Rekord-Transfer verlässt Fohlen

Gladbach rutscht mit Pléa-Verkauf ins komplette Sturm-Chaos: Abstiegskampf droht

Gladbach trennt sich für nur vier Millionen Euro von seinem letzten Top-Stürmer. Ein hochriskanter Deal, der den Klub in den Abstiegskampf ziehen könnte.

Mönchengladbach – Es ist mehr als nur ein Transfer, es ist ein Paukenschlag, der die Fans von Borussia Mönchengladbach bis ins Mark trifft!

Der Abschied von Alassane Pléa nach sieben Jahren schließt ein wichtiges Kapitel. Immerhin ist der künftige Angreifer der PSV Eindhoven bis heute Rekordeinkauf der Fohlen. Nach Auslaufen seiner Ausstiegsklausel durften die Fans eigentlich damit rechnen, dass Pléa dem Klub erhalten bleibt. Sein Abgang ist vor allem eines: ein Alarmsignal, das am Niederrhein niemand überhören sollte.

Der Zeitpunkt könnte brisanter kaum sein. Während Leistungsträger und Publikumsliebling Tim Kleindienst nach seiner Verletzung wohl bis in den November ausfällt, verlässt nun der vielleicht letzte verbliebene „Unterschiedsspieler“ den Verein. Die Frage, die sich jeder stellt, ist so simpel wie existenziell: Wer soll bei der Borussia jetzt eigentlich die Tore schießen?

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

Manuel Neuer feiert die Meisterschaft des FC Bayern auf Krücken
Manuel Neuer ist schon mehrfach auf Krücken gelaufen. Der Kapitän des FC Bayern erlitt jüngst eine kuriose Verletzung – und ist damit im Profifußball nicht alleine ... © IMAGO / Revierfoto
Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
Nathan Ngoumou wurde nach dem Schlusspfiff des Auswärtsspiels von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zum Auslaufen geschickt. Wenige Minuten später musste der Flügelspieler mit einer gerissenen Achillessehne in die Kabine getragen werden. © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer
Manuel Neuer wurde im Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Leverkusen ausgewechselt
Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
Kevin Trapp spielt bis heute für Eintracht Frankfurt, war von 2015 bis 2018 aber für Paris St. Germain aktiv
Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
Darren Barnard in einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft
Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
Robbie Keane spielte in seiner Karriere unter anderem für Aston Villa
In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
Bjarne Thoelke spielte 2011 sechsmal für die Profis des VfL Wolfsburg
Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
Elkin Soto spielte viele Jahre lang für Mainz 05
Im März 2013 musste Mainz-Trainer Thomas Tuchel für ein Spiel auf Elkin Soto verzichten, weil sich der Mittelfeldspieler bei „einer alltäglichen Bewegung“ einen Hexenschuss zuzog. Die Auflösung: Der Kolumbianer erlitt die starken Schmerzen, als er sich bückte, um seine Schuhe zu binden. © IMAGO / Martin Hoffmann
Leon Andreasen hat 2016 seine Karriere bei Hannover 96 beendet
Dass Messer gefährlich sind, lernte Leon Andreasen auf bittere Weise. Der Ex-Profi von Hannover 96 verletzte sich im November 2015 beim Öffnen eines Pakets an der Hand. Die Schnittwunde hatte eine Operation zur Folge. © IMAGO / Eibner
Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
Éver Banega spielt bis heute Fußball und ist für die Newell‘s Old Boys aktiv
Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero

Die gefährliche Lücke im Angriff von Gladbach

Sportlich hinterlässt der Franzose ein Vakuum, das schwer zu füllen sein wird. Mit seiner Übersicht, seiner Technik und seiner Torgefahr war Pléa der kreative Kopf, der eine Partie auch mit 32 Jahren noch im Alleingang entscheiden konnte. Sein Abgang entzieht dem Offensivspiel einen zentralen Impulsgeber und hinterlässt eine klaffende Lücke, die durch die Verletzung von Kleindienst noch bedeutsamer wird.

Die Vereinsführung dürfte auf die finanzielle Vernunft des Deals verweisen. Kolportierte vier Millionen Euro Ablöse und die Einsparung eines Top-Gehalts von geschätzten 4,5 Millionen Euro pro Jahr verschaffen Luft. Dieses Geld soll Borussia den Weg für neue Transfers ebnen. Doch was nützt ein offener Türspalt, wenn man dadurch sportlich die Tür zur unteren Tabellenhälfte aufstößt?

Stöger als Heilsbringer? Das wäre ein riskantes Spiel

Laut Bild will Gladbach den Abschied von Pléa intern mit Kevin Stöger auffangen, der im Sommer 2024 ablösefrei aus Bochum kam. Ein Spieler mit Kreativität, ja, aber auch einer, der in seiner ersten Saison am Niederrhein nach gutem Start merklich abbaute und im Verlauf der Spielzeit oft nur noch die Jokerrolle innehatte. Ihn nun als direkten Pléa-Erben zu installieren, würde wie ein hochriskantes Glücksspiel wirken.

Pléa sammelte während der vergangenen Bundesliga-Saison in etwas mehr als 1900 Einsatzminuten starke 17 Scorerpunkte, Stöger kam in 1544 Minuten auf sieben Tore und Vorlagen. Klingt also nach einer Wette, die Gladbach in der aktuellen Lage eigentlich nicht eingehen darf, da schon Toptorjäger Kleindienst (25 Scorerpunkte in 2745 Minuten) einen Großteil der Hinrunde verpassen wird.

Der Druck, mit den begrenzten Mitteln einen Volltreffer auf dem Transfermarkt zu landen, ist immens. Ein Scheitern ist quasi nicht erlaubt.

Alassane Pléa verlässt Borussia Mönchengladbach nach sieben Jahren.

Abstiegskampf statt Mittelmaß bei Borussia?

Die steile These lautet: Borussia Mönchengladbach schlittert sehenden Auges in den Abstiegskampf!

Der Verein versinkt schließlich schon seit Jahren im grauen Mittelmaß, doch die aktuelle Entwicklung droht, diesen Sinkflug dramatisch zu beschleunigen. Vielleicht müssen die Verantwortlichen am Ende der neuen Saison drei Kreuze machen, wenn es erneut nur für das Niemandsland der Tabelle reicht.

Die Unruhe im Umfeld ist mit Händen zu greifen. Schon zum Ende der Vorsaison wuchs der Unmut der Fans. Die aktuelle Transferperiode mit dem schmerzhaften Pléa-Verlust und dem langen Kleindienst-Ausfall gießt weiter Öl ins Feuer. Die sportliche Leitung steht unter massivem Druck, denn auch abseits des Platzes wurden zuletzt keine Punkte gesammelt.

Die Gladbach-Führung steht unter massivem Druck

Der Umgang mit Florian Neuhaus nach einem im Internet aufgetauchtem Video hat das Bild der Vereinsführung eher beschädigt. Die harte Geldstrafe und Verbannung in die U23 wurde von vielen als überzogen wahrgenommen. Selbst Weltmeister Toni Kroos kritisierte die Gladbacher Bosse scharf: „Das wäre mal eine richtig gute Chance gewesen, für so einen Verein zu sagen: Da stehen wir einfach mal drüber“, so Kroos, der das Verhalten von Neuhaus als „gar nicht schlimm“ und „lustig“ bezeichnete.

Diese Episode zeigte aus Sicht vieler Fans eine Führung, der es an Souveränität und Fingerspitzengefühl mangelt. Nun muss sie beweisen, dass sie die sportliche Herkulesaufgabe bewältigen kann.

Nach dem Abgang von Pléa, der sich am Montag bereits von den Teamkollegen verabschiedet hatte, liegt sie auf der Hand: Die nächsten Schritte auf dem Transfermarkt müssen sitzen. Sonst droht eine Negativspirale, die den Traditionsklub in einen Strudel zieht, der im schlimmsten Fall sogar in der 2. Bundesliga enden könnte.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Maximilian Koch

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