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„Drastische Auswirkungen“: Wärmepumpenverband fordert Klärung der Förderrichtlinien
Nach dem KFT-Urteil und der Haushaltssperre fordern Verbände schnelles Handeln der Ampel. Das Einfrieren der Förderungen habe „drastische Auswirkungen“.
„Drastische Auswirkungen“: Wärmepumpenverband fordert Klärung der Förderungsrichtlinien
Am Mittwochmorgen (29. November) appellierten die Verbände gemeinsam in Berlin an die Bundesregierung unter Bundeskanzler,Olaf Scholz (SPD) „mittel- bis langfristige Planungssicherheit über die Rahmenbedingungen der Energie- und Klimapolitik“ zu schaffen. Dabei beziehen sie sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021, das die Verpflichtung der Bundesregierung zum Schutz des Klimas unterstreiche.
Der Klima-Monitoringbericht des Bundesumweltamtes mache die zunehmend verheerenden Folgen der Klimakrise deutlich. Der Bericht, der am 28. November veröffentlicht wurde, stellt fest, dass Deutschland insgesamt immer heißer wird und Wasser verliert: „Die verheerenden Folgen der Klimakrise nehmen in erschreckendem Ausmaß zu“, bilanziert Bundesumweltministerin Steffi Lemke darin. Die Zahl der Sommer mit starken Hitzewellen und ungekannten Temperaturrekorden nimmt zu. Beispielsweise wurde im Juli 2022 erstmals nördlich des 53. Breitengrads in Hamburg eine Temperatur von über 40 Grad gemessen.
Klima-Fonds-Urteil und Haushaltssperre – Verbände fordern schnelles Handeln
Die Verbände betonen die Dringlichkeit einer schnellen Klärung zur Finanzierung des Heizungstausches im Rahmen des Heizungsgesetzes, um bewährte Instrumente und Programme im Wärmebereich weiter nutzen zu können. Der Klimaschutz müsse „priorisiert behandelt“ werden. Es gehe darum, dafür „die erforderlichen Schulden zu machen und das verfahrenstechnisch anzufassen und abzusichern“. Werde das Klimaziel für 2030 verfehlt, weil wirksame Maßnahmen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe mit dem Verweis auf fehlende Mittel aufgeschoben werden, verstoße dies gegen das Grundgesetz und die Rechte zukünftiger Generationen.
Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit
Verband fordert Klärung der Heizungstausch-Förderung: „Großer Frust in der Bevölkerung“
„Natürlich muss man über die Schuldenbremse reden“, sagte BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel, dies seien „notwendige, richtige und wichtige Debatten“. Dennoch rufen BWP und GIH die Ampelkoalition dazu auf, schnellstmöglich Klarheit bezüglich des Bundeshaushalts 2023 und 2024 zu schaffen – und eine Klärung zur Finanzierung des Heizungstausches. Das Einfrieren der Förderungen hätte für „großen Frust in der Bevölkerung“ geführt, so Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Verbandes der unabhängigen Energieberatenden GIH.
Es sei darum entscheidend, sicherzustellen, dass bewährte Instrumente und Programme im Wärmebereich weiterhin genutzt werden können und die neu beschlossenen Maßnahmen, insbesondere die Novelle des Gebäudeenergiegesetz (GEG) wie angekündigt in Kraft treten.
„An die gute Dynamik der letzten Zeit anknüpfen“: Experten fordern Wiederaufnahme der Förderprogramme
Benjamin Weismann, Geschäftsführer des GIH, betont die Dringlichkeit, die positive Entwicklung aufrechtzuerhalten: „Wir müssen unbedingt an die gute Dynamik der letzten Zeit anknüpfen. Immer mehr Sanierungswillige vertrauen auf gewerkeübergreifende Beratungen. Es bleibt also dringend zu hoffen, dass die ausgesetzten Förderprogramme rasch wieder aufgenommen werden, die neue BEG so wie angekündigt zum Jahresanfang 2024 kommt und somit nach Monaten der Flaute das Modernisieren von Gebäuden wieder in Gang kommt.“
Dafür stünden der Politik verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, erklärt BWP-Geschäftsführer Sabel – darunter die Erhöhung des CO₂-Preises im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) in Verbindung mit der Einführung eines Klimagelds. Der Abbau von klimaschädlichen Subventionen könnte die Senkung der Strompreisbesteuerung finanzieren.
Schuldenbremse und Haushaltssperre– Ampel-Regierung könnte Notlage ausrufen
Die Ampel selbst sucht nach der Haushaltssperre einen weiteren Ausweg aus der Schuldenbremse, nämlich durch die Erklärung einer Notlage, um das entstandene Finanzdefizit von mindestens 60 Milliarden Euro im Klima- und Transformationsfonds (KTF) zu bewältigen. Es scheint wahrscheinlich, dass dies im Jahr 2023 erneut geschehen wird, um die Milliardenkredite aus dem Sondervermögen rückwirkend in Einklang mit der Verfassung zu bringen. Das Kabinett hat am Montag einen Nachtragshaushalt verabschiedet. (Ulrike Hagen)