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Wie passend, mögen manche Fans denken, dass dieser „neue Angriff“ direkt mit einem Rückschlag beginnt: Den Trainingsauftakt am Sonntag verpasste der Tscheche prompt wegen eines Infekts. Das wirkt wie ein weiteres unglückliches Kapitel in einer Liaison, deren Ende eigentlich schon vorprogrammiert schien.
Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball
Virkus verkündet überraschende Čvančara-Wende in Gladbach
Noch im Mai sorgte der Angreifer für einen Eklat bei Borussia. Via Instagram beklagte er angeblich nicht eingehaltene Versprechungen seitens des Klubs. „Ich bat um eine Leihe, damit ich neu anfangen und in die Form kommen konnte, die ich zu Beginn meiner Ankunft hier hatte. Die Freigabe wurde mir nicht gewährt, stattdessen erhielt ich Versprechungen, die nicht erfüllt wurden“, ließ er seine Follower wissen und kündigte für den Sommer „den gleichen Plan“ an – seinen Abschied.
Doch jetzt klingt alles anders. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus hat die Tür für einen Transfer vorerst geschlossen und stattdessen eine überraschende Kehrtwende verkündet. „Wir haben mit Tomáš und seinen Beratern die Situation besprochen – und wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Tomáš einen neuen Angriff bei uns starten wird“, erklärte Virkus gegenüber Bild.
Kleindienst-Verletzung zwingt Gladbach zur Notlösung
Diese Entscheidung ist weniger ein Akt der Gnade als vielmehr eine aus der Not geborene Maßnahme. Der Glaube an das Potenzial des Stürmers mag bei den Verantwortlichen vorhanden sein, doch die Hintergründe für die zweite Chance sind unübersehbar. Die Borussia steckt in einer Zwickmühle, die Čvančara plötzlich wieder wertvoll macht.
Der Hauptgrund für das Umdenken ist schließlich die schwere Verletzung von Tim Kleindienst. Der Stürmer und Publikumsliebling fällt nach seiner Knie-Operation noch monatelang aus. „Wenn alles gut läuft, glauben wir, dass Tim im November wieder auf dem Platz stehen kann“, so Virkus. Der Ausfall des Nationalspielers reißt eine riesige Lücke im Sturmzentrum.
Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind: Čvančara ist bisher ein Flop
Die Skepsis im Umfeld ist groß, denn Čvančaras Bilanz nach zwei Jahren am Niederrhein ist ernüchternd. Nach einem vielversprechenden Start baute der im Sommer 2023 für 10,5 Millionen Euro verpflichtete Angreifer stark ab, wirkte oft wie ein Fremdkörper und fiel immer wieder mit Verletzungen aus. Der Flop-Status schien ihm sicher.
Das grundsätzliche Potenzial von Čvančara ist dabei unbestritten. Jedoch stellen viele Beobachter infrage, ob der Tscheche es jemals in Gladbach abrufen wird. „Als Spieler hast du Phasen, wo du vor Selbstbewusstsein strotzt. Aber auch Phasen, in denen du weniger Selbstbewusstsein hast – und davon hatte Tomáš letzte Saison einige“, hofft Virkus darauf, dass es noch klickt beim 24-Jährigen.
Eine letzte Chance für Čvančara in Gladbach
Nun also der Neustart. Čvančara erhält die Chance, die er im Winter selbst eingefordert hatte – wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen. Er ist nicht mehr der gefeierte Hoffnungsträger, sondern eine Notlösung unter strenger Beobachtung. Der Glaube an seinen Durchbruch ist bei den Fans, die ihn teilweise mit Pfiffen bedachten, kaum noch vorhanden.
Für den Tschechen ist es die vielleicht letzte Möglichkeit, sein Potenzial, das Virkus ihm attestiert, in der Bundesliga zu beweisen. Er muss liefern, um nicht nur den verletzten Kleindienst zu ersetzen, sondern auch die Herzen der Anhänger zurückzugewinnen.
Scheitert auch dieser Angriff, dürfte das Kapitel Gladbach tatsächlich und endgültig geschlossen werden.