„Grenzt an Glücksspiel“

Dumm gelaufen: E-Auto gekauft – weit und breit keine laufende Ladestation

Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass viel zu viele öffentliche Ladestationen für E-Autos nicht zuverlässig funktionieren. Laden wird zur Glückssache.

Rheinland Pfalz – Fahrer im Besitz eines Elektroautos sollten sich mittlerweile um die Ladeproblematik bewusst sein. Weil es häufiger unschöne Vorfälle an Ladestationen gibt, entwickelt Autohersteller VW für Elektroautos das kabellose Laden ohne Ladestationen. Dann könnte Ärger mit Ladestationen zumindest für die E-Auto-Ladesäulen von VW schon bald keine Rolle mehr spielen. Den gibt es nämlich überall und ständig. Ein Start-up stellte für die Funktion öffentlicher Ladesäulen in Deutschland fest: Ob das Aufladen an den verfügbaren E-Säulen funktioniert, gleicht oft einem Glücksspiel – mal könnte es klappen, und mal nicht.

Bundesland im Südwesten Deutschlands, das an Frankreich:Rheinland-Pfalz
Fläche: 19.858 Quadratkilometer
Gegründet: 30. August 1946
Hauptstadt: Mainz

E-Auto laden: Funktionierende Ladestation finden, „grenzt an Glücksspiel“

E-Auto-Fahrer schlagen sich häufiger mit Schwierigkeiten herum und sie haben alle besonders eines gemeinsam: das Ladeproblem an öffentlichen Ladesäulen. Für eine Familie wurde eine Fahrt mit dem E-Auto deshalb zur Odyssee, man war nach eigenen Angaben irgendwann „kurz vorm Heulen“. Wie nun ein Start-up aus Rheinland-Pfalz in einer Auswertung belegte, ist allerdings die begrenzte Anzahl an frei zugänglichen Ladestationen nicht immer der Auslöser für Schwierigkeiten: Die verfügbaren Ladesäulen seien in vielen Fällen einfach wenig zuverlässig.

Laut Auswertung eines Start-ups gibt es genug Lademöglichkeiten, allerdings gleicht die Funktionsverlässlichkeit einem Glücksspiel (Symbolbild).

E-Autos laden schwierig: Circa 20.000 Ladestationen funktionieren nicht richtig

Das Start-up „Elvah“ überprüfte die Verfügbarkeit von 200.000 öffentlichen Ladestationen in Europa in Echtzeit. Das Ergebnis: Acht bis zehn Prozent der Ladestationen in Deutschland funktionieren nicht richtig, wie „Welt“ berichtet. Neben dem Problem, dass erhöhte Strompreise und Tarif-Chaos E-Autos zur Kostenfalle machen können, ist also häufig ist ungewiss, ob die angefahrenen Ladestationen überhaupt funktionieren. „Außerdem gehen zwischen zwölf und 15 Prozent aller Startversuche an den Ladesäulen schief“, zitierte „Welt“ Sören Ziems, Mitgründer von Elvah. „Es grenzt oft an ein Glücksspiel, ob das Laden an einer öffentlichen Säule klappt oder nicht.“

Zu wenig Ladestationen für E-Autos – und viele sind defekt

Laut „Elvah“ gäbe es im Schnitt immer mindestens eine freie Ladestation innerhalb der Kommunen – ausgenommen davon sind Hamburg, Leverkusen und Potsdam. So sollten E-Auto-Fahrer also eigentlich immer mindestens eine freie Ladesäule bedienen können. Die freien Ladeoptionen können allerdings auch mal am entfernten Stadtrand liegen und nicht nur in der Innenstadt, die für viele besser erreichbar ist. Immer wieder stellen enttäuschte Verbraucher fest, dass es weit und breit keine Lademöglichkeit gibt, nachdem sie sich ein E-Auto gekauft haben. Besonders, da es kein Fördergeld mehr für private Wallboxes gibt. Nach einer Rechnung des es Verbands Deutscher Automobilindustrie (VDA) aus dem Oktober 2021 gibt es auf 21 Elektroautos im Schnitt nur eine öffentlich zugängliche Ladestation in Deutschland, besonders auf schlecht sieht es aus auf Autobahnen: Es gibt nur 224 öffentliche Schnellladestationen auf dem gesamten deutschen Autobahn-Netz.

Doch selbst wenn eine freie Ladeoption gefunden ist, bringt das die E-Auto-Fahrer oftmals wenig weiter: Sobald sie eine Ladebuchse gefunden haben, stehen sie oft vor dem nächsten Problem, denn längst nicht immer klappt das Aufladen.

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Ladestationen für E-Autos: Vielerorts nicht mal 6 von 10 Punkten für Zuverlässigkeit

Das Start-up „Elvah“ wertete die Ladestationen für Elektroautos in Neumünster, Potsdam, den Kreisen Steinburg (Schleswig-Holstein), Marburg-Biedenkopf (Hessen) und Kreis Calw (Baden-Württemberg) als am unzuverlässigsten aus. Vom Höchstfaktor 10 für die Zuverlässigkeit erreichten die Standorte einen Wert zwischen 6,78 und 5,79. Ziems spricht von einem „Armutszeugnis für die Industrie“. Schließlich sei selbst Faktor 8,5 nicht ausreichend: Denn auch damit seien die Ladestationen weit von einer hundertprozentigen Zuverlässigkeit entfernt und der Ladevorgang würde in 15 Prozent der Fälle nicht klappen.

Geringe Zuverlässigkeit der Ladestationen für E-Autos ist „Armutszeugnis für Industrie“

Das Ergebnis fasst er dann auch deutlich zusammen: „Ein Armutszeugnis für die Industrie“ sei die mangelnde Zuverlässigkeit der Ladestationen. Keine gute Voraussetzung für den Besitz eines E-Autos – und gleichzeitig steigen die Stromkosten für die Verbraucher weiter an: Wegen des Ukraine-Kriegs erhöhen die Lade-Anbieter jetzt die Preise an Ladesäulen. Die Infrastruktur der E-Mobilität ist noch ziemlich ausbaufähig. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/imago

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