Schwierige Zeit
Friedrich lässt tief über Gladbach blicken: „Ganz anders vorgestellt“
Marvin Friedrich zeigt bei Borussia Mönchengladbach positive Fortschritte. Seine Reise am Niederrhein war keine einfache.
Mönchengladbach – Marvin Friedrich wechselte im Januar 2022 zu Borussia Mönchengladbach und ist doch erst im Oktober 2024 wirklich in der Mannschaft angekommen.
Friedrich war in Gladbach lange außen vor
Bis heute hat Friedrich 71 Spiele für die Fohlen-Elf bestritten, doch erst in jüngster Zeit konnte er sich als fester Bestandteil der Mannschaft etablieren. Besonders in der Saison 2022/23 unter Daniel Farke hatte er es schwer, saß für neun aufeinanderfolgende Spiele auf der Bank und erhielt einen öffentlichen Tadel vom Trainer.
Vergangenes Wochenende wurde Friedrich erst in den letzten Minuten gegen Borussia Dortmund eingewechselt. Davor jedoch stand er siebenmal hintereinander über die volle Spielzeit auf dem Platz, während Nico Elvedi nach seiner Rückkehr zurückstecken musste.
Friedrich blickt emotional auf Gladbach-Anfänge zurück
Die Gerüchte über einen möglichen Abschied sind aufgrund seiner Einsätze und guten Leistungen im Herbst verstummt. Friedrich ist nun Teil eines gesunden Konkurrenzkampfes und hat auch in der Rückrunde die Möglichkeit, regelmäßig zu spielen. Im Gespräch mit der Rheinischen Post räumt er ein, dass er in Gladbach schon schwierigere Zeiten durchlebt hat.
„Ich habe keine einfache Vergangenheit in Gladbach. Ich habe mir das ganz anders vorgestellt, als ich von Union Berlin hierhergekommen bin, das muss ich ehrlich zugeben“, so Friedrich. Anstatt die erhoffte Verstärkung für die Abwehr zu sein, tauschte er seinen Stammplatz bei Union gegen die Rolle des - zeitweise chancenlosen - Herausforderers ein.
„Wenn man dann nicht spielt, macht man sich natürlich seine Gedanken“, unterstreicht der Verteidiger, der jedoch nie ernsthaft einen Abgang in Erwägung gezogen hat: „Aber ich bin keiner, der wegläuft. Ich habe immer versucht, mich anzubieten. Ich wollte mich durchsetzen, will mich immer noch durchsetzen. Da tun die vergangenen zwei Monate natürlich gut.“
Zukunft in Gladbach? Das sagt Friedrich
Am Tag vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel (Samstag, 15.30 Uhr) feiert Friedrich seinen 29. Geburtstag. Ob er mit einer Startelfrückkehr belohnt wird, bleibt abzuwarten. Sein Ziel ist es dennoch, an die Leistungen des Herbstes anzuknüpfen.
„Ich will natürlich spielen und mich dementsprechend im Training anbieten und hoffe dann, dass der Trainer das sieht und mir auch Chancen gibt weiterhin. Alles ist letztlich abhängig von den Leistungen.“ Dies bezieht Friedrich auch auf seine Zukunft bei Borussia.
Sein Vertrag läuft noch bis 2026. Da die Fohlen ablösefreie Abgänge vermeiden wollen, wird im Laufe der Rückrunde voraussichtlich diskutiert werden, ob eine Verlängerung oder eine Trennung angestrebt wird. Dies gilt auch für seinen Abwehrpartner Ko Itakura, dessen Vertrag verlängert werden soll und der offen für einen Verbleib in Gladbach über 2025 hinaus ist.
Man werde „sehen, was nächstes Jahr passiert“, äußerte sich Friedrich zu seiner eigenen Zukunft. „Noch beschäftige ich mich gar nicht damit. Im Fußball geht letztlich alles so schnell.“ Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, weiterhin regelmäßig zu spielen; und bei guten Leistungen wird der Verein eher eine Vertragsverlängerung in Betracht ziehen.
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