Positives, aber auch negatives Feedback

Ex-Weltmeister nach Analyse der WM-Blamage: „Löw muss zusehen, dass ...“

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Zwei Stunden lang hat Joachim Löw die WM-Blamage öffentlich analysiert. Ehemalige Weltmeister verraten nun, was sie über sein Fazit denken.

Köln - Mehrere frühere Weltmeister bewerten den eher sanften Umbruch von Bundestrainer Joachim Löw überwiegend positiv. 

Man sollte Löw „einfach mal vertrauen“

"Jogi war sehr selbstkritisch. Man sollte ihm jetzt einfach mal vertrauen", sagte 1990er-Weltmeister Guido Buchwald (57) der Bild-Zeitung: "Ob die Spieler ihre Lehren aus der WM-Schmach gezogen haben, werden die Partien gegen Frankreich und Peru schon schnell zeigen."

Löw hatte am Mittwoch in einer knapp zweistündigen Pressekonferenz (hier im Ticker zum Nachlesen) seine Analyse der Endrunde in Russland präsentiert und den Kader für die Länderspiele gegen Weltmeister Frankreich am 6. September in München und drei Tage später in Sinsheim gegen Peru nominiert. In Kai Havertz, Thilo Kehrer und Nico Schulz berief er drei Neulinge. Sami Khedira wurde gestrichen. 17 der 23 Spieler gehörten in Russland zum deutschen WM-Aufgebot.

Forderung an Joachim Löw als Bundestrainer

"Jogi Löw muss nun schauen, dass nicht alles auseinanderfällt. Es ist richtig, dass er frisches Blut ins Team bringt", sagte Thomas Häßler (52), 1990 im Finale von Rom wie Buchwald in der Startaufstellung: "Und er muss zusehen, dass alle Spieler das Trikot der Nation, in der sie leben, mit Stolz tragen."

Der 1974er-Weltmeister Rainer Bonhof erkannte in Löws Worten "schon die Selbstkritik, die für einen Neuaufbau unbedingt nötig" sei. "Auch jetzt die Nominierung von Leroy Sane zeigt, dass er da einen Fehler eingestanden hat", sagte der 66-Jährige. 

Olaf Thon über Joachim Löw: „Gezogen wie Kaugummi“

Olaf Thon, ebenfalls 1990 Champion, kritisierte die lange Wartezeit bis zu Löws Analyse. "Viele Dinge sind nach der WM gezogen worden wie Kaugummi", sagte der 52-Jährige: "Der Bundestrainer hat nun gegen einen sehr starken Gegner und Weltmeister die Chance zu beweisen, ob wir eine andere Nationalelf sehen."

Steffen Freund, 1996 Europameister, bemängelte, dass "die strukturellen Probleme" noch nicht angegangen seien. "Mit den Umstellungen im Kader wurde ein gutes Zeichen für das Team gesetzt", sagte der 48-Jährige: "Was die WM-Aufarbeitung betrifft: Die Analysen von Bierhoff und Löw waren genau so zu erwarten."

sid

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