Fohlen stabilisiert

Gladbach-Boss verteidigt Seoane: „Es war richtig“

Borussia Mönchengladbach präsentiert sich in der Saison 2024/25 konstant. Anerkennung erhält nun die Arbeit von Chefcoach Gerardo Seoane.

Mönchengladbach – Erst seit einigen Wochen dürfte Gerardo Seoane zumindest etwas Gelassenheit empfinden. Hinter dem Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach liegen viele anstrengende Monate.

Erst im November beruhigte sich die Lage

Die Saison 2023/24 beendete Gladbach mit 34 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz, der Abstieg war erst ab dem 33. Spieltag keine Gefahr mehr. Seoane war verpflichtet worden, um eine neue Fohlen-Elf aufzubauen, hatte jedoch mit erheblichen Problemen zu kämpfen und stand im Fan-Umfeld für seine wechselhafte Taktik- und Personalwahl in der Kritik.

Es dauerte gar bis November dieses Jahres, ehe sich Seoane fangen sollte. Seit dem Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt am 30. Oktober stimmen die Ergebnisse, zudem setzt der Coach auf eine feste Formation und nimmt seltener Änderungen in der Startelf vor.

In Mönchengladbach hat sich ein fester Mannschaftskern gebildet, die Verletzungsprobleme halten sich in Grenzen und schon jetzt verbuchte Borussia zehn Gegentore weniger als am 13. Spieltag der Vorsaison. Im Sport1-Doppelpass zog Roland Virkus nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund ein positives Fazit über die Entwicklung der Fohlen.

Virkus verteidigt Seoane: „Wer macht es denn sonst?“

„Die Mannschaft hat sich gefunden“, sagte Virkus, dessen Schlussfolgerung lautete: „Das hat auch damit zu tun, dass wir am Trainer festgehalten haben. Man braucht eine gewisse Kontinuität, um etwas entwickeln zu können.“

Roland Virkus und Gerardo Seoane wollen Borussia zurück in die Erfolgsspur führen (v.r.)

Adi Hütter und Daniel Farke mussten jeweils nach einem Jahr in Gladbach ihren Hut nehmen. Auch Seoane sah sich öffentlichem Gegenwind ausgesetzt, Virkus aber lieferte bei der Mitgliederversammlung im April ein klares Bekenntnis zum Coach. „Der Wind war stärker in Gladbach als er sonst war, aber du musst von einem Menschen und der Entwicklung überzeugt sein. Ich war davon überzeugt“, so der Sportchef.

Seine Aufgabe laute, eine Entwicklung zu bewerten. „Das habe ich getan. Dann ist es auch die Aufgabe von mir, den Trainer nach außen zu verteidigen. Wer macht es denn sonst?“, sagte Virkus und bekräftigte: „Es hat sich gezeigt, dass es richtig war. Der Trainer ist ein Fachmann. Ich war davon überzeugt, dass er die Truppe entwickelt.“

Seoanes Kehrtwende spielt Virkus in die Karten

Seit sieben Bundesligaspielen ist Gladbach ungeschlagen, auf zwei aufeinanderfolgende Siege warten die Fans aber weiterhin vergeblich. Ein Anhaltspunkt ist möglicherweise die geringe Torausbeute. Vor einem Jahr verbuchte Borussia nach 13 Spieltagen 27 Treffer, gegenwärtig stehen 19 Tore zu Buche.

Dennoch ist die Gesamtentwicklung positiv - und das ist auch ein gutes Zeichen für Virkus, weil seine Zukunft im Falle eines Scheiterns von Seoane auf den Prüfstand gestellt werden dürfte. Der bisher positive Hinrundenverlauf verbessert jedoch die Aussichten auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages.

„Präsident Rainer Bonhof und ich haben uns committet, dass wir uns im Januar zusammensetzen. Da gibt es gute Vibes, und jetzt schauen wir mal, dass wir das dann im Januar auch über die Bühne kriegen“, deutete Virkus eine längerfristige Zukunft als Sportchef an, denn: „Wenn du 30 Jahre in dem Klub arbeitest, ist es ja klar, dass du etwas für diesen Klub empfindest.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

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