Bundestrainer erklärt Veränderung
Biathlon: „Das gab es so noch nie“ – DSV-Herren gehen besonderen Weg in der Vorbereitung
Die deutschen Biathlon-Herren gehen in der Vorbereitung einen besonderen Weg. Bundestrainer Tobias Reiter erklärt bei chiemgau24.de, was es mit dem „Team Deutschland“ auf sich hat und wie so gleich zwei Probleme angegangen werden.
Die deutschen Biathlon-Herren haben in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Weltspitze verloren. Norwegen und Frankreich dominieren die Szene, auch Schweden ist dem Deutschen Skiverband in der Spitze einen Tick voraus. Zudem ist der Altersdurchschnitt bei den deutschen Männern vergleichsweise hoch.
Tobias Reiter, der seit März 2025 Bundestrainer der deutschen Biathlon-Herren ist, setzt mit seinem Trainerteam und der sportlichen Leitung in der Vorbereitung auf einen Weg, den es so im deutschen Biathlon noch nicht gegeben hat. Im Gespräch mit chiemgau24.de erklärt er das neue Konzept.
Biathlon: Reiter erklärt Novum – „Wir gehen in diese Vorbereitung als ein Team Deutschland“
„Die Einteilung in A- und B-Kader ist für uns nur eine Formalie. Wir gehen in diese Vorbereitung als ein ‚Team Deutschland‘. Wir fahren mit beiden Kadern in die Trainingslager, alle zwölf Sportler sind gleichberechtigt – egal in welchem Kader sie gelistet sind. Das hat es so noch nicht gegeben“, präzisiert Reiter das grundsätzliche Vorgehen.
Im A-Kader sind sechs Athleten gelistet, so auch im B-Kader. Der Altersdurchschnitt ist deutlich gesunken, die arrivierten Biathleten sollen durch Talente herausgefordert werden. „Die jüngeren Athleten sind an die erfahreneren herangerückt, sie können und sollen sich gegenseitig pushen“, gibt sich Reiter zuversichtlich.
Biathlon: Spezielle Herangehensweise an den ersten Lehrgang – „Athleten haben super mitgezogen“
Der erste Lehrgang in der großen Gruppe wurde am Lavazepass in Italien absolviert. Zum Start ins erste gemeinsame Trainingslager ließen sich Reiter und sein Trainerteam etwas einfallen. „Damit sich das Team in der neuen Konstellation besser kennenlernt, haben wir zum Start in den ersten Lehrgang etwas besonderes gemacht. Wir sind von Niederndorf bei Rosenheim mit dem Rennrad nach Bozen gefahren, von dort weiter Richtung Gardasee auf Skirollern, haben eine Gipfelwanderung gemacht, ehe es mit dem Rennrad vom Gardasee zum Lavazepass ging, wo das eigentliche Trainingslager stattgefunden hat“, sagte Reiter nach dem Lehrgang gegenüber chiemgau24.de und zog ein positives Fazit.
Biathlon: Der B-Kader der deutschen Herren für die Saison 2026/27




„Es waren sehr intensive und lange Tage. Die Athleten haben super mitgezogen und positives Feedback gegeben. Wir sind mit dem ersten Lehrgang sehr zufrieden“, sagte der 40-Jährige und erklärte die Schwerpunkte der Arbeit vor Ort.
Biathlon: Laute Musik als Hilfsmittel – Übergreifende Arbeit an den Stützpunkten
„Das Thema Kommunikation hat eine wichtige Rolle gespielt. Zudem hatten wir einen Sportpsychologen dabei, der mit den Jungs gearbeitet hat. Wir wollen die Arbeit am Schießstand optimieren. Das fängt beim Anlauf an den Schießstand an, geht weiter über das Verhalten auf der Matte, die Schießzeit und die gesamte Struktur im Ablauf. Wir haben Rennsituationen simuliert und gezielt auch mit Ablenkung, wie z.B. Musik im Hintergrund, gearbeitet“, erklärte der Chiemgauer.
Abseits der Lehrgänge ist das Training an den Stützpunkten ebenfalls übergreifend koordiniert. „Egal an welchem Stützpunkt ein Athlet trainiert, per Datenanalyse kann er sich mit den anderen vergleichen. Als Beispiel: Am Stützpunkt in Ruhpolding findet eine Belastungseinheit statt, auch in Oberhof findet eine Belastungseinheit statt. Daraus ergeben sich Werte, die sich dann vergleichen lassen und einen genaueren Leistungsstand darstellen“, präzisierte Reiter.
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Nach dem abgeschlossenen Lehrgang am Lavazepass geht es für die deutschen Herren mit einem Trainingslager im estnischen Otepää weiter. Man verzichtet damit bewusst auf eine Teilnahme am Blinkfestival in Norwegen, mit dem die wichtigsten Sommerwettbewerbe im Biathlon beginnen. (Quelle: chiemgau24.de, truf)