Viele Spekulationen
Was bedeuten die Transfergerüchte für Gladbach-Talent Chiarodia?
In der Abwehr von Borussia Mönchengladbach bahnen sich diverse Veränderungen an. Was können die Gerüchte für Fabio Chiarodia implizieren?
Mönchengladbach – Borussia Mönchengladbach hat Gerardo Seoane den Cheftrainerposten im Sommer 2023 anvertraut, weil der Schweizer die jungen Spieler am Niederrhein fördern soll. In einem Fall ist diese Aufgabe bisher misslungen.
Chiarodia tritt auf der Stelle
Während Rocco Reitz nicht mehr aus dem zentralen Mittelfeld wegzudenken ist, Moritz Nicolas den Stammplatz zwischen den Pfosten erobert hat - weshalb Jonas Omlin als Abschiedskandidat gilt - und Lukas Ullrich gegenwärtig im Konkurrenzkampf mit Luca Netz die Oberhand hat, ist bei Fabio Chiarodia keine Besserung eingetreten.
Das Innenverteidiger-Talent wechselte 2023 von Werder Bremen zu Borussia, sammelte in seiner ersten Saison sieben Bundesliga-Einsätze über 148 Minuten und durfte nur ein einziges Mal von Beginn an ran. Nach der erfolgreichen U19-Europameisterschaft mit Italien, bei der Chiarodia alle vier Spiele absolvierte, sollte der Neustart erfolgen – doch der Effekt blieb aus.
An den bisherigen 19 Bundesliga-Spieltagen sammelte Chiarodia insgesamt 55 Einsatzminuten. An Ko Itakura und Nico Elvedi führt kein Weg vorbei, auch Marvin Friedrich hat einen Vorteil gegenüber dem 19-Jährigen, dessen Situation sich perspektivisch wohl zu verschlechtern droht.
Verpflichtet Gladbach neben Diks einen zweiten Verteidiger?
Der Transfer von Kevin Diks lag länger in der Luft und wurde am Sonntag offiziell verkündet. Die Allzweckwaffe wird im Sommer ablösefrei vom FC Kopenhagen zu Borussia wechseln und dürfte als Vorgriff auf einen Abgang von Itakura oder Elvedi dienen. Zudem öffnet sich die Tür für einen Abschied von Rechtsverteidiger Stefan Lainer, der sich nach mehr Spielzeit sehnt. Im Winter dürfte Lainer nur die Freigabe erhalten, wenn die Verantwortlichen einen Ersatz finden. Das wirkt gegenwärtig unwahrscheinlich.
Zurück zu Diks: Schenkt man den kursierenden Gerüchten Glauben, wird der indonesische Nationalspieler nicht der einzige Neuzugang für die Defensive sein. Vor geraumer Zeit wurde Gladbach mit dem belgischen Talent Zeno Van Den Bosch (Royal Antwerpen) in Verbindung gebracht, am Mittwoch berichtete die österreichische Kronen Zeitung von Interesse an Jannik Robatsch (Austria Klagenfurt).
„Jannik steht auf den Notizblöcken mehrerer Mittelständler in der deutschen Bundesliga. Er ist ein großes Kapital für den Verein, eine heiße Aktie. Es kann sein, dass jemand zugreift – vielleicht aber erst im Sommer“, wird Klagenfurt-Sportchef Günther Gorenzel zitiert. „Eine schriftliche Anfrage mit Summen liegt nicht am Tisch.“
Hat Chiarodia in Gladbach eine Zukunft?
Was Robatsch von Van Den Bosch und Diks unterscheidet, ist sein starker linker Fuß. Ein solches Profil erfüllt bisher nur Chiarodia im Kader. Das alleine muss kein Hinweis auf dessen Zukunft in Mönchengladbach sein, doch es sind die Summe der Gerüchte, die Fragen aufwerfen.
Nach aktuellem Stand wird Borussia mit Diks, Itakura, Elvedi, Friedrich und Chiarodia in die Saison 2025/26 gehen. Verließe Itakura den Klub und stieße Robatsch zur Mannschaft, hätte Seoane drei gestandene Verteidiger und zwei Talente zur Verfügung. Das ist mit dem Borussia-Weg vereinbar, allerdings geht Seoane gerade in der Abwehr behutsam mit den Youngsters um – und wenn Chiarodia schon jetzt kaum Spielzeit erhält, stellt sich die Frage, ob ihm bei zusätzlicher Konkurrenz plötzlich eine größere Chance winkt.
Somit könnten die Gerüchte um Robatsch und Van Den Bosch auch darauf hindeuten, dass Chiarodia nach zwei Jahren keinen einfachen Stand am Niederrhein hat und hinter seiner Zukunft zumindest ein Fragezeichen liegt. Trotz vielversprechender Anlagen ist es ihm noch nicht gelungen, Itakura, Elvedi und Friedrich in Bedrängnis zu bringen. Und da Matchpraxis gerade für junge Spieler unabdingbar ist, erscheint der Gedanke nach einer Veränderung nicht völlig aus der Luft gegriffen. Bis zu einer solchen Entscheidung werden aber noch viele Wochen vergehen, in denen sich seine Situation ändern kann.
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