten. Insa gibt eine statistische Fehlertoleranz von rund 2,9 Prozentpunkten an. Zudem gilt: Solche Umfragen bilden lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und stellen keine verlässliche Prognose für den tatsächlichen Wahlausgang dar. (Quellen: dpa, tagesschau, MDR) (jal)