Folgen des Ukraine-Kriegs
Westen beschließt Ölpreisdeckel – was das für Verbraucher bedeutet
Der Westen deckelt den Ölpreis, um Druck auf Russland auszuüben. Die Ölpreise sind zuletzt stark gestiegen – welche Folgen gibt es für Verbraucher?
Berlin – Weitere Sanktionen des Ukraine-Kriegs treten in Kraft: Der Westen hat nach dem Ölembargo auf russisches Öl, mit einem Preisdeckel reagiert. Doch der Ölpreisdeckel scheint sich gegenteilig auf die Preise auszuwirken. Nach aktuellem Stand ist es auf dem Ölmarkt zu starken Schwankungen gekommen. Nachdem die Ölpreise am Montag stark gestiegen sind, sind sie laut der FAZ am Dienstag, 6. Dezember, nach einer leichten Erhöhung zurückgegangen. Wird der Ölpreisdeckel Auswirkungen auf die Preise des Heizöls und Spritkosten haben?
EU setzt Russland mit Ölpreisdeckel unter Druck – was bedeutet das für Verbraucher?
Inwieweit sich der Ölpreisdeckel auch auf den europäischen Rohölimportmarkt auswirkt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählt laut dem Wirtschaftsverband Fuels und Energie die Höhe des Preisdeckels, die russische Reaktion sowie die Frage, ob es Kontrollen der genutzten Tankerflotte gebe. Grundsätzlich entwickeln sich der Heizölpreis und der internationale Preis für Rohöl in dieselbe Richtung. Allerdings wirken auf den Heizölpreis auch andere Faktoren ein.
Der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer erwartet keine gravierende Auswirkung des Ölpreisdeckels auf die Spritpreise. „Letztlich kommt es darauf an, ob der Deckel die Ölpreise drückt oder im Gegenteil zum Steigen bringt“, sagt er dem Bayerischen Rundfunk. Laut der FAZ sind die Heizöl- und Spritpreise am Dienstag noch leicht rückläufig gewesen.
Westen verhängt Ölpreisdeckel und Ölembargo gegen Russland – Putin reagiert
Am Montag ist der EU-Ölpreisdeckel neben dem Ölembargo in Kraft getreten. Die Höhe für Preisdeckel soll zunächst bei 60 US-Dollar (57 Euro) je Barrel liegen. Das Ziel ist, die russischen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu drücken und so die Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine schwieriger zu machen. Zwar soll Russland weiterhin Öl vermarkten – jedoch zu bestimmten Preisen.
Wie reagiert Kreml-Chef Wladimir Putin auf den Ölpreisdeckel und das Ölembargo? Putin könnte ein komplettes Verbot für russische Ölgesellschaften verhängen, den Rohstoff an Länder zu verkaufen, die sich am Ölpreisdeckel beteiligen. Das vermeldete die Wirtschaftszeitung Wedomosti. In diesem Fall werde dann auch der indirekte Kauf über Drittländer blockiert. Möglich ist dem Bericht zufolge ein vertragliches Verbot für eine Preisobergrenze. Als dritte mögliche Gegenmaßnahme wird offenbar über eine Rabattgrenze diskutiert. Das bedeutet, dass Verkäufer der russischen Ölsorte Urals nicht mehr als einen noch zu bestimmenden Prozentsatz an Rabatt gegenüber dem Weltmarktpreis für die Nordseesorte Brent geben könnten.
Wie sinnvoll ist der Ölpreisdeckel? Ukraine verübt Kritik an der Maßnahme
Doch erfüllt der Ölpreisdeckel seinen Zweck? Aus Sicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist der Ölpreisdeckel zu hoch angesetzt. „Es ist keine ernsthafte Entscheidung, eine solche Obergrenze für die russischen Preise festzulegen“, da diese für Moskau „komfortabel“ sei, erklärte Selenskyj. Ein Preisdeckel von 60 Dollar pro Barrel Öl ermögliche Russland immer noch Einnahmen von etwa hundert Milliarden Dollar pro Jahr, kritisierte Selenskyj laut n-tv weiter.
Der Ölpreisdeckel wurde laut der Tagesschau maßgeblich von den Amerikanern vorangetrieben, die befürchteten, dass das europäische Einfuhrverbot die Preise für nicht-russisches Öl und damit auch für Benzin in die Höhe treiben könnte. Zudem sah die Verordnung für das Embargo kein Transportverbot russischen Öls vor.