DSV-Athlet wird Gastronom
Biathlon: „Leicht war das nicht“ – Horn spricht über sein turbulentes Hotelprojekt
Philipp Horn ist eigentlich durch Biathlon bekannt. In Oberhof wird er bald auch Gastronom sein. Bei chiemgau24.de erzählt er von seinem Herzensprojekt, das kurz vor der Eröffnung steht und nicht ohne Komplikationen verlief.
Der vergangene Biathlon-Winter war der erfolgreichste in der Karriere von Philipp Horn. In Hochfilzen lief er erstmals auf ein Einzelpodest im Weltcup, bei Olympia verpasste er im Massenstart eine Medaille nur hauchdünn. Sportlich ist der 31-Jährige auf Kurs, aber auch die Zukunftsplanung ist in vollem Gange.
In seiner Heimat Oberhof stehen Horn und seine Frau Antonia kurz vor der Vollendung eines Herzensprojektes, das vor zwei Jahren begann und nicht ohne Turbulenzen verlief. Das Sportlerpaar aus Thüringen eröffnet ein Hotel. Ende des Jahres sollen im „Basislager“ die ersten Gäste empfangen werden.
Biathlon und Hotel eröffnen? – „Am Anfang waren das so Spinnereien in unseren Köpfen“
Bei chiemgau24.de erzählt Philipp Horn vom Ursprung des Projektes. „Die Idee gab es schon lange. Am Anfang waren das so Spinnereien in unseren Köpfen – wie könnte denn das mal aussehen? Und wir haben immer gesagt, wir würden gerne auch weiterhin mit Sportlern zu tun haben. Und da kamen wir irgendwie auf die Idee. Eine Gästeunterkunft für Sportler, das wäre doch eigentlich verdammt cool. Gerade bei uns in Oberhof ist es von der Infrastruktur für Sportler einfach perfekt.“
Horn ist seit gut zehn Jahren fester Bestandteil der deutschen Biathlon-Herren, aber auch seine Frau Antonia (geb. Fräbel) war bis 2024 als Leistungssportlerin aktiv. Die heute 29-Jährige gewann zwei Medaillen bei Juniorenweltmeisterschaften im Langlauf, ging bei 61 Weltcuprennen an den Start und nahm an den Olympischen Spielen 2022 teil. Anschließend wechselte sie zum Biathlon. Nach vielversprechendem Beginn riss sie sich 2023 das Kreuzband.
Biathlon: Geplante Eröffnung verzögert sich – „Viel mehr Probleme, als wir dachten“
Als sie 2024 ihre Karriere aufgrund anhaltender gesundheitlicher Probleme beenden musste, war die Idee zum Herzensprojekt längst geboren – und wurde immer greifbarer. „Wir sind mit offenen Augen durch Oberhof gegangen. Dann hat sich ein konkretes Objekt angeboten, um unsere Idee in die Tat umzusetzen. Wir haben noch einmal intensiv nachgedacht, schließlich ist das eine Entscheidung fürs Leben. Wir haben uns dafür entschieden und das Projekt gestartet“, erzählt Philipp Horn von dem Moment, als die Spinnerei zur Realität wurde.
Die geplante Eröffnung im vergangenen Jahr mussten die seit 2022 verheirateten Horns verschieben. „Leicht war das nicht, da wir viel mehr Probleme mit dem Haus hatten, als wir ursprünglich dachten. Aber wir haben die Entscheidung trotzdem noch nicht bereut und ich freue mich, wenn wir jetzt nach zwei Jahren Bauzeit endlich starten und Ende des Jahres die ersten Gäste empfangen können.“
*Instagram-Beitrag: Antonia und Philipp Horn bei ihren Arbeiten am eigenen Hotel
Ob das Basislager nur für Spitzenathleten gedacht ist? „Nein“, betont Horn und ergänzt: „Jeder Urlauber, der aktiv ist und der von Oberhof aus Touren starten möchte, ist bei uns herzlich willkommen. Oberhof ist ein sehr sportbegeisterter Ort und der zieht natürlich auch sportliche Menschen an. Und genau das ist unsere Zielgruppe.“
Ein Hotel zu managen und gleichzeitig durch die Biathlon-Welt zu reisen – diesen Spagat wird Philipp Horn aber nicht wagen. „Das haben wir natürlich klar abgesprochen. Antonia ist die Geschäftsführerin und wird im Winter das Basislager managen. Ich möchte mich voll auf meinen Sport konzentrieren, anders würde es nicht funktionieren.“ (Quelle: chiemgau24.de, truf)