Gelingt das i-Tüpfelchen?

Nur ein Szenario kann Gladbachs Europa-Wunder garantieren

Die Fans von Borussia Mönchengladbach hegen den stillen Wunsch nach dem Europapokal. Doch nur ein Szenario garantiert die Rückkehr.

Mönchengladbach – Durch den Auswärtssieg gegen Werder Bremen hat Borussia Mönchengladbach einen weiteren Schritt in Richtung der großen Überraschung gemacht.

Gladbach klettert in der Tabelle nach oben

Der Tabellen-14. der vergangenen Saison ist auf Rang sieben gesprungen und hat zwei Punkte Rückstand auf die Europapokalplätze. Das Heimspiel gegen RB Leipzig nach der Länderspielpause wird so zu einem Sechs-Punkte-Kracher, in dem Borussia die Sachsen mit einem Sieg überholen kann. Misslingt dieses Vorhaben, drohen dagegen bis zu fünf Punkte Rückstand auf den gegenwärtigen Tabellenfünften.

Im Fan-Umfeld lebt der Traum vom Europapokal, die Niederlagen gegen den FC Augsburg (0:3) und Mainz 05 (1:3) hatten darauf keinen Einfluss. Zu eng geht es in der Tabelle her, Defizite können schnell aufgeholt werden.

Gladbach konkurriert unter anderem mit Mainz um einen Europapokalplatz.

In der Schlussphase dieser Saison ist ein spannendes Rennen um die internationalen Plätze zu erwarten, und damit wird auch der DFB-Pokal umso wichtiger. Ist der spätere Titelträger über die Liga für die Champions League oder Europa League qualifiziert, genügt schließlich Platz sieben für die Conference League.

Wie kann Gladbach nach Europa einziehen?

Theoretisch kann Gladbach somit auf den siebten Platz pokern und darauf hoffen, dass sich mit Bayer Leverkusen der Titelverteidiger im Pokal erneut durchsetzen wird. Die Werkself trifft im Halbfinale auf den Drittligisten Arminia Bielefeld, in einem möglichen Endspiel warten der VfB Stuttgart oder RB Leipzig.

Diese Ausgangslage sorgt allerdings für eine riskante Pokalrechnung. Leipzig wirkt in der Bundesliga selten sattelfest, verpasste seit Februar Siege gegen Union Berlin (0:0), den 1. FC Heidenheim (2:2) und Mainz 05 (1:2).

Sollten Ex-Gladbach-Coach Marco Rose und die Seinen den Worst Case erleiden und aus den Top-Sechs abrutschen, bliebe der Pokalsieg die einzige Chance auf die Qualifikation für den Europapokal. Dann wiederum ginge der Tabellensiebte in der Liga leer aus.

Für Stuttgart ist der DFB-Pokal die größte Chance

Zwar könnte Gladbach in diesem Fall die Top-Sechs erreichen, doch was, wenn die Fohlen in der Endabrechnung auf Rang sieben landen und Stuttgart den Pokal gewinnt?

Die Schwaben sind auf Platz zehn abgerutscht, haben fünf Punkte Rückstand auf den SC Freiburg und Leipzig.

Rudy, Contento, Bender-Zwillinge, Großkreutz: Ex-Profis im Amateurfußball

Sebastian Rudy bei einem Spiel der TSG Hoffenheim
Mit dem FC Bayern gewann Sebastian Rudy seine einzige deutsche Meisterschaft, für die DFB-Auswahl lief er insgesamt 29 Mal auf. Zudem hinterließ er vor allem bei der TSG Hoffenheim (327 Einsätze) seine Spuren. Nach seinem Karriereende im September schloss er sich der SpG Dilsberg 1/Bammental aus der Heidelberger Kreisliga A an und verwandelte bei seinem Debüt direkt einen Freistoß. © H. Langer, H. Langer / Imago
Diego Contento bei einem Legendspiel des FC Bayern
So richtig glücklich wurde Diego Contento beim FC Bayern nie, fungierte oftmals nur als Einwechselspieler. Seinen Stammplatz bei Bezirksligist FC Aschheim (Oberbayern Nord), wo er gemeinsam mit seinen drei Brüdern spielt, dürfte er indes sicher haben. © Mladen Lackovic / Imago
Raffael bei einem Spiel von Borussia Mönchengladbach
Einen Namen in Deutschland machte sich Raffael vor allem bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, verbuchte in 290 Bundesliga-Partien satte 134 Scorerpunkte. Über solche Zahlen würde sich auch wohl auch Ay-Yildizspor Hückelhoven (Kreisliga A Mittelrhein) freuen, die den gebürtigen Brasilianer zur Saison 2023/24 im Team begrüßen durften. © Norbert SCHMIDT / Imago
Fin Bartels bei einem Spiel von Holstein Kiel
Während seine Profikarriere stand Fin Bartels ausschließlich in Norddeutschland unter Vertrag, kickte für Holstein Kiel, Hansa Rostock, St. Pauli und Werder Bremen. Im Sommer 2023 machte er einen Haken hinter den bezahlten Fußball und schloss sich seinem Jugendklub SpVg Eidertal Molfsee (Kreisliga A, Schleswig Holstein Ost-1) an. Dort trifft auf Bruder Tom und Freunde aus alten Tagen. © Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn / Imago
Marvin Matip bei einem Spiel des FC Ingolstadt
Marvin Matip, der ehemalige Kapitän und amtierende Rekordspieler des FC Ingolstadt, kickt nebenbei in der Kreisliga I für den SV Hundszell. Zuvor absolvierte er insgesamt 278 Pflichtspiele im Trikot der „Schanzer“ sowie drei Partien für die A-Nationalmannschaft Kameruns. © De Fodi / Imago
Christian Träsch nach einem Spiel des FC Ingolstadt
Gemeinsam mit Matip schnürte Christian Träsch seine Fußballschuhe für den FCI, zudem war der defensive Mittelfeldspieler auch für 1860 München, den VfL Wolfsburg und den VfB Stuttgart am Ball. Im September 2021 ging Träsch dann in die Kreisliga Donau-Isar zum FC Gerolfing. © Imago/ EIBNER/Michael Taeger
Lars und Sven Bender bei einem Bundesliga-Spiel von Bayer Leverkusen
Große Teile ihrer fußballerischen Laufbahn verbrachten die Bender-Zwillinge Lars und Sven gemeinsam, waren beispielsweise zeitgleich beim TSV 1860 München und bei Bayer Leverkusen. Und auch nach der Profi-Karriere sind beiden Ex-Nationalspieler für denselben Verein unterwegs, ihren bayerischen Jugendklub TSV Brannenburg (Kreisklasse I). © Imago Images/ Laci Perenyi
Kevin Großkreutz beim einem Spiel des TuS Bövinghausen
Der Ex-Dortmunder wurde Weltmeister, gewann zwei Mal die deutsche Meisterschaft und holte 2012 den DFB-Pokal. Mit Beginn der Spielzeit 2023/24 beackert Kevin Großkreutz die Außenbahn beim Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop, zuvor war er auch schon in der Oberliga Westfalen für den TuS Bövinghausen unterwegs. © IMAGO/Jens Dünhölter
Sidney Sam bei einem Spiel von Bayer Leverkusen
Fünf Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft stehen in der Vita des Ex-Leverkuseners Sidney Sam, der auch für Schalke 04 und den VfL Bochum spielte. Weitere Partien im DFB-Dress werden nicht hinzukommen, dafür aber einige im Trikot des Düsseldorfer CfR Linksrheinisch in der Kreisliga A. © imago sportfotodienst
Martin Harnik bei einem Spiel der TuS Dassendorf
Der Torrekord in der Oberliga Hamburg gehört seit der Saison 22/23 Martin Harnik, der die TuS Dassendorf auch als Kapitän aufs Feld führt. In der höchsten deutschen Spielklasse kickte der Österreicher unter anderem für den SV Werder Bremen, den VfB Stuttgart sowie Hannover 96 und absolvierte insgesamt 240 Bundesliga-Spiele. © IMAGO/Vivian Pfaff
Dominik Stroh-Engel bei einem Spiel des FC Memmingen
Auf einen Knipser mit Erfahrung im Profibereich kann auch der FC Memmingen zurückgreifen. Einst schoss Dominik Stroh-Engel (rotes Trikot) den SV Darmstadt 98 mit seinen Toren von der 3. Liga direkt in die Bundesliga, seit Januar 2022 schenkt er den Keepern in der Bayernliga Süd die Tore ein. © IMAGO/Zichy /Eibner-Pressefoto
Kostas Mitroglou vor einem Spiel von Aris Thessaloniki
Wandervogel Konstantinos Mitroglou hat so einige Stadien in diversen Ligen gesehen. Der ehemalige griechische Nationalspieler war beispielsweise für Olympiakos Piräus, SL Benfica, Galatasaray Istanbul, die PSV Eindhoven und Olympique Marseille aktiv. Nun erkundet er die Plätze mit der SpVgg Rheurdt-Schaephuysen die Plätze in der Kreisliga A (Niederrhein). © Imago Images/ Yannis Halas
Marcell Jansen bei einem Spiel von Hamburger SV III
Mit Marcell Jansen findet sich ein weiterer Ex-Nationalspieler mittlerweile im Amateurbereich wieder. Nach 45 Länderspielen und über 200 Erstliga-Begegnungen, vornehmlich auf der linken Defensivseite, spielt der Ex-HSV-Profi noch immer beim einstigen Bundesliga-„Dino“ – allerdings in der 3. Mannschaft in der Oberliga Hamburg. © IMAGO/BODE
Domi Kumbela während eines Spiels von Eintracht Braunschweig
Zur Rückrunde der Saison 2020/21 begrüßte der SSV Delrath (Kreisliga Niederrhein) einen prominenten Neuzugang. Der langjährige Zweitliga-Knipser Domi Kumbela (u.a. Eintracht Braunschweig, Rot Weiss Ahlen) schloss sich dem Klub aus dem Düsseldorfer Umland an. © Imago Images/ Huebner
Maximilian Nicu bei einem Spiel von Wacker Burghausen
Von der Jugend des TuS Prien in den deutschen Profifußball und wieder zurück. Diesen Weg ging Innenverteidiger Maximilian Nicu, der neben drei Länderspielen für Rumänien auch 70 Erstliga- und 88 Zweitliga-Partien absolvierte und dabei beispielsweise für Hertha BSC, den SC Freiburg und Wacker Burghausen spielte. Seit 2018 ist er wieder in der Kreisliga Inn-Salzbach bei seinem Heimatverein am Ball. © Imago Images / Picture Point
Manuel Schmiedebach bei einem Spiel von Ahrensfelde
Als Sechser räumte Manuel Schmiedebach (weißes Trikot) mehr als zehn Jahre vor den Abwehrreihen von Hannover 96 und Union Berlin ab und bestritt 181 Partien in Deutschlands Oberhaus. Seit 2021 gibt er den Staubsauger in der Brandenburgliga bei Grün-Weiß Ahrensfelde.  © Imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Martin Hinteregger bei seiner Verabschiedung von Eintracht Frankfurt
Martin Hinteregger ist der einzige Ex-Profi in dieser Liste, der nicht in Deutschland unterwegs. Der langjährige Frankfurter, der gemeinsam mit der SGE sensationell die Europa League gewann, tritt seit seinem Karriereende im Sommer 2022 für die SGA Sirnitz in der fünften österreichischen Liga gegen das runde Leder – allerdings nicht mehr als Abwehrspieler, sondern als Mittelstürmer. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik
Konstantin Rausch bei einem Spiel des 1. FC Nürnberg
246 Bundesliga-Einsätze sammelte Konstantin Rausch, die meisten davon für Hannover 96. Zudem lief er 28 Mal in der Europa League auf und spielte neun Partien im Trikot der russischen Nationalmannschaft. Im August 2022 wurde der Ex-Nürnberger dann beim SC Vorwerk Celle als Neuzugang der zweiten Mannschaft vorgestellt und ackert seitdem auf den Plätzen der niedersächsischen Kreisklasse. © Imago/ Jan Huebner
Marc-Andre Kruska bei einem Spiel von F91 Düdelingen
Fünf Jahre spielte Marc-Andre Kruska beim BVB, im Anschluss ging es weiter zu Energie Cottbus, dem FSV Frankfurt und dem SC Paderborn. Letzte Station seiner Profikarriere war F91 Düdelingen in Luxemburg, für die er auch fünf Europa-League-Partien absolvierte. 2019 folgte dann der Wechsel in die Bezirksliga Westfalen zum FC Frohlinde. © Imago/Ben Majerus

Am 17. Bundesliga-Spieltag feierte der VfB einen 2:1-Sieg gegen Leipzig, auch im Pokalhalbfinale darf sich der amtierende Vizemeister Chancen ausrechnen – und im Finale hat die Hoeneß-Elf durchaus die Chance, Leverkusen ein Bein zu stellen.

Zwar blieben die Stuttgarter in den vergangenen sechs Duellen mit der Werkself sieglos, verspielten am Sonntag sogar eine 3:1-Führung und verloren mit 3:4. Dennoch gibt es für Leverkusen keine Sieggarantie, wenn es gegen den VfB geht.

Schießt Xhaka Gladbach nach Europa?

Nichtsdestotrotz bleibt Leverkusen der Titelfavorit. Cheftrainer Xabi Alonso hat noch kein DFB-Pokal-Spiel verloren und kassierte seit der vergangenen Saison auf nationaler Ebene nur zwei Niederlagen, darunter ein 0:2 gegen Bremen am 8. März.

Zwar schied Leverkusen im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Bayern deutlich aus (0:3, 0:2), doch in Normalform bleiben die Rheinländer eine Mannschaft, die schwer zu schlagen ist.

Leverkusens Drahtzieher Granit Xhaka kann seinem Ex-Klub aus Gladbach somit den Weg für ein internationales Abenteuer ebnen. Verlassen darf sich Borussia darauf aber nicht. Misslingt die Europapokal-Qualifikation über die Liga, darf der DFB-Pokal lediglich als letzter Hoffnungsschimmer gelten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler

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