Auf Social Media

Er kommt erst im Sommer, aber Gladbachs Neuzugang bricht schon Rekorde

Für die kommende Spielzeit hat Borussia Mönchengladbach zwei Transfers unter Dach und Fach gebracht. Ein Neuzugang bricht bereits jetzt alle Rekorde.

Mönchengladbach – Im Profifußball ist oft Beharrlichkeit gefragt. Manche Dinge funktionieren nicht sofort, also gilt es, Geduld zu bewahren und darauf zu hoffen, dass sich eine Tür öffnet. Das war auch in den Bemühungen von Borussia Mönchengladbach um einen baldigen Neuzugang der Fall.

Gladbachs Geduldspiel mit Kevin Diks

Die Fohlen-Elf streckte im vergangenen Sommer nach den Verpflichtungen von Philipp Sander, Kevin Stöger und Tim Kleindienst ihre Fühler nach einem Abwehrspieler aus, um den zu Leeds United zurückgekehrten Max Wöber zu ersetzen. Fündig wurden die Verantwortlichen beim FC Kopenhagen, der vielseitig einsetzbare Kevin Diks hatte ihr Interesse geweckt. Aufgrund der Sturheit der Dänen tütete Borussia den Transfer allerdings erst im Januar 2025 und für den bevorstehenden Sommer ein.

„Im letzten Sommer gab es viele Vereine, die mich verpflichten wollten. Kopenhagen hat wirklich alles für mich getan, es kamen Angebote von sechs bis sieben Millionen Euro, glaube ich, aber sie haben mich nicht gehen lassen. Sie konnten keinen Innenverteidiger finden, um meine Lücke zu füllen“, sagte Diks in einem Livestream des niederländischen Fußballpodcasts „FC Afkicken“ über seine Situation.

Kevin Diks wird im Juli vom FC Kopenhagen zu Borussia Mönchengladbach wechseln

Ein Transfer zum FC Como in Italien habe sich nicht ergeben, somit blieb Gladbach gemeinsam mit anderen Bundesligisten und italienischen Vereinen am Drücker. „Borussia hat immer Kontakt mit meinem Berater gehalten, sie wollten mich auch für diesen Sommer. Irgendwann habe ich im Winter ein paar Angebote erhalten. Ich habe mich schnell entschieden, damit ich mich auf die nächsten sechs Monate konzentrieren kann“, erläuterte Diks.

Gladbach-Neuzugang bricht schon jetzt Rekorde

Der Wechsel zahlt sich für Borussia nicht nur sportlich aus, auch auf Social Media ist mit einem Ansturm zu rechnen. Der 28-Jährige genießt seit seiner Entscheidung, für die indonesische Nationalmannschaft zu spielen, einen regelrechten Hype im Inselstaat. Die Transferverkündung bescherte Gladbachs Instagram-Kanal 971.000 Likes, zwei weitere Beiträge von Diks wurden 489.000-mal und 293.000-mal mit „Gefällt mir“ markiert. Zudem verzeichnen die Beiträge jeweils über 2.600 Kommentare.

Zahlen, von denen der Bundesligist trotz mehr als einer Million Followern bislang nur träumen konnte. Zum Vergleich: Die Verkündung des Transfers von Jens Castrop, der wie Diks im Sommer seine Zelte am Niederrhein aufschlagen wird, sammelte 23.400 Likes und 228 Kommentare. Borussia hat sich mit Diks einen regelrechten Star geschnappt, der schon fünf Monate vor seiner Ankunft auf Rekordjagd geht.

Die Profikarriere wäre fast gescheitert

Der steile Aufstieg wäre jedoch um ein Haar ausgeblieben, denn im Jugendalter drohte Diks das Karriereende. „Ich hatte nie das große Talent und dann kam es so weit, dass die Vereine gesagt haben, du kannst jetzt gehen.“ Er begann, sich beruflich umzuorientieren, ehe der spätere Bundesliga-Trainer Peter Bosz (Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen) ihm bei Vitesse Arnheim eine Chance gab, die er zu nutzen wusste.

In den Folgejahren ging es allerdings nicht nur nach oben, denn Diks hatte mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen und zweifelte erneut an seiner Zukunft. „Ich hatte überlegt, ob ich aufhören soll, weil ich keinen Spaß mehr hatte. Es hat nicht funktioniert, es tat einfach weh.“ Doch auch in diesem Fall zahlte sich Beharrlichkeit aus.

Nach den glücklosen Stationen AC Florenz und FC Empoli entschied sich Diks 2019 für einen Transfer zu Aarhus GF. „Da war Peter Christiansen, der jetzt in Wolfsburg ist. Er hat gesagt, selbst, wenn du zwei Monate lang trainieren musst, bekommst du diese Chance. Dort habe ich Kontinuität erhalten, es war schön.“ Der heutige Sport-Geschäftsführer der Wölfe lotste Diks 2021 zum FC Kopenhagen und war Gerüchten zufolge um eine Reunion in der Autostadt bemüht.

Diks wird in Gladbach Geschichte schreiben – und träumt von mehr

Diks aber entschied sich für Borussia und wird im Fohlen-Trikot als erster indonesischer Spieler der Bundesliga-Historie eingehen. Darüber hinaus träumt er davon, 2026 mit der indonesischen Nationalmannschaft die erste WM-Teilnahme seit 1938 zu erleben.

Hoffnung verleiht Nationaltrainer Patrick Kluivert, der im Januar mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattet worden ist. „Bei einer Weltmeisterschaft zu spielen, wäre natürlich unglaublich. Als Junge träumt man davon, Champions League zu spielen, eine Welt- und Europameisterschaft zu spielen“, sagte Diks. Welchen Social-Media-Hype Gladbach erfahren würde, sollte der Neuzugang tatsächlich bei der WM in Kanada, Mexiko und den USA vertreten sein, lässt sich angesichts der ersten Rekorde nur erahnen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gonzales Photo/Tobias Jorgensen

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