Tiago Pereira Cardoso bleibt nach seinem Debüt für Borussia Mönchengladbach unter den Profis. Allerdings ist der Torwart ein Sonderfall.
Mönchengladbach – Nach dem Schlusspfiff in Heidenheim war weder Tim Kleindienst der gefeierte Held noch Doppelpacker Robin Hack. Vielmehr feierten die Fans von Borussia Mönchengladbach Tiago Pereira Cardoso.
Pereira Cardoso feiert Gladbach-Debüt Das 18-jährige Torwart-Talent vertrat den rotgesperrten Jonas Omlin und feierte beim 3:0-Erfolg an der Brenz sein Debüt in der Bundesliga. Nachdem Omlin im vorherigen Spiel gegen Augsburg (0:3) vom Platz geflogen war, rückte Tobias Sippel zwischen die Pfosten , doch der 36-Jährige machte sich in der darauffolgenden Woche für den U19-Kapitän stark.
„Sippel war der Fürsprecher für Tiago. Natürlich will er auch spielen, aber er sagt, dem Jungen gehört die Zukunft“, verriet Sport-Geschäftsführer Roland Virkus am Mittwoch und hob den Routinier, der nach der Leistung gegen Augsburg von Teilen des Fan-Umfelds gescholten worden war, als wichtiges Verbindungsstück im Torwart-Team hervor: „Er ist auch als Erstes zu Tiago hingelaufen. Du kannst Erfahrung nicht lernen, den Jungs aber ein paar Dinge weitergeben. Dafür ist er da und das macht er hervorragend.“
Gladbach-Talent ist ein Sonderfall In dieser Rolle wird Sippel vorerst bleiben. Pereira Cardoso nimmt weiterhin am Profitraining teil und befindet sich bis auf Weiteres in einer Sonderrolle. „Eigentlich ersetzt Spielpraxis nichts, das ist wichtig“, weiß Virkus. „Es gibt aber auch eine Phase, in der du mal schauen musst.“
Omlin ist seit seiner Ankunft in Gladbach im Januar 2023 mehrfach verletzungsbedingt ausgefallen, gegen Mainz 05 (Freitag, 20.30 Uhr) wird er erst sein 30. Pflichtspiel für die Fohlen absolvieren . Das hat unmittelbare Auswirkungen auf Pereira Cardoso, der von der U19 auf die Ersatzbank der Profis hochgezogen wird.
Tiago Pereira Cardoso soll in Gladbach Spielpraxis sammeln, ist aber jetzt primär als Ersatz eingeplant.
© IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
„Jetzt müssen wir vorsichtig sein. Stell dir vor, Tiago spielt U19 und bekommt eine Rote Karte“, skizzierte Virkus ein potenzielles Horrorszenario, „da muss man sehr sensibel mit umgehen. Wir müssen gucken, dass der Junge jetzt vielleicht weniger spielt, danach aber wieder ins Spielen kommt.“
Gladbach will Pereira Cardoso „keinen Rucksack auflasten“ Womöglich ist der bevorstehende Abschnitt für den Luxemburger mit portugiesischen Wurzeln sogar von Vorteil. Pereira Cardoso hat kürzlich die Vorabiturprüfungen geschrieben und biegt in seiner schulischen Laufbahn auf die Zielgerade ein.
Gleichzeitig „hat die A-Jugend dieses Jahr total viele Reisen“, erinnert Virkus an den straffen Spielplan, „da wollen wir ihn nicht überfordern. Vielleicht sollte er sich hauptsächlich auf die erste Mannschaft konzentrieren.“
Alle Bundesliga-Torschützenkönige seit 2010 2010: Edin Džeko - 22 Tore für den VfL Wolfsburg. Der Bosnier dürfte einer der unterschätztesten Stürmer seiner Zeit sein. 2018 wurde er zum ersten Spieler, der in drei der europäischen Top-5-Ligen über 50 Treffer erzielte! Mit dem VfL Wolfsburg wurde er 2009 Deutscher Meister. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de 2011: Mario Gómez - 28 Tore für den FC Bayern. Der gebürtige Schwabe begann seine Profikarriere 2004 beim VfB Stuttgart und beendete sie sage und schreibe 16 Jahre später ebenfalls beim VfB. Der 78-malige Nationalspieler spielte zwischenzeitlich nicht nur beim FC Bayern, mit dem er unter anderem Champions-League-Sieger wurde und die Torjägerkanone gewann, sondern unter anderem auch beim AC Florenz. © imago sportfotodienst 2012: Klaas-Jan Huntelaar - 29 Tore für den FC Schalke 04. Huntelaar war seinerzeit ein gefürchteter Strafraumstürmer. Der „Hunter“ erreichte 2010 mit der niederländischen Nationalmannschaft das WM-Finale. Im März 2022 begann Huntelaar, zehn Monate nach seinem Rücktritt aus dem Profifußball, im Management von Ajax Amsterdam zu arbeiten. © imago sportfotodienst 2013: Stefan Kießling - 25 Tore für Bayer 04 Leverkusen. Auch Stefan Kießling ist nach wie vor bei seinem Ex-Verein tätig, er arbeitet in der Verwaltung von Bayer 04 Leverkusen. Kießling spielte von 2006 bis 2018 für die Werks-Elf, mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er Dritter bei der Weltmeisterschaft 2010. Trotz Forderungen von vielen Seiten, spielte Kießling in der Nationalmannschaft nie eine große Rolle, absolvierte lediglich sechs A-Länderspiele. © imago sportfotodienst 2014: Robert Lewandowski - 20 Tore für Borussia Dortmund. In seiner letzten Saison in Dortmund, bevor er ablösefrei zum FC Bayern wechselte, gewann Robert Lewandowski zum ersten Mal die Torjägerkanone. Der Pole war 2010 von Lech Posen zum BVB gekommen. 2014: Robert Lewandowski - 20 Tore für Borussia Dortmund. In seiner letzten Saison in Dortmund, bevor er ablösefrei zum FC Bayern wechselte, gewann Robert Lewandowski zum ersten Mal die Torjägerkanone. Der Pole war 2010 von Lech Posen zum BVB gekommen. © imago sportfotodienst 2015: Alexander Meier - 19 Tore für Eintracht Frankfurt. Meier war nie der dynamischste Stürmer, dennoch ist er in Frankfurt eine Ikone. Heute ist das Kopfballungeheuer Jugendtrainer und Markenbotschafter bei der Eintracht. Meier absolvierte zwischen 2004 und 2018 336 Spiele und erzielte dabei 119 Tore für die Adler. 2015: Alexander Meier - 19 Tore für Eintracht Frankfurt. Meier war nie der dynamischste Stürmer, dennoch ist er in Frankfurt eine Ikone. Heute ist das Kopfballungeheuer Jugendtrainer und Markenbotschafter bei der Eintracht. Meier absolvierte zwischen 2004 und 2018 336 Spiele und erzielte dabei 119 Tore für die Adler. © imago sportfotodienst 2016: Robert Lewandowski - 30 Tore für den FC Bayern. In der letzten Saison von Trainer Pep Guardiola dominierte der FC Bayern die Bundesliga, gewann das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund im Elfmeterscheißen und schied in der Champions League im Halbfinale unglücklich gegen Atletico Madrid aus. 2016: Robert Lewandowski - 30 Tore für den FC Bayern. In der letzten Saison von Trainer Pep Guardiola dominierte der FC Bayern die Bundesliga, gewann das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund im Elfmeterscheißen und schied in der Champions League im Halbfinale unglücklich gegen Atletico Madrid aus. © imago sportfotodienst 2017: Pierre-Emerick Aubameyang - 31 Tore für Borussia Dortmund. Bestwert in der Bundesliga, außerdem erzielte Aubameyang 2017 auch das entscheidende Tor zum vierten Pokalsieg von Borussia Dortmund. Der blitzschnelle Gabuner kam von AS Saint-Etienne zur Borussia, wo er von 2013 bis 2018 sein Geld verdiente. „Auba“ erzwang in der Folge einen Wechsel zum FC Arsenal, 2022 wechselte er zum FC Barcelona. 2017: Pierre-Emerick Aubameyang - 31 Tore für Borussia Dortmund. Bestwert in der Bundesliga, außerdem erzielte Aubameyang 2017 auch das entscheidende Tor zum vierten Pokalsieg von Borussia Dortmund. Der blitzschnelle Gabuner kam von AS Saint-Etienne zur Borussia, wo er von 2013 bis 2018 sein Geld verdiente. „Auba“ erzwang in der Folge einen Wechsel zum FC Arsenal, 2022 wechselte er zum FC Barcelona. © Anke Waelischmiller/SVEN SIMON 2018: Robert Lewandowski - 29 Tore für den FC Bayern
Nachdem Carlo Ancelotti entlassen wurde übernahm Jupp Heynckes noch einmal. Der FC Bayern spielte am Ende eine seiner besten Bundesliga-Saisons überhaupt. Im Pokalfinale scheiterte man an Eintracht Frankfurt, in der Königsklasse an Real Madrid. 2018: Robert Lewandowski - 29 Tore für den FC Bayern. Nachdem Carlo Ancelotti nach zehn Spielen entlassen wurde, übernahm Jupp Heynckes noch einmal. Der FC Bayern spielte am Ende trotz Trainerwechsel die viertbeste Saison seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Im Pokalfinale scheiterte man an Eintracht Frankfurt, in der Königsklasse an Real Madrid. © Bernd Feil/M.i.S. 2019: Robert Lewandowski - 22 Tore für den FC Bayern. Unter Niko Kovac konnte der Rekordmeister nicht ganz an die Vorsaison anknüpfen, Borussia Dortmund schrammte nur knapp an der Meisterschaft vorbei. Robert Lewandowski traf im DFB-Pokalfinale doppelt, der FC Bayern gewann den Pott durch ein 3:0 gegen RB Leipzig. In der Liga räumte er wieder einmal die Kanone ab. 2019: Robert Lewandowski - 22 Tore für den FC Bayern. Unter Niko Kovac konnte der Rekordmeister nicht ganz an die Vorsaison anknüpfen, Borussia Dortmund schrammte nur knapp an der Meisterschaft vorbei. Robert Lewandowski traf im DFB-Pokalfinale doppelt, der FC Bayern gewann den Pott durch ein 3:0 gegen RB Leipzig. In der Liga räumte er wieder einmal die Kanone ab. © via www.imago-images.de 2020: Robert Lewandowski - 34 Tore für den FC Bayern. Eine historische Saison für den FC Bayern! Die 30. deutsche Meisterschaft wurde beinahe zum Randaspekt. Nach einem halben Jahr unter Hansi Flick gewann der FC Bayern alle möglichen Titel, inklusive der Champions League. Lewandowski war einmal mehr der Erfolgsgarant. 2020: Robert Lewandowski - 34 Tore für den FC Bayern. Eine historische Saison für den FC Bayern! Die 30. deutsche Meisterschaft wurde beinahe zum Randaspekt. Nach einem halben Jahr unter Hansi Flick gewann der FC Bayern alle möglichen Titel, inklusive der Champions League. Lewandowski war einmal mehr der Erfolgsgarant. © Bernd Feil/M.i.S./Pool 2021: Robert Lewandowski - 41 Tore für den FC Bayern. In der Saison 2020/2021 macht sich Lewandowski endgültig unsterblich, indem er den Tor-Rekord von Gerd Müller knackte. 2021: Robert Lewandowski - 41 Tore für den FC Bayern. In der Saison 2020/2021 macht sich Lewandowski endgültig unsterblich, indem er den Tor-Rekord von Gerd Müller knackte. © Poolfoto / Imago 2022: Robert Lewandowski - 35 Tore für den FC Bayern. Das Verhältnis zum FC Bayern bekommt Risse, nichtsdestotrotz liefert Lewandowski. Der Pole gewinnt zum siebten Mal die Torjägerkanone der Fußball-Bundesliga! 2022: Robert Lewandowski - 35 Tore für den FC Bayern. Das Verhältnis zum FC Bayern bekommt Risse, nichtsdestotrotz liefert Lewandowski. Der Pole gewinnt zum siebten Mal die Torjägerkanone der Fußball-Bundesliga! © IMAGO/Revierfoto 2023: Christopher Nkunku/Niclas Füllkrug - jeweils 16 Tore: Die Bundesliga-Saison 2022/23 beschert einen geteilten ersten Platz. Bei RB Leipzig dreht Christopher Nkunku auf, während Niclas ‚Lücke‘ Füllkrug bei Werder Bremen der Durchbruch in der Bundesliga gelingt. 2023: Christopher Nkunku/Niclas Füllkrug - jeweils 16 Tore: Die Bundesliga-Saison 2022/23 beschert einen geteilten ersten Platz. Bei RB Leipzig dreht Christopher Nkunku auf, während Niclas ‚Lücke‘ Füllkrug bei Werder Bremen der Durchbruch in der Bundesliga gelingt. ©
IMAGO / Sportfoto Rudel; IMAGO / Nordphoto „Der 100-Millionen-Euro-Transfer schlägt ein: In seiner Premierensaison erzielt der Engländer beeindruckende 36 Treffer und wird dabei von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geadelt. 2024: Harry Kane - 36 Tore für den FC Bayern. Der 100-Millionen-Euro-Transfer schlägt ein: In seiner Premierensaison erzielt der Engländer beeindruckende 36 Treffer und wird dabei von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geadelt. © IMAGO/Ulrich Wagner Harry Kane zum Zweiten: In der Folgesaison 2024/25 schnürt Kane den Torjägerkanonen-Doppelpack. 2025: Harry Kane - 26 Tore für den FC Bayern: Harry Kane zum Zweiten: In der Folgesaison 2024/25 schnürt Kane den Torjägerkanonen-Doppelpack. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel Zum Ende der Saison soll das Torwart-Talent wieder zwischen den Pfosten stehen, doch bis dahin „ist er bei uns im Trainingsbetrieb“, erklärte auch Cheftrainer Gerardo Seoane auf der Spieltagspressekonferenz: „Für ihn ist es eine Phase, in der er sich bei uns im Training weiterentwickeln kann, die Intensität ist eine andere.“
Im Fan-Umfeld ist der erste kleine Hype entstanden, in Gladbach aber gehen sie nüchtern und behutsam mit Pereira Cardoso um. „Wir wollen dem Jungen keinen Rucksack auflasten, er ist immer noch 18 Jahre alt“, warnte Virkus davor, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.
„Das Profil ist gut, er kann in mehreren Sprachen coachen. Er ist die langfristige Zukunft der Borussia , mittel- und kurzfristig haben wir aber mit Jonas Omlin und Moritz Nicolas zwei richtig gute Torhüter.“ In dieser Konstellation ist Pereira Cardoso der hoffnungsvolle Notnagel.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER