Gladbach-Star

Kleindienst spricht über seinen DFB-Traum und macht WM-Versprechen

Tim Kleindienst winkt in der deutschen Nationalmannschaft eine große Chance. Der DFB-Stürmer macht außerdem ein WM-Versprechen.

Mönchengladbach – Über den 1. FC Heidenheim und Borussia Mönchengladbach den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft zu meistern, wirkte in der jüngeren Vergangenheit schwer vorstellbar. Tim Kleindienst hat gezeigt, dass es aber nicht unmöglich ist.

Gladbach-Star im Fokus der Nationalmannschaft

Sicherlich ist es der Gunst von Bundestrainer Julian Nagelsmann zu verdanken, der im Gegensatz zu Hansi Flick und Joachim Löw seinen Blick stärker auf Spieler richtet, die losgelöst von ihren Namen in den höchsten europäischen Ligen konstant performen.

Auch die Verletzungssorgen von Niclas Füllkrug seit dessen Ankunft bei West Ham United haben Kleindienst die Tür beim DFB geöffnet. In den bisherigen vier Länderspieleinsätzen hat der Gladbach-Star aber seine Chance genutzt, indem er seine Gegenspieler beschäftigt und den Weg für die Teamkollegen freigeräumt hat.

Tim Kleindienst winken gegen Italien die Länderspieleinsätze fünf und sechs im DFB-Team.

Kleindienst ist keine Eintagsfliege, gehört im dritten aufeinanderfolgenden Lehrgang dem DFB-Kader an. Der Überraschungsfaktor ist verflogen, denn auch wegen seiner 15 Bundesligatore und der anhaltenden Personalsorgen im Sturm ist der Gladbacher eine mehr als logische Wahl.

Spielt sich Kleindienst in der DFB-Elf fest?

Aufgrund einer Oberschenkelverletzung befindet sich Füllkrug seit Mitte Januar im Wartestand. Der Ex-Stürmer von Werder Bremen und Borussia Dortmund feierte vergangene Woche sein Trainingscomeback bei West Ham, bis Saisonende bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, um in den Rhythmus zu kommen und sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen.

Was auch für Kleindienst spricht: Kai Havertz erlitt im Februar eine Oberschenkelverletzung, für den Star des FC Arsenal ist die Saison gelaufen. Erst in einigen Monaten wird er wieder angreifen können.

Wenn Kleindienst in der Zwischenzeit im Rhythmus bleibt und beim DFB überzeugt, gibt es für Nagelsmann wenige Gründe, den Gladbach-Star bald wieder von seiner Liste zu streichen.

Damit winkt ihm die vor einem Jahr noch als unwahrscheinlich geltende Perspektive, sich dauerhaft in der Nationalmannschaft zu etablieren – und das gut ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA.

Kleindienst gibt Versprechen für WM-Traum ab

„Es ist definitiv ein Traum“, sagte Kleindienst im Interview mit RTL/n-tv über die WM, die noch nicht zum Greifen nahe ist: „Der Weg ist noch weit, weil bis dahin eine gewisse Zeit vergeht. Da muss erst einmal Leistung gezeigt werden, um bei der WM dabei sein zu dürfen.“

Klopp der Nächste? Das sind alle deutschen Fußball-Bundestrainer

Der neue Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einem Bundesliga-Spiel des FC Bayern
Julian Nagelsmann: Bundestrainer 2023 bis 2026; 37 Spiele (23 Siege, 7 Remis, 7 Niederlagen) © IMAGO/Revierfoto
Hansi Flick: Bundestrainer 2021 bis 2023; 25 Spiele (12 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen)
Hansi Flick: Bundestrainer 2021 bis 2023; 25 Spiele (12 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen) © IMAGO
Joachim Löw: Bundestrainer 2006 bis 2021; 198 Spiele (124 Siege, 40 Remis, 34 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 2014
Joachim Löw: Bundestrainer 2006 bis 2021; 198 Spiele (124 Siege, 40 Remis, 34 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 2014 © Laci Perenyi
Jürgen Klinsmann: Bundestrainer 2004 bis 2006; 34 Spiele (20 Siege, 8 Remis, 6 Niederlagen)
Jürgen Klinsmann: Bundestrainer 2004 bis 2006; 34 Spiele (20 Siege, 8 Remis, 6 Niederlagen) © imago sportfotodienst
Rudi Völler: Teamchef 2000 bis 2004; 53 Spiele (29 Siege, 11 Remis, 13 Niederlagen)
Rudi Völler: Teamchef 2000 bis 2004; 53 Spiele (29 Siege, 11 Remis, 13 Niederlagen) © Imago
Erich Ribbeck: Teamchef 1998 bis 2000; 24 Spiele (10 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen)
Erich Ribbeck: Teamchef 1998 bis 2000; 24 Spiele (10 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen) © imago sportfotodienst
Berti Vogts: Bundestrainer 1990 bis 1998; 102 Spiele (66 Siege, 24 Remis, 12 Niederlagen); Europameister-Trainer 1996
Berti Vogts: Bundestrainer 1990 bis 1998; 102 Spiele (66 Siege, 24 Remis, 12 Niederlagen); Europameister-Trainer 1996 © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Franz Beckenabuer: Bundestrainer 1984 bis 1990; 66 Spiele (34 Siege, 20 Remis, 12 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1990
Franz Beckenabuer: Bundestrainer 1984 bis 1990; 66 Spiele (34 Siege, 20 Remis, 12 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1990 ©  via www.imago-images.de
Jupp Derwall: Bundestrainer 1978 bis 1984; 67 Spiele (44 Siege, 12 Remis, 11 Niederlagen); Europameister-Trainer 1980
Jupp Derwall: Bundestrainer 1978 bis 1984; 67 Spiele (44 Siege, 12 Remis, 11 Niederlagen); Europameister-Trainer 1980 © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Helmut Schön: Bundestrainer 1964 bis 1978; 139 Spiele (87 Siege, 31 Remis, 21 Niederlagen); Europameister-Trainer 1972 und Weltmeister-Trainer 1974
Helmut Schön: Bundestrainer 1964 bis 1978; 139 Spiele (87 Siege, 31 Remis, 21 Niederlagen); Europameister-Trainer 1972 und Weltmeister-Trainer 1996 © imago sportfotodienst
Sepp Herberger: Bundestrainer 1936 bis 1942 und 1950 bis 1964; 162 Spiele (92 Siege, 26 Remis, 44 Niederlagen)
Sepp Herberger: Bundestrainer 1936 bis 1942 und 1950 bis 1964; 162 Spiele (92 Siege, 26 Remis, 44 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1954 © IMAGO/United Archives / kpa / Grimm
Otto Nerz: Bundestrainer 1926 bis 1936; 75 Spiele (44 Siege, 11 Remis, 20 Niederlagen)
Otto Nerz: Bundestrainer 1926 bis 1936; 75 Spiele (44 Siege, 11 Remis, 20 Niederlagen) © picture alliance

Für den Fall, dass er dem WM-Aufgebot angehören wird und Deutschland zum fünften Mal in der Verbandshistorie Weltmeister wird, gibt Kleindienst aber bereits ein Tattoo-Versprechen ab: „Da hat auch niemand Mitspracherecht, das Ding würde sofort draufkommen.“

Schafft Kleindienst über Gladbach den Sprung zur WM?

Was es braucht, um sich in der Nationalmannschaft festzuspielen? „Das Wichtigste ist, weiterzumachen, nicht darüber nachzudenken. Es geht immer darum, bei sich zu bleiben und Leistung zu bringen“, so Kleindienst.

Dafür gilt es wiederum, auf Vereinsebene eine tragende Rolle zu spielen – so wie in Gladbach. Vereinzelt wird über einen vorzeitigen Abgang spekuliert, doch Kleindienst weiß, was er an Borussia hat: „Ich fühle mich unfassbar wohl. Es läuft gut für mich persönlich, aber auch als Mannschaft. Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, das zeigt auch, dass es gut funktioniert. Das ist momentan unfassbar viel wert. Das müsste einem erst einmal geboten.“

Geld oder schillernde Namen spielen keine Rolle, es braucht die richtige sportliche Perspektive. Auch individuell. „Es ist enorm wichtig, bei einem Verein zu spielen, wo die Chance mehr als 90 Prozent da ist, dass du Stammspieler bist. Du wirst nicht eingeladen, wenn du bei einem großen Verein auf der Bank sitzt, weil das der Nationalmannschaft nichts bringt.“

Vielleicht stellt Gladbach daher auch bei der WM 2026 einen deutschen Nationalspieler – so wie 2022 mit Jonas Hofmann, 2018 mit Matthias Ginter und 2014 mit Christoph Kramer.

Rubriklistenbild: © IMAGO/eu-images

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