Ex-Sportdirektor
„Wer das behauptet ...“ - Eberl redet offen über Weggang von Gladbach
Max Eberl hat über sein Aus bei Borussia Mönchengladbach gesprochen. Zudem sprach Eberl über den späteren Wechsel zu RB Leipzig.
Mönchengladbach – Über zweieinhalb Jahre ist es her, dass Max Eberl im Januar 2022 unter Tränen seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach verkündet hat.
Gladbach und Eberl erleiden schweren Rückschlag
Der langjährige Sportdirektor sah sich am Ende seiner Kräfte und gezwungen, Abstand vom Profifußball zu nehmen. Im Interview mit dem 11Freunde-Magazin erläutert Eberl, nach der verpassten Europapokal-Qualifikation 2021 ein entscheidendes Signal verspürt zu haben.
Seinerzeit hielt Eberl an Trainer Marco Rose fest, dessen Wechsel zu Borussia Dortmund im Februar 2021 verkündet und von Fans stark kritisiert worden war. Große Teile der Anhängerschaft forderten ein sofortiges Aus von Rose, Eberl aber hielt an ihm fest.
Mit dem Einzug in die Conference League habe er beweisen wollen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, aufgrund einer 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am 33. Spieltag scheiterte dieses Ziel jedoch. Infolgedessen „wurde mir schlagartig bewusst: Es ist zu viel“, sagt Eberl.
Eberl ignorierte körperliche Signale
Schon zuvor habe er mehrere Signale seines Körpers ignoriert, auf die Bremse zu treten, erläutert Eberl. Neben den sportlichen Herausforderungen mit Borussia habe ihn zusätzlich sein Privatleben belastet, unter anderem scheiterte 2019 eine Ehe. „Der Berg meiner beruflichen und privaten Themen wurde irgendwann zu hoch. Ich hatte nicht mehr die Kraft, den Dingen auf den Grund zu gehen, und übertünchte die Probleme mit immer mehr Arbeit.“
Infolge einer laut eigenen Angaben schweren Darmoperation habe er keine Pause eingelegt, führt Eberl exemplarisch an. „Im Herbst 2021 bekam ich erneut Bauchschmerzen und fürchtete einen Rückfall, aber der Arzt sagte: ‚Max, deine Werte stimmen, es ist nichts Organisches. Deine Probleme liegen woanders’.“
Probleme vorgetäuscht? Eberl wird deutlich
Die Öffentlichkeit erfuhr erst von Eberls Problemen, als der Abschied aus Mönchengladbach - für viele überraschend - besiegelt worden war. „Das Kapitel ist unvollendet, obwohl ich 23 Jahre für diesen Klub alles gegeben habe“, empfindet der einstige Verteidiger der Fohlen-Elf.
Sauer stößt Eberl indes auf, dass während der Spekulationen über seinen Rücktritt schon über einen möglichen Wechsel zu RB Leipzig berichtet worden war. Seither hält sich in Fankreisen hartnäckig das Gerücht, er habe einen Ausweg gesucht, um bei den Sachsen zu landen.
„Für mich war es befremdlich, dass bereits in dem Moment [...] Gerüchte aufkamen, ich würde nur eine Show abziehen, um möglichst schnell den Absprung zu schaffen“, so Eberl. Seither bestehe kein Kontakt mehr zu den Borussia-Bossen.
Womit RB Leipzig Eberl anlockte
Bereits zuvor hatte Eberl Begehrlichkeiten geweckt, 2017 kursierten hartnäckige Gerüchte über Interesse des FC Bayern. Im Laufe der Jahre seien „Angebote von interessanten Vereinen“ eingetroffen, Gladbach sei darüber aber stets zuerst informiert worden. „Warum hätte ich mich ausgerechnet beim Abschied verstellen sollen? Um es klar zu sagen: Wer behauptet, ich hätte bereits im Januar 2022 geplant, Ende des Jahres in Leipzig anzuheuern, hat keine Ahnung oder lügt!“
Und dennoch wurden die Spekulationen Realität, als Leipzig im September 2022 verkündete, Eberl zum Jahresende als Geschäftsführer Sport unter Vertrag zu nehmen. Der zweifache DFB-Pokal-Sieger habe mit Titelchancen geworben, „eine Verlockung, der ich nach der schweren Zeit bewusst nachgegeben habe“, sagt Eberl. Doch es bleibt die Ironie der Geschichte, dass Leipzig bereits im September 2023 die Trennung verkündete - woraufhin Eberl im März 2024 zum FC Bayern gewechselt ist.
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