„Zum Bäcker mit dem Rad statt mit dem SUV“

Tipp zum Sprit zu sparen: ausgerechnet ADAC rät zum Radfahren und Laufen

ADAC, die größte Autofahrerlobby Europas, ruft zum Verzicht aufs Auto auf. In einem offenen Brief fordert der Club zum Fahrradfahren oder zu-Fuß-gehen auf.

München – Die Energiekrise treibt die Benzinpreise in ungeahnte Höhen, sodass der ADAC bereits vor Verzweiflungstaten wegen Spritpreisen warnt – nämlich, nie Salatöl zu tanken. Nun wird der größte Verkehrsclub Europas, der sich in seiner Satzung der „Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrwesens, des Motorsports und des Tourismus“ verschrieben hat, sogar politisch – und fordert in einem dramatischen Appell zum Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen auf.

Verkehrsclub:Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e. V. (ADAC)
Hauptsitz:München
Mitglieder:21.178.729
Umsatz:215 Millionen Euro
Präsidenten: Christian Reinicke, Gerhard Hillebrand

ADAC mit dringendem Appell wegen Ukraine-Krieg: „Gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie Fahrrad“

Der Ukraine-Konflikt treibt die Energiepreise in ungeahnte Höhen – und die Verbraucher an den Rand der Verzweiflung. Selbst ein Tankwart stoppte den Benzin-Verkauf mit den Worten „Diebstahl unterstütze ich nicht“. Doch mit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine stellt sich darüber hinaus die dringliche Frage, wie die offensichtliche Abhängigkeit von Energielieferungen reduziert werden kann. Eine Frage, in die sich nun sogar der ADAC einschaltet – und zwar mit einem dringenden Appell.

Der ADAC rät Verkehrsteilnehmern, für kurze Strecken das Fahrrad oder den ÖPNV zu nutzen. (kreiszeitung.de-Montage)

Offener Brief des ADAC: „Prüfen Sie, auf welche Pkw-Fahrten Sie verzichten können“

In einem offenen Brief vom 27. April 2022 heißt es: „Liebe ADAC-Mitglieder, der Krieg in der Ukraine und das unfassbare Leid der Bevölkerung erfüllen uns im ADAC Präsidium wie jeden anderen mit Entsetzen und tiefem Mitgefühl. Ohnmächtig zusehen zu müssen, ist kaum zu ertragen.“ Präsident Christian Reinicke und Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand erklären weiter: „In den letzten Wochen wurde die Abhängigkeit unseres Landes von russischen Energie-Importen sehr deutlich. Umso wichtiger ist es, diese schnell zu reduzieren. Dazu kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten.“

ADAC fordert wegen Ukraine-Krieg zum Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen auf

Konkret heißt es ihn der ADAC-Mitteilung mit dem Titel „Spritsparen. Helfen. Mobil bleiben“: „Wir bitten Sie zu prüfen, ob und auf welche Pkw-Fahrten Sie möglicherweise verzichten können. Wer einen guten Zugang zu Angeboten des öffentlichen Verkehrs hat, sollte diese verstärkt nutzen. Auch mit dem Rad oder zu Fuß lassen sich manche Wege zurücklegen.“ Das Entlastungspaket 2022 mit dem 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn macht die Entscheidung für Fahrten ohne das eigene Auto leichter.

In den letzten Wochen wurde die Abhängigkeit unseres Landes von russischen Energie-Importen sehr deutlich. Umso wichtiger ist es, diese schnell zu reduzieren. 

Christian Reinicke und Gerhard Hillebrand, Präsidium des ADAC

ADAC: Jeder gesparte Liter Sprit nimmt Einfluss auf die Entwicklung des Krieges

Weiter appelliert der ADAC an seine Clubmitglieder, den Spritverbrauch durch ökonomische Fahrweise zu senken: „Dabei spielt die Geschwindigkeit eine große Rolle. Wichtig ist aber auch vorausschauendes und gleichmäßiges Fahren.“ Auf der Homepage des ADAC würden Tipps der Experten angeboten, die den Spritverbrauch um bis zu 20 Prozent senken – allein durch eine Umstellung der Fahrweise.

„Zum Bäcker mit dem Rad statt mit dem SUV“ – ADAC fordert zum Autoverzicht auf

„Jeder gesparte Liter Treibstoff kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren und damit mittelbar auf die weitere Entwicklung des Krieges Einfluss zu nehmen“, zitiert der „Spiegel“ den ADAC-Präsidenten Christian Reinicke. Es sei auch möglich, „zum Bäcker mit dem Fahrrad anstatt mit dem SUV zu fahren“, heißt es weiter. Für viele Strecken ergebe die Autofahrt einfach keinen Sinn.

Das betrifft nicht nur Verbrenner. Der Ukraine-Konflikt könnte auch E-Autos bald zum unerschwinglichen Luxusgut machen. Eine bisher vernachlässigte Antriebs-Alternative könnte dagegen zum großen Gewinner der ungewissen Mobilitäts-Zukunft avancieren. Denn die Energie-Krise bringt den Wasserstoff-Antrieb nach vorn.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/Christoph Hardt/imago

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