Ambitionen in Leverkusen

Rückkehr nach Deutschland: Das sagt Erik ten Hag er über seine Bayern-Zeit

Bayer Leverkusen hat auf den Abgang von Xabi Alonso reagiert und seinen neuen Trainer vorgestellt. Dieser hat auch eine Bayern-Vergangenheit.

München – Erik ten Hag ist offiziell zurück im deutschen Fußball – und übernimmt Bayer Leverkusen. Der Niederländer, zuletzt bei Manchester United tätig, wurde am Montag als neuer Cheftrainer der Werkself vorgestellt und erinnerte sich dabei ausdrücklich an seine prägende Zeit beim FC Bayern München.

Ten Hag „dankbar“ für seine Bayern-Zeit

„Ich bin Bayern sehr dankbar. Ich hatte dort eine großartige Zeit, es war eine großartige Erfahrung in meinem Leben und meiner Karriere“, erklärte der 55-Jährige auf der Pressekonferenz.

Von 2013 bis 2015 trainierte er die Amateure des FC Bayern und begegnete in dieser Zeit prägenden Figuren des Vereins: „Ich habe die Bayern-Philosophie gespürt und viel daraus gelernt. Ich habe Menschen wie Matthias Sammer, Pep Guardiola, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge kennengelernt und viel von ihnen gelernt. Das hat mir in meiner Karriere geholfen.“

Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München

Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel.
Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an.
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an. © Philippe Ruiz
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2017 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück.
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2007 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück. © IMAGO / Lackovic
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“.
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“. © IMAGO / MIS
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister.
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere.
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl.
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden.
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz.
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz. © IMAGO / Nordphoto
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional.
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional. © Imago/photoarena / Thomas Eisenhuth
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand.
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB.
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf.
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben Tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf. © IMAGO / Bernd Müller
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac.
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid.
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid. © Frank Hoermann / SVEN SIMON
Alaba konnte sich zwar mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. Allerdings musste diese vor leeren Corona-Rängen gefeiert werden.
Vor leeren Corona-Rängen konnte sich auch Alaba mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. © Imago/ Frank Hoermann / SVEN SIMON
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet.
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet. © IMAGO / Poolfoto
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“ © IMAGO / Sven Simon
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“ © IMAGO/Teresa Kröger
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.  © IMAGO/Alexander Pohl
Thomas Müller
Im Sommer 2025 sagte eine der größten Bayern-Legenden Lebe Wohl zu seinem Herzensverein: Thomas Müller. © Sven Hoppe
FC Bayern München - Borussia Mönchengladbach
Der Rekordspieler der Bayern feierte in seinen insgesamt 25 Jahren beim FCB unzählige Titel und wurde zur Vereinsikone. Bei seinem letzten Heimspiel in der Allianz Arena wurde er dementsprechend gebührend von der Münchener Südkurve mit einer Choreo verabschiedet. © Tom Weller
FC Bayern
Zum Ende der Saison 2025/26 verabschiedte sich dann auch Leon Goretzka nach acht Jahren vom FC Bayern.  © Tom Weller
Bayern München - 1. FC Köln
Der Bochumer Junge in München war tatkräftiger Bestandteil der Triple-Mannschaft von 2020 und begeisterte die Fans stets mit Einsatz und Leidenschaft. Mit der meisterschale durfte sich Goretzka am letzten Spieltag noch einmal bei den Fans verabschieden. © Tom Weller

Regionalliga-Meister mit Bayern II – und ein bitteres Aus in der Relegation

Sportlich brachte ten Hag damals die Bayern-Amateure zweimal an die Spitze der Regionalliga Bayern, scheiterte jedoch jeweils am Aufstieg. Besonders bitter war die Relegation 2014 gegen Fortuna Köln, als das entscheidende Gegentor in der Nachspielzeit fiel. Ein Jahr später wurde seine Mannschaft erneut Zweiter – doch es reichte nicht zur erneuten Chance auf die 3. Liga.

Nach erfolgreichen Jahren bei Ajax Amsterdam – inklusive Champions-League-Halbfinale 2019 – und einem durchwachsenen Engagement bei Man United, wagt ten Hag nun den Schritt zurück in die Bundesliga. Warum ausgerechnet Leverkusen? „Bayer 04 ist einer der besten Vereine in Deutschland und gehört zur erweiterten europäischen Elite. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich sehr beeindruckt“, erklärte er.

Erik ten Hag

Zwar muss er auf den abgewanderten Xabi Alonso und womöglich mehrere Leistungsträger verzichten, doch der neue Coach zeigt sich entschlossen: „Ich bin nach Leverkusen gekommen, um die in den vergangenen Jahren gewachsenen Ambitionen zu bestätigen. Es ist eine reizvolle Aufgabe, in dieser Phase des Umbruchs gemeinsam etwas aufzubauen und eine ambitionierte Mannschaft zu entwickeln.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)

Rubriklistenbild: © IMAGO

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