Merkmal für Entwicklung

Gladbach kann mit Heidenheim-Sieg beste Serie seit Jahren erzielen

Durch einen Sieg gegen den 1. FC Heidenheim hat Borussia Mönchengladbach die Chance, eine außergewöhnliche Serie zu festigen.

Mönchengladbach – Eigentlich ist der Borussia-Park das Stadion, in dem sich Borussia Mönchengladbach am wohlsten fühlt. Das ist auch in dieser Saison der Fall.

Im Borussia-Park ist wenig zu holen

Die Fohlen haben sechs von zehn Heimspielen gewonnen, belegen mit 20 Punkten in der Heimtabelle Rang neun. Den Großteil ihrer Zähler sammelt Borussia vor heimischem Publikum, insofern dürfte Fans das Auswärtsspiel gegen 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr) eher leichte Bauchschmerzen bereiten.

Allerdings hat sich das Blatt zuletzt ein wenig gewendet. In den vergangenen sechs Heimspielen fuhr Gladbach zwei Siege und zwei Unentschieden ein, kassierte zudem zwei Niederlagen. Die Bilanz auswärts: drei Siege, drei Niederlagen. Das macht unter dem Strich einen Punkt mehr.

Der Februar trug maßgeblich zu diesem ungewohnten Bild bei. In den Heimspielen gegen Eintracht Frankfurt (1:1) und den FC Augsburg (0:3) gab es lediglich einen Punkt für Gladbach, dafür feierte Borussia Siege beim VfB Stuttgart und bei Union Berlin (beide 2:1).

Wird Gladbach nun auch zur Auswärtsmacht?

Ein Blick auf das Restprogramm wirft die Frage auf, ob Gladbach im Saisonendspurt eine heimliche Auswärtsmacht werden kann. Im eigenen Stadion werden Mainz 05, RB Leipzig, der SC Freiburg, 1899 Hoffenheim und der VfL Wolfsburg empfangen, demgegenüber wird Gladbach in Heidenheim sowie bei Werder Bremen, St. Pauli, Borussia Dortmund, Holstein Kiel und beim FC Bayern gastieren.

Borussia Mönchengladbach hatte in den vergangenen Auswärtsspielen mehrere Gründe zum Feiern.

Bereits am Samstag kann die Elf von Gerardo Seoane die erste Serie brechen. Gelingt ein Sieg in Heidenheim, hätte Gladbach erstmals seit Mai 2020 drei Auswärtsspiele in Folge gewonnen. Dabei ist die aktuelle Serie von zwei Siegen schon jetzt ein Grund zur Freude, da Borussia letztmals zwischen März und April 2022 zweimal in Folge auf fremdem Rasen erfolgreich war.

Grundsätzlich ist Gladbach vor Heidenheim gewarnt, da der Tabellen-16. nach dem Ausscheiden in der Conference League den Fokus auf die Bundesliga legen kann. Gleichzeitig ist der Ex-Klub von Tim Kleindienst mit sieben Punkten die schwächste Heimmannschaft der Saison.

Gladbach kann lange Durststrecke beenden

Die darauffolgenden Gegner Bremen (13 Punkte) und St. Pauli (9 Punkte) belegen die Plätze 13 und 17 in der Heimtabelle, Holstein Kiel steht auf Platz 16 mit 10 Punkten genau dazwischen. Werden die Partien in Dortmund und München ausgeklammert – das Duo hat kumuliert erst zwei Heimspiele verloren – winkt Gladbach die Chance auf vier Siege in der Fremde.

Von einem Selbstläufer kann keine Rede sein, schließlich werden Heidenheim, St. Pauli und Kiel im Abstiegskampf alles in die Waagschale werfen. Dennoch geht Gladbach als Favorit in diese Spiele. Das gilt vorläufig auch für das Duell mit den Bremern, die im Kalenderjahr 2025 erst ein Bundesligaspiel gewonnen haben.

Rudy, Contento, Bender-Zwillinge, Großkreutz: Ex-Profis im Amateurfußball

Sebastian Rudy bei einem Spiel der TSG Hoffenheim
Mit dem FC Bayern gewann Sebastian Rudy seine einzige deutsche Meisterschaft, für die DFB-Auswahl lief er insgesamt 29 Mal auf. Zudem hinterließ er vor allem bei der TSG Hoffenheim (327 Einsätze) seine Spuren. Nach seinem Karriereende im September schloss er sich der SpG Dilsberg 1/Bammental aus der Heidelberger Kreisliga A an und verwandelte bei seinem Debüt direkt einen Freistoß. © H. Langer, H. Langer / Imago
Diego Contento bei einem Legendspiel des FC Bayern
So richtig glücklich wurde Diego Contento beim FC Bayern nie, fungierte oftmals nur als Einwechselspieler. Seinen Stammplatz bei Bezirksligist FC Aschheim (Oberbayern Nord), wo er gemeinsam mit seinen drei Brüdern spielt, dürfte er indes sicher haben. © Mladen Lackovic / Imago
Raffael bei einem Spiel von Borussia Mönchengladbach
Einen Namen in Deutschland machte sich Raffael vor allem bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, verbuchte in 290 Bundesliga-Partien satte 134 Scorerpunkte. Über solche Zahlen würde sich auch wohl auch Ay-Yildizspor Hückelhoven (Kreisliga A Mittelrhein) freuen, die den gebürtigen Brasilianer zur Saison 2023/24 im Team begrüßen durften. © Norbert SCHMIDT / Imago
Fin Bartels bei einem Spiel von Holstein Kiel
Während seine Profikarriere stand Fin Bartels ausschließlich in Norddeutschland unter Vertrag, kickte für Holstein Kiel, Hansa Rostock, St. Pauli und Werder Bremen. Im Sommer 2023 machte er einen Haken hinter den bezahlten Fußball und schloss sich seinem Jugendklub SpVg Eidertal Molfsee (Kreisliga A, Schleswig Holstein Ost-1) an. Dort trifft auf Bruder Tom und Freunde aus alten Tagen. © Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn / Imago
Marvin Matip bei einem Spiel des FC Ingolstadt
Marvin Matip, der ehemalige Kapitän und amtierende Rekordspieler des FC Ingolstadt, kickt nebenbei in der Kreisliga I für den SV Hundszell. Zuvor absolvierte er insgesamt 278 Pflichtspiele im Trikot der „Schanzer“ sowie drei Partien für die A-Nationalmannschaft Kameruns. © De Fodi / Imago
Christian Träsch nach einem Spiel des FC Ingolstadt
Gemeinsam mit Matip schnürte Christian Träsch seine Fußballschuhe für den FCI, zudem war der defensive Mittelfeldspieler auch für 1860 München, den VfL Wolfsburg und den VfB Stuttgart am Ball. Im September 2021 ging Träsch dann in die Kreisliga Donau-Isar zum FC Gerolfing. © Imago/ EIBNER/Michael Taeger
Lars und Sven Bender bei einem Bundesliga-Spiel von Bayer Leverkusen
Große Teile ihrer fußballerischen Laufbahn verbrachten die Bender-Zwillinge Lars und Sven gemeinsam, waren beispielsweise zeitgleich beim TSV 1860 München und bei Bayer Leverkusen. Und auch nach der Profi-Karriere sind beiden Ex-Nationalspieler für denselben Verein unterwegs, ihren bayerischen Jugendklub TSV Brannenburg (Kreisklasse I). © Imago Images/ Laci Perenyi
Kevin Großkreutz beim einem Spiel des TuS Bövinghausen
Der Ex-Dortmunder wurde Weltmeister, gewann zwei Mal die deutsche Meisterschaft und holte 2012 den DFB-Pokal. Mit Beginn der Spielzeit 2023/24 beackert Kevin Großkreutz die Außenbahn beim Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop, zuvor war er auch schon in der Oberliga Westfalen für den TuS Bövinghausen unterwegs. © IMAGO/Jens Dünhölter
Sidney Sam bei einem Spiel von Bayer Leverkusen
Fünf Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft stehen in der Vita des Ex-Leverkuseners Sidney Sam, der auch für Schalke 04 und den VfL Bochum spielte. Weitere Partien im DFB-Dress werden nicht hinzukommen, dafür aber einige im Trikot des Düsseldorfer CfR Linksrheinisch in der Kreisliga A. © imago sportfotodienst
Martin Harnik bei einem Spiel der TuS Dassendorf
Der Torrekord in der Oberliga Hamburg gehört seit der Saison 22/23 Martin Harnik, der die TuS Dassendorf auch als Kapitän aufs Feld führt. In der höchsten deutschen Spielklasse kickte der Österreicher unter anderem für den SV Werder Bremen, den VfB Stuttgart sowie Hannover 96 und absolvierte insgesamt 240 Bundesliga-Spiele. © IMAGO/Vivian Pfaff
Dominik Stroh-Engel bei einem Spiel des FC Memmingen
Auf einen Knipser mit Erfahrung im Profibereich kann auch der FC Memmingen zurückgreifen. Einst schoss Dominik Stroh-Engel (rotes Trikot) den SV Darmstadt 98 mit seinen Toren von der 3. Liga direkt in die Bundesliga, seit Januar 2022 schenkt er den Keepern in der Bayernliga Süd die Tore ein. © IMAGO/Zichy /Eibner-Pressefoto
Kostas Mitroglou vor einem Spiel von Aris Thessaloniki
Wandervogel Konstantinos Mitroglou hat so einige Stadien in diversen Ligen gesehen. Der ehemalige griechische Nationalspieler war beispielsweise für Olympiakos Piräus, SL Benfica, Galatasaray Istanbul, die PSV Eindhoven und Olympique Marseille aktiv. Nun erkundet er die Plätze mit der SpVgg Rheurdt-Schaephuysen die Plätze in der Kreisliga A (Niederrhein). © Imago Images/ Yannis Halas
Marcell Jansen bei einem Spiel von Hamburger SV III
Mit Marcell Jansen findet sich ein weiterer Ex-Nationalspieler mittlerweile im Amateurbereich wieder. Nach 45 Länderspielen und über 200 Erstliga-Begegnungen, vornehmlich auf der linken Defensivseite, spielt der Ex-HSV-Profi noch immer beim einstigen Bundesliga-„Dino“ – allerdings in der 3. Mannschaft in der Oberliga Hamburg. © IMAGO/BODE
Domi Kumbela während eines Spiels von Eintracht Braunschweig
Zur Rückrunde der Saison 2020/21 begrüßte der SSV Delrath (Kreisliga Niederrhein) einen prominenten Neuzugang. Der langjährige Zweitliga-Knipser Domi Kumbela (u.a. Eintracht Braunschweig, Rot Weiss Ahlen) schloss sich dem Klub aus dem Düsseldorfer Umland an. © Imago Images/ Huebner
Maximilian Nicu bei einem Spiel von Wacker Burghausen
Von der Jugend des TuS Prien in den deutschen Profifußball und wieder zurück. Diesen Weg ging Innenverteidiger Maximilian Nicu, der neben drei Länderspielen für Rumänien auch 70 Erstliga- und 88 Zweitliga-Partien absolvierte und dabei beispielsweise für Hertha BSC, den SC Freiburg und Wacker Burghausen spielte. Seit 2018 ist er wieder in der Kreisliga Inn-Salzbach bei seinem Heimatverein am Ball. © Imago Images / Picture Point
Manuel Schmiedebach bei einem Spiel von Ahrensfelde
Als Sechser räumte Manuel Schmiedebach (weißes Trikot) mehr als zehn Jahre vor den Abwehrreihen von Hannover 96 und Union Berlin ab und bestritt 181 Partien in Deutschlands Oberhaus. Seit 2021 gibt er den Staubsauger in der Brandenburgliga bei Grün-Weiß Ahrensfelde.  © Imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Martin Hinteregger bei seiner Verabschiedung von Eintracht Frankfurt
Martin Hinteregger ist der einzige Ex-Profi in dieser Liste, der nicht in Deutschland unterwegs. Der langjährige Frankfurter, der gemeinsam mit der SGE sensationell die Europa League gewann, tritt seit seinem Karriereende im Sommer 2022 für die SGA Sirnitz in der fünften österreichischen Liga gegen das runde Leder – allerdings nicht mehr als Abwehrspieler, sondern als Mittelstürmer. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Konstantin Rausch bei einem Spiel des 1. FC Nürnberg
246 Bundesliga-Einsätze sammelte Konstantin Rausch, die meisten davon für Hannover 96. Zudem lief er 28 Mal in der Europa League auf und spielte neun Partien im Trikot der russischen Nationalmannschaft. Im August 2022 wurde der Ex-Nürnberger dann beim SC Vorwerk Celle als Neuzugang der zweiten Mannschaft vorgestellt und ackert seitdem auf den Plätzen der niedersächsischen Kreisklasse. © Imago/ Jan Huebner
Marc-Andre Kruska bei einem Spiel von F91 Düdelingen
Fünf Jahre spielte Marc-Andre Kruska beim BVB, im Anschluss ging es weiter zu Energie Cottbus, dem FSV Frankfurt und dem SC Paderborn. Letzte Station seiner Profikarriere war F91 Düdelingen in Luxemburg, für die er auch fünf Europa-League-Partien absolvierte. 2019 folgte dann der Wechsel in die Bezirksliga Westfalen zum FC Frohlinde. © Imago/Ben Majerus

In der Hinrunde hat Gladbach die Heimspiele gegen das Quartett gewonnen. Gelingen bis Ende April vier weitere Siege, ständen acht Auswärtserfolge zu Buche. Das wären mehr als in den Spielzeiten 2023/24 (2 Siege), 2022/23 (1 Sieg) und 2021/22 (4 Siege) zusammen. Mehr noch: Letztmals feierte Borussia acht Auswärtssiege in der Saison 2019/20, an deren Ende der Einzug in die Champions League gelang.

Virkus erklärt Gladbachs Auswärtsstärke

Was Gladbach in der Fremde so stark macht, konnte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus am Donnerstag zumindest unter einem Gesichtspunkt erklären.

„Wir sind auswärts deutlich effizienter als zu Hause“, so Virkus, „in der Regel hast du auswärts weniger Chancen, wir erzielen da momentan aber mehr Tore.“

In Heimspielen gehe Borussia schludriger mit den Gelegenheiten um, weil der Fokus offenbar ein anderer ist: „Es ist letztendlich so, dass der Fokus auswärts darauf liegt, zu verteidigen und die wenigen Chancen zu nutzen. Zu Hause weißt du, du erhältst die eine oder andere Chance mehr.“

Behält Gladbach diese Effizienz bei, darf Cheftrainer Seoane die nächste positive Entwicklung der Mannschaft verzeichnen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

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