Supersinne im Tierreich

Was Tiere am Wetter wahrnehmen – und Menschen mit keinem Sinn erfassen können

Bienen fliegen
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Honigbienen: Vor einem Gewitter lädt sich die Luft elektrisch auf, ein Vorgang, den Menschen nicht wahrnehmen können. Honigbienen registrieren diese Veränderung über ihre Antennen und fliegen in den Stock zurück, bevor das Unwetter losbricht. Dass sie dabei oft früher reagieren als jede Wetterwarnung, beobachten Imker seit Generationen. Für die Tiere ist dieses feine Gespür keine Laune der Evolution, sondern pure Notwendigkeit: Im Sturm wären ihre empfindlichen Flügel schutzlos.
Elefanten im Kruger-Nationalpark in Südafrika.
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Elefanten: Die Riesen der Savanne besitzen ein außergewöhnliches Gehör für Infraschall, der für Menschen absolut unhörbar ist. Massive Gewitterfronten erzeugen diese tiefen Frequenzen, die über Hunderte von Kilometern durch den Boden und die Luft reisen. Elefanten nehmen dieses ferne Grollen wahr und navigieren ihre Herden gezielt auf Regenfronten zu, um sich frisches Wasser zu sichern. Ihr Körper fungiert dabei wie ein hochempfindlicher seismischer Empfänger für die Atmosphäre.
Ein Schwarm fliegender Tauben
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Brieftauben nehmen ebenfalls Infraschall wahr, also die Töne in einem Frequenzbereich, den kein menschliches Ohr erfassen kann. So erspüren sie herannahende Wetterfronten frühzeitig. Zusätzlich sitzt im Mittelohr das sogenannte paratympanische Organ, das auf kleinste Luftdruckveränderungen reagiert und die Tauben bei der Wahl ihrer Flughöhe leitet.
Schwarzspitzenhai (Carcharhinus limbatus)
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Junge Schwarzspitzenhaie agieren wie schwimmende Barometer und registrieren fallenden Luftdruck über hochempfindliche Haarzellen im Innenohr. Stunden vor einem Sturm verlassen sie kollektiv ihre flachen Kinderstuben, um in tieferen Wasserschichten Schutz zu suchen. Da selbst Jungtiere ohne Sturmerfahrung so reagieren, gilt dieses Verhalten als lebenswichtiger, angeborener Instinkt. Im Gegensatz dazu bleiben erwachsene Tiere oft strategisch vor Ort, um von den Jagdchancen unmittelbar nach dem Unwetter zu profitieren.
Couchs spadefoot Scaphiopus couchii Amado Arizona Couch’s Schaufelfußkröte
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Die Couch’s Schaufelfußkröte verbringt bis zu zehn Monate tief vergraben im harten Boden von Trockensteppen, wo keine Feuchtigkeit zu ihr vordringt. Ihr Wecksignal für den Monsun ist das tiefgreifende Grollen von Donner und die Vibration schwerer Regentropfen auf der Erdoberfläche. Sie bricht erst aus ihrer Starre aus, wenn sie die charakteristischen Frequenzen eines Starkregens durch die Erdschichten spürt. Nur so gewinnt sie den lebenswichtigen Wettlauf gegen die Zeit, bevor ihre Brutgewässer wieder verdunsten.
Salzwasserkrokodil
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Krokodile: Die schwarzen Punkte auf der Haut von Krokodilen sind keine Schuppen, sondern hochempfindliche Drucksensoren, die empfindlicher reagieren als menschliche Fingerspitzen. Sie registrieren kleinste Bewegungen an der Wasseroberfläche, die für Menschen völlig unfühlbar wären: etwa die Wellenreaktion eines fernen Gewitters oder die ersten Tropfen einer herannahenden Regenfront. Für Krokodile ist das Wasser damit gewissermaßen eine riesige Sinnesfläche – selbst in völliger Dunkelheit nehmen sie darüber atmosphärische Veränderungen wahr, lange bevor sie sichtbar werden.
Wanderalbatros
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Der Wanderalbatros nutzt Infraschallwellen, die durch die Interaktion von Wind und Wellen entstehen, als akustische Landkarte des Ozeans. Diese Signale ermöglichen es ihm, Gebiete mit starken Winden zu finden, die er für seinen kräftesparenden Gleitflug benötigt. Er „hört“ quasi den idealen Aufwind für seine Reise über Tausende Kilometer, lange bevor er ihn erreicht. Diese Fähigkeit macht ihn zu einem der effizientesten Weitstreckenflieger der Weltmeere.
Weißbartgnu (Connochaetes taurinus) White bearded wildebeest (Connochaetes taurinus)
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Gnu: Bei ihrer epischen Wanderung durch das Serengeti-Mara-Ökosystem folgen Gnus instinktiv dem Wasser. Sie können Regenfälle über Distanzen von mehr als 50 Kilometern riechen und den Donner ferner Gewitter hören. Ihr Ziel sind Gebiete, in denen der Niederschlag das Wachstum von nährstoffreichem Gras aktiviert hat. Das Wetter diktiert somit den Takt ihres gesamten Lebenszyklus und ihrer Wanderrouten über ganze Kontinente.
Kranich Graukranich Grau Kranich Grauer Kranich Eurasischer Kranich Zugvögel (Grus grus)
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Für Zugvögel ist das paratympanische Organ im Mittelohr ein unverzichtbares Instrument. Es erkennt minimale Luftdruckänderungen, die eine Verschiebung von Wetterfronten ankündigen, lange bevor erste Wolken sichtbar werden. Die Vögel nutzen diese Information, um den perfekten Zeitpunkt für den Abflug zu wählen oder ihre Route um Stürme herumzuleiten. So minimieren sie ihren Energieverbrauch und vermeiden lebensgefährliche Turbulenzen auf ihren langen Reisen.
Ein Rotkehlchen auf einem Ast.
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Das Rotkehlchen besitzt in seinen Augen einen Quantenkompass, mit dem es das Magnetfeld der Erde förmlich sehen kann. Wenn starke Sonnenstürme dieses Feld stören, wird die magnetische „Landkarte“ für den Vogel unlesbar und er unterbricht seinen nächtlichen Zug. In solchen Phasen orientiert es sich stattdessen am nächsten Morgen an sichtbaren Landmarken. Diese Empfindlichkeit für „Weltraumwetter“ ist eine faszinierende Verbindung zwischen solarer Aktivität und irdischer Migration.
  • Nadja Spielvogel
    VonNadja Spielvogel
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Was Honigbienen und Wanderalbatrosse gemeinsam haben: ein Gespür für Wetterveränderungen, das jede Technik alt aussehen lässt.

Barometer auf vier Beinen: Tiere und ihr Wettersinn

Das Wetter hat Menschen schon immer fasziniert. Lange bevor es Thermometer, Barometer oder Satellitendaten gab, beobachteten sie die Natur genau: Zieht die Schwalbe tief ihre Kreise, kommt Regen. Legt sich die Herde hin, wird es nass. Diese Volksweisheiten klingen simpel, doch dahinter steckt ein erstaunliches Phänomen – denn viele Tiere nehmen atmosphärische Veränderungen tatsächlich früher und präziser wahr als jedes Messgerät. Der Grund dafür liegt nicht in Magie, sondern in Sinnen, für die der Mensch schlicht keine biologische Ausstattung hat.

Luftdruck als unsichtbares Signal

Der wichtigste Mechanismus dahinter ist der Luftdruck. Fällt er, kündigt sich schlechtes Wetter an und zahlreiche Tiere registrieren diese Veränderung mit feinen Barorezeptoren, lange bevor ein Gewitter am Horizont sichtbar wird. Honigbienen etwa kehren deutlich früher in den Stock zurück, wenn der Luftdruck sinkt, und stellen ihre Ausflüge ein. Schwarzspitzenhaie tauchen in tiefere Wasserschichten ab, noch bevor ein Sturm die Meeresoberfläche erreicht. Diese Reaktionen sind keine Zufälle, sie sind evolutionär eingeschriebene Überlebensstrategien, die über Jahrmillionen verfeinert wurden.

In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene

Eine Superzelle am Himmel.
Superzellen gehören zu den gefährlichsten Gewitterformen in Europa und können schwere Windböen, große Hagelkörner und Tornados hervorbringen. Diese rotierenden Gewitterzellen entstehen durch extreme Temperaturunterschiede und starke Windscherung. In Deutschland treten sie besonders häufig in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf, wobei der rotierende Aufwind über mehrere Stunden bestehen bleiben kann. © IMAGO / Panthermedia
Katastrophale Unwetter sind in den Nachmittagsstunden über das Erzgebirge hinweg gezogen
Superzellen können durch ihre extremen rotierenden Aufwinde besonders große Hagelkörner produzieren, die teilweise Tennisballgröße erreichen. Die Eisbrocken entstehen, wenn Wassertröpfchen mehrfach im Aufwind nach oben getragen und gefroren werden. In Deutschland treten solche Extremereignisse vor allem im Sommer auf und können massive Schäden anrichten. © Bernd März/Imago
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Tornados sind in Deutschland keineswegs selten – regelmäßig ziehen die Wirbelstürme vor allem durch Nord- und Mitteldeutschland. Sie entstehen meist aus Superzellen mit rotierenden Aufwinden und haben selten eine Lebensdauer von mehr als wenigen Minuten. Besonders in den Sommermonaten steigt die Gefahr dieser Extremereignisse, die Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen können. © IMAGO
Unwetter-Alarm in Deutschland: Sturmtief Jitka ist im Anmarsch. Der DWD warnt vor einer „ausgewachsenen Sturmlage“ am Mittwoch (24. Januar).
Orkane bezeichnen extreme Windgeschwindigkeiten ab 118 km/h (Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala) und entstehen meist aus Sturmtiefs über dem Atlantik. Schwere Winterstürme treten statistisch etwa alle zehn Jahre auf, wobei extreme Orkane wie Lothar oder Kyrill seltener vorkommen. Die gewaltigen Windkräfte knicken Bäume wie Streichhölzer um, decken Dächer ab und verursachen regelmäßig Schäden in Milliardenhöhe. © IMAGO/Christian Ohde
Blitze über einem Wohnblock in der Nacht.
Gewitter mit intensiver Blitzaktivität treten besonders im Sommer auf, wenn warme, feuchte Luft auf kältere Luftmassen trifft. Deutschland verzeichnet jährlich mehrere Millionen Blitzeinschläge, wobei die Entladungen Spannungen von bis zu 100 Millionen Volt erreichen können. Ein einziger Blitz kann heißer als die Sonnenoberfläche werden. © Panthermedia/Imago
Nach den kühleren Tagen ist der Sommer zurück jedoch mit Abstrichen. Böenfront und Starkregen
Eine Böenfront ist ein großräumiges, linienförmiges Gewittersystem, bei dem sich an der Vorderseite ständig neue Gewitterzellen bilden und extreme geradlinige Windböen verursachen. Diese Systeme können mehrere hundert Kilometer lang werden und über Stunden andauern. In Deutschland sind solche Böenfronten zwar seltener als in den USA, können aber bei ihrem Durchzug schwere Sturmschäden in breiten Schneisen hinterlassen. © IMAGO/Bernd März
Eine so genannte „Shelf Cloud“, zu Deutsch: Böenwalze, rollt angetrieben vom starken Föhn über das Alpenvorland.
Shelf Clouds sind horizontale, walzenförmige Wolkenformationen am Rand einer herannahenden Gewitterfront. Sie markieren die Grenze zwischen kalter Gewitterluft und warmer Umgebungsluft und können sich über Dutzende Kilometer erstrecken. Das imposante Schauspiel kündigt oft heftige Unwetter mit Starkregen und Sturmböen an. © Hartl/Imago
Gewitter vom 05.09.2025 bei Hövel Fallstreifen (Virga) im Sonnenuntergang
Fallstreifen, auch Virga genannt, bezeichnet Niederschlag, der aus einer Wolke fällt, aber den Boden nicht erreicht. Die Regentropfen oder Schneeflocken verdunsten in trockener Luft unterhalb der Wolke und hinterlassen charakteristische, vorhangähnliche Schleppen am Himmel. Dieses eindrucksvolle Wetterphänomen ist besonders an heißen Sommertagen zu beobachten und zeigt sehr trockene Luftschichten an. © IMAGO/Chantal Anders
Koeln, Deutschland, 14.07.2021: Der Rheinboulevard in Köln Deutz ist durch das Hochwasser des Rheins überschwemmt. Hoch
Extremer Dauerregen lässt Flüsse wie Elbe, Rhein oder Donau regelmäßig über die Ufer treten. Die Wassermassen können ganze Ortschaften unter Wasser setzen und verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Solche Hochwasserereignisse werden durch den Klimawandel voraussichtlich häufiger und intensiver. © Juergen Schwarz via www.imago-images.de
Wellen prallen auf Steine entlang der Ostseeküste.
Bei Sturmtiefs in Kombination mit Springflut kann es an Nord- und Ostsee zu gefährlichen Sturmfluten kommen. Meterhohe Wellen bedrohen Küstenregionen und Inseln, wobei der Wasserstand mehrere Meter über dem normalen Hochwasser liegen kann. Historische Sturmfluten haben in Norddeutschland immer wieder zu Katastrophen geführt. © IMAGO / Susanne Hübner
Starkregen auf der Autobahn
Starkregen: Wenn innerhalb kürzester Zeit extreme Niederschlagsmengen fallen, können Kanalisationen die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Besonders in urbanen Gebieten führt dies zu gefährlichen Situationen, bei denen Straßen zu reißenden Flüssen werden. Keller werden überflutet, parkende Autos weggespült und Unterführungen zu tödlichen Fallen. © Wolfgang Maria Weber/Imago
Staubteufel auf einer Baustelle in Essen.
Staubteufel, auch Kleintromben genannt, sind kleine Wirbelwinde, die besonders an heißen Sommertagen über trockenen, offenen Flächen wie Baustellen, Feldern oder Parkplätzen entstehen. Im Gegensatz zu Tornados stehen sie nicht in Verbindung mit Gewitterwolken, sondern bilden sich durch aufsteigende heiße Luftblasen am Boden. In Deutschland treten wahrscheinlich Hunderte bis Tausende dieser meist harmlosen Staubwirbel pro Jahr auf, die nur wenige Sekunden bis mehrere Minuten bestehen bleiben. © Gottfried Czepluch/IMAGO
Mammatus Wolken ein seltenes Naturschauspiel ziehen am Dienstag 21 10 2014 über Saarbrücken
Mammatus-Wolken: Diese spektakulären, beutelförmigen Wolkenformationen entstehen, wenn kalte Luft aus dem Gewitteramboss nach unten sinkt und sich dabei charakteristische Säcke bilden. Mammatus-Wolken sind oft ein Zeichen für besonders intensive Gewitter und können über mehrere Stunden am Himmel sichtbar bleiben. Der Anblick wirkt surreal und fast außerirdisch. © IMAGO
Eine unheimliche Lichtstimmung: Eine Sahara-Staubwolke verdunkelt den Himmel über München.
Sahara-Staub über Deutschland: Wenn warme Luftmassen aus Nordafrika nach Mitteleuropa strömen, transportieren sie mineralischen Sahara-Staub über tausende Kilometer mit. Der Staub legt sich wie ein Filter vor die Sonne und erzeugt spektakuläre orangefarbene bis rötliche Lichtstimmungen. Gleichzeitig wirkt der Himmel häufig milchig oder leicht getrübt, selbst wenn kaum Wolken vorhanden sind.  © IMAGO/Rolf Poss
Sahara-Staub auf einem schwarzen Auto im Frühling 2022 im Siegerland. (Archivfoto)
Das Phänomen „Blutregen“ entsteht, wenn Regentropfen sich während einer Saharastaub-Welle mit den feinen Partikeln vermischen. Die Niederschläge hinterlassen charakteristische rotbraune Schlieren auf Autos, Fenstern und Gartenmöbeln. Dieser Effekt tritt mehrmals jährlich in Deutschland auf und ist ein beeindruckendes Zeichen für den atmosphärischen Ferntransport von Partikeln. © Rene Traut/Imago
Massiver Eisregen hat in Bayern und hier vor allem in Oberfranken zu zahlreichen Problemen geführt. Auf einigen Strecken
Eisregen entsteht, wenn unterkühlte Regentropfen auf gefrorenen Boden oder kalte Oberflächen treffen und dort sofort gefrieren. Straßen verwandeln sich in lebensgefährliche Eisflächen, Bäume werden von zentimeterdicken Eispanzern überzogen. Besonders im Winter sorgt dieses Wetterphänomen für zahlreiche Unfälle und kann ganze Regionen zum Erliegen bringen. © IMAGO / Bernd März
Der Winter hat Bayern bereits fest im Griff. Bald soll es aber neuen Schnee und noch niedrigere Temperaturen geben. (Symbolbild)
Wenn Schnee und Sturm zusammentreffen, wird es dramatisch: Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten ab 75 km/h und meterhohen Verwehungen sind in Deutschland selten – schwere Ereignisse wie 1978/79 oder 2010 ereignen sich nur alle 10 bis 20 Jahre. Die meisten Winterstürme vom Atlantik bringen Regen statt Schnee, doch bei polarer Kaltluft kann die Sicht binnen Minuten auf wenige Meter sinken. Die extremste Steigerung, der Blizzard mit besonders starken Winden und extrem eingeschränkter Sicht, tritt hierzulande nur äußerst selten auf. © IMAGO / Anadolu Agency
Rissiger, ausgetrockneter Boden, wasserloser Forggensee im Frühling,, dahinter Tegelbergmassiv und Säuling,
Hitzewelle mit Trockenrissen: Längere Hitzeperioden mit Temperaturen über 35 Grad lassen den Boden austrocknen und aufbrechen. Tiefe Risse entstehen, wenn dem Erdreich das Wasser entzogen wird und es schrumpft. Landwirtschaftliche Flächen leiden massiv unter der Dürre, Ernten fallen aus und die Waldbrandgefahr steigt extrem. © IMAGO/Walter G. Allgöwer
Halo-Erscheinung mit Zirkumzenitalbogen und Nebensonnen auf dem Weg zum Fichtelberg am Hotel Sachs.
Halos um die Sonne entstehen, wenn Sonnenlicht an Eiskristallen in hohen Cirrus-Wolken gebrochen und reflektiert wird. Der häufigste Effekt ist ein leuchtender 22-Grad-Ring um die Sonne, seltener treten auch sogenannte Nebensonnen auf. In Kombination mit anderen atmosphärischen Bedingungen können komplexe Lichtmuster am Himmel entstehen. © Hanke / IMAGO
Polarlichter über Baden-Württemberg.
Bei starken Sonnenstürmen können Polarlichter ausnahmsweise auch in Mitteleuropa sichtbar werden. Geladene Teilchen der Sonne interagieren mit der Erdatmosphäre und erzeugen grüne, violette oder rote Lichterscheinungen am Nachthimmel. Polarlichter sind streng genommen kein Wetterphänomen, sondern ein geophysikalisches Phänomen durch Sonnenaktivität. In Deutschland ist dies ein extrem seltenes Ereignis, das nur bei besonders starker Sonnenaktivität auftritt.  © IMAGO/Alexander Wolf

Infraschall, Magnetfelder, elektrische Reize

Noch beeindruckender sind Fähigkeiten, für die Menschen nicht einmal ein Organ besitzen. Elefanten hören Infraschall (Töne unterhalb der menschlichen Hörschwelle) und können damit herannahende Gewitter über Hunderte Kilometer orten. Zugvögel wie der Wanderalbatros orientieren sich am Erdmagnetfeld und nutzen spezielle Lichtrezeptoren in der Netzhaut, um Windmuster und Wetterfronten in ihre Routen einzukalkulieren. Und Goldflügel-Waldsänger haben in Studien gezeigt, dass sie Tornados mithilfe von Infraschall erkennen und ihren Zugweg entsprechend verändern – Tage bevor das Unwetter eintraf.

Was die Forschung daraus lernt

Die Wissenschaft verfolgt diese Fähigkeiten zunehmend systematisch. Forscher hoffen, Zugvögel künftig als biologische Frühwarnsysteme für Extremwetterereignisse einzusetzen. Denn was Tiere in Echtzeit und ohne Technologie leisten, liefert Daten, die kein Radar erfasst: hyperlokale, instinktive Reaktionen auf kleinste atmosphärische Reize. Das macht sie nicht zu besseren Meteorologen, aber zu einer anderen Art von Sensor, die die moderne Wetterforschung gerade erst zu verstehen beginnt.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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