Auch Türen von Sportstudios sind seit gestern geschlossen

Fit bleiben wird schwieriger

Zahlreiche freie Parkplätze vor dem Fitness-Studio Enjoy in Oyten: Ein Anblick, der erst einmal so von der Regierung gewollt ist und auch noch länger so bleiben wird. Wie lange, weiß derzeit niemand. Fotos (2): von Staden
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Zahlreiche freie Parkplätze vor dem Fitness-Studio Enjoy in Oyten: Ein Anblick, der erst einmal so von der Regierung gewollt ist und auch noch länger so bleiben wird. Wie lange, weiß derzeit niemand. Fotos (2): von Staden

Verden/Oyten - Von Frank Von Staden. Fit bleiben wird in diesen Tagen immer schwieriger. Seit das Coronavirus die Welt fest im Griff hat, haben Sportvereine ihre Tätigkeiten gänzlich eingestellt, gestern nun kam die Anordnung aus Berlin, dass auch alle Sportstudios in Deutschland ihre Türen für ihre Mitglieder schließen müssen.

Dabei ist es im Grunde ein zweischneidiges Schwert. So ist längst bewiesen, dass Sport Infektionskrankheiten vorbeugt und das Immunsystem stärkt. Klar, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Sonnenlicht und Vitamin D, wenig Stress, genügend trinken, gesunder Schlaf oder auch regelmäßiges Waschen der Hände sind unumgängliche Faktoren, um in diesen Tagen gesund zu bleiben. Doch vor allem der Sport, die Bewegung hält uns Krankheiten vom Leib. „Allerdings war es natürlich nur eine Frage der Zeit, dass auch wir als ein Ort großer Ansammlungen von Menschen dicht machen mussten“, zeigt da Norman Heller, Leiter des Fitnessstudios Enjoy in Oyten, großes Verständnis für die Entscheidung des Bundesgesundheitsamtes. Heller: „Solidarität ist jetzt gefragt!“ Allerdings: Das Virus wird auch bei den Studio-Besitzern ein großes finanzielles Loch in die Tachen reißen. Heller klärt auf: „Wir müssen in den letzten Jahren immer mehr dafür tun, um abwandernde Mitglieder durch neue zu ersetzen. Jedes Studio hat da seine eigene Strategie. Doch wie sollen wir Interesse bei Sportwilligen wecken, wenn wir geschlossen haben? Der finanzielle Puffer ist bei Fitnessstudios nicht unbegrenzt, wie so mancher glaubt!“ Damit dürfte der 45-Jährige vor allem auf die vorherrschende Meinung anspielen, dass sich „Muckibuden“ vor allem durch Karteileichen finanzieren. Also durch Mitglieder, die zwar angemeldet sind, allerdings die sportlichen Möglichkeiten kaum bis gar nicht nutzen und so zu stillen Zahlern mutieren. „Nein, das war einmal. Deshalb denke ich, werden wir, um auch unsere fest angestellten Mitarbeiter weiter bezahlen zu können, recht schnell staatliche Hilfen benötigen. Ich habe bereits versucht, in dieser Hinsicht beim Landkreis telefonisch vorzufühlen. Doch man kommt einfach nicht durch, weil die Leitungen dort völlig überlastet zu sein scheinen!“

Und auch mit einem weiteren Irrglauben räumt Heller auf: „Anrecht auf Rückerstattung ihrer Beiträge oder ein Sonderkündigungsrecht haben Studio-Mitglieder nicht. Aber wir werden natürlich die Ausfallzeit bei Vertragsende nach einer Kündigung hinten dranhängen.“

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